25 Jahre Summer Breeze: Metalfans feiern endlich wieder in Dinkelsbühl

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Rund 40.000 Metalfans pilgerten nach Dinkelsbühl, um den 25. Geburtstag des Summer Breeze Open Air nach zwei Jahren Corona-Pause endlich zu feiern.
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Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause darf das Summer Breeze Open Air endlich seinen 25. Geburtstag nachholen. Trotz matschigem Boden feiern die Metalfans, was das Zeug hält.

Dinkelsbühl

Das Must-Have beim Summer Breeze Open Air 2022? Gummistiefel! Aber ob die unzähligen Festivalgängerinnen und Festivalgänger ein Problem damit hatten, dass der Regen das Gelände zur Schlammschlacht gemacht hat? Wohl kaum! Vier Tage lang haben rund 40.000 Metalfans in Dinkelsbühl geheadbangt, "Pommesgabeln" in die Lüfte gestreckt, andere Besucher über ihre Köpfe in Richtung Bühne getragen - und gefeiert. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause durfte das Festival seinen 25. Geburtstag nun endlich feiern.

Freitagabend, Tag drei von vier des Open Airs. Das Festivalgelände sowie der Campingplatz sind bereits vom Regen gut durchgeweicht. Der Auftritt von "Jinjer", einer ukrainischen Metalband, auf der "T-Stage" steht an. "Teacher, Teacher!" soll den Anfang machen. Sängerin Tetjana Schmajljuk weiß, mit ihrer Stimme zu überzeugen: Auf melodischen Gesang folgen brachiale "Growls", der für Metal typische tiefe Gesang. Doch auch durch ihre Bühnenperformance weiß die vierköpfige Gruppe, die Menge anzuheizen. Köpfe nicken und Fäuste mit ausgestreckten Zeige- und kleinen Fingern, das Metalhandzeichen, das auch "Pommesgabel" genannt wird, gehen in die Luft, während die Band weiter vor blau-gelber Kulisse abliefert.

Auch am Samstag ist man froh, wenn man Gummistiefel eingepackt hat. Denn matschig ist es immer noch. Auch, wenn nun wieder die Sonne scheint. Ungefähr pünktlich zum Auftritt von "Defocus" auf der "Wera Tool Rebel Stage" verziehen sich die Wolken und die vierköpfige Band aus Aalen legt mit ihrem Summer-Breeze-Debut los. Dass die vier Bock haben, ihr Album "In the Eye of Death we are all the same" zum Besten geben, ist offensichtlich. 

Gurken und Aliens in der Menge

Kurze Pause zwischen den Songs. Sänger Simon Müller gibt die Anweisung: In zwei Hälften soll sich das Publikum teilen. In der Mitte ist erst einmal frei. Noch. "Sobald der Song losgeht, wisst ihr glaube ich alle, was ihr zu tun habt", vermutet er. Und behält Recht. Die Band legt los und es kommt zur "Wall of Death", bei der sich die gegenüberliegenden Hälften des Publikums gegenseitig "stürmen", sich in der Mitte treffen und dann abfeiern, was das Zeug hält. Anzumerken: Egal, ob groß oder klein oder, wie beim Auftritt von Defocus, als Gurke oder als Alien verkleidet - wer zu Boden geht, dem wird schleunigst aufgeholfen und dann geht's weiter.

Unzählige surfen in der Menge

Am Abend soll's vor der Mainstage noch einmal richtig rund gehen. Mit Bands wie "Bury Tomorrow" oder einheimischen Bands wie "Blind Guardian" und "Heaven shall burn" versammeln sich noch einmal Festivalbesucherinnen und Festivalbesucher, so weit das Auge reicht. Daniel Winter-Bates von "Bury Tomorrow" will heute noch einen Rekord knacken. 1000 Crowdsurfer, Fans, die von der Menge auf Händen Richtung Bühne getragen werden, will er heute noch knacken. Gesagt, getan. Gefühlt alle zehn Sekunden bahnt sich schon der nächste Fan an, der nach vorne surft, wo er von den "Grabenschlampen", ein paar kräftigen Mitarbeitern vor der Bühne, sicher wieder auf den Boden gebracht wird.

Die Stimmung vor der Hauptbühne am Samstagabend könnte kaum besser sein, bevor mit dem Auftritt von "Igorrr" das Festival um 3 Uhr endet.

Viele Festivalgänger legen Wert auf ausgefallene Outfits, wie zum Beispiel dieses Alien.
Headbangen, "Pommesgabel" und Crowdsurfen gehörte bei vielen Fans auf dem Summer Breeze dazu.
Defocus-Bassist Marcel „Bambam“ Heberling beim Auftritt der Aalener Band.
Die typische Metalgeste heißt offiziell "Manu cornuta", ist vielen aber auch als "Pommesgabel" bekannt.
Fans von "Infected Rain" warten auf den Auftritt.

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