B 29: Böbinger Tunnel kommt

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Der Tunnel kommt.
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Bund bewilligt die von der Gemeinde bevorzugte Variante trotz hoher Kosten.

Böbingen. Der Tunnel wird gebaut: Wie der Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, Steffen Bilger, in einem Schreiben an die Gemeinde Böbingen mitteilt, hat der Bund der Tunnel-Variante zugestimmt. Die Kosten betragen rund 215 Millionen Euro.

Der Ausbau der B 29 zwischen Schwäbisch Gmünd und Mögglingen sei geprägt durch die besonderen Rahmenbedingungen in Böbingen, schreibt Bilger. Das Land habe als Vorzugsvariante den Tunnel vorgeschlagen. Diese Variante sei mit 215 Millionen Euro veranschlagt. Gegenüber der Brückenlösung sei diese 40 Millionen Euro teurer, so Bilger. In den zurückliegenden Monaten habe das Bundesverkehrsministerium (BMVI) intensive Abstimmungen mit der Straßenbauverwaltung des Landes geführt. „Nachdem die Straßenbauverwaltung Mitte Juli ergänzende Unterlagen vorgelegt hat, kann ich Ihnen nun mitteilen, dass das BMVI der Variante (...) zugestimmt hat“, schreibt Bilger. Und weiter: „Im vorliegenden Fall freut es mich sehr, dass im Ergebnis eines umfassenden Variantenvergleichs die Abwägung der relevanten Aspekte Verkehr, Umwelt und Kosten zu einer auch städtebaulich verträglichen Lösung für Böbingen führt.“ Abschließend müsse er darauf hinweisen, dass die Kosten gegenüber der Schätzung im Bundesverkehrswegeplan „mehr als dreifach so hoch“ seien. Vor diesem Hintergrund sei das Land gebeten worden, im weiteren Verlauf der Planung alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Kosten zu reduzieren, dass „die Bauwürdigkeit weiterhin gewährleistet werden kann“. Nun gelte es, die Planung voranzutreiben.

„Ein Traum ist wahr geworden“, schreibt Böbingens Bürgermeister Jürgen Stempfle und dankt dem Aktionsbündnis Böbinger Tunnel, stellvertretend Manfred Gold, Dr. Peter Högerle und Otto Betz. Danke sagt er auch „an die Böbinger Bürgerschaft, die geschlossen hinter dem Projekt stand und steht und uns unterstützt hat“. Ebenfalls bedankt sich Stempfle bei der gesamten Region mit allen Politikern, allen Verbänden „für die großartige Unterstützung und für die Geschlossenheit.“

Großer Durchbruch

„Damit haben wir einen großen Durchbruch für die Straßeninfrastruktur im Ostalbkreis erzielt“, sagt Landrat Dr. Joachim Bläse. „Denn mit der Tunnellösung, für die wir uns alle gemeinsam eingesetzt haben, kann der dringend erforderliche Ausbau der B 29 zu einer leistungsfähigen Verbindung in die Region Stuttgart städtebaulich verträglich und mit der geringstmöglichen Belastung für die Böbinger Bürgerinnen und Bürger erfolgen.“ Die Entscheidung mache deutlich, dass regionale Geschlossenheit wichtig sei und zum Erfolg führe, so Bläse. Nun gelte es, den Planungsprozess zu beschleunigen. Der Ostalbkreis sei hierbei gerne Partner.

Bilger war vor Ort

Bilger habe sich im Frühjahr 2019 auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Christian Lange in Böbingen einen Eindruck verschafft. „Jetzt zeigt sich, dass es das richtige Vorgehen gewesen sei, welches sich im wahrsten Sinne des Wortes nun auszahlt“, so Lange. „Ich habe die Forderung der Gemeinde Böbingen, den vierstreifigen Ausbau der B 29 in der Ortslage von Böbingen nur in Form eines Tunnels zu realisieren, von Anfang an befürwortet und unterstützt. Alles andere hätte den Ort zerteilt“, erklärt Lange.

Tim Bückner, Landtagsabgeordneter der CDU, schreibt: „Ich freue mich mit ganz Böbingen und danke Bürgermeister Stempfle, dem Aktionsbündnis um Manfred Gold, Peter Högerle und Otto Betz und allen Beteiligten, die so leidenschaftlich und fachlich fundiert für den Tunnel gekämpft haben. Eine Alternative zum Tunnel war für mich stets unvorstellbar, weshalb ich die Planung und Umsetzung des Baus in den kommenden Jahren auch gerne begleiten und politisch vorantreiben werde.“

Nur zweispurig?

Als „Riesennachricht für die ganze Region und für Böbingen und großen Erfolg“ bezeichnet CDU-Bundestagskandidatin Dr. Inge Gräßle das grüne Licht für den Tunnel. „Die besten Argumente haben überzeugt“, so Gräßle. „Ich habe für den Tunnel gekämpft, damit Böbingen zusammenwachsen und die kommenden Jahrzehnte gute Entwicklungschancen hat.“

SPD-Direktkandidat Tim-Luka Schwab meint, es sei „längst überfällig, dass diese einzig sinnvolle Lösung für Böbingen auch vom Berliner Verkehrsministerium unterstützt“ werde. Bei der weiteren Planung sei es wichtig, die Kosten der Maßnahme möglichst zu reduzieren. Schwab nennt als eine Möglichkeit etwa einen zweispurigen Tunnelausbau.

Kommentar von David Wagner: Nachricht mit Geschmack

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