Kreistag

365-Euro-Jugendticket statt OstalbAbo - aber: OstalbMobil wird teurer

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Ein Bus der OVA steht am ZOB in Aalen. Der Nahverkehrsplan sieht viele Veränderungen im Busverkehr vor. Unter anderem sollen kreisweit 15-, 30- und 60-Minuten-Takte eingeführt und Bus und Schiene untereinander enger vertaktet werden. Archivfoto: opo
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Gremium beschließt die Einführung des 365-Euro-Jugendtickets, die Erhöhung der OstalbMobil-Tarife und die Fortschreibung des Nahverkehrsplans, der kreisweit einheitliche Takte bringen soll.

Aalen.

Den Aufbruch im ÖPNV hat der Kreistag beschlossen und ist damit allen Empfehlungen der Ausschüsse gefolgt.


365-Euro-Jugendticket : So werden nun alle nötigen Maßnahmen zur Einführung des landesweiten 365-Euro-Jugendtickets im Ostalbkreis zum 1. März 2023 getroffen. Das Jugendticket ersetzt die 440 Euro teure Schülerbeförderung im „OstalbAbo“. Bei der Finanzierung trägt das Land 70 Prozent und die Kreise 30 Prozent der Kosten. Aktuell rechnet der Ostalbkreis mit Kosten von maximal 1,74 Millionen Euro pro Jahr.


OstalbMobil : Die OstalbMobil“-Tarife werden um knapp fünf Prozent zum 1. August 2022 erhöht. Einzelfahrscheine und Einzelkauf steigen etwas deutlicher an als Zeitkarten.


Nahverkehrsplan : Bei drei Enthaltungen hat der Kreistag schließlich auch der Fortschreibung des Nahverkehrsplans mehrheitlich zugestimmt. Der soll nun einen Taktfahrplan mit Stunden-/Halbstunden- und Viertelstundentakt flächendeckend im Ostalbkreis bringen. Kurze Reisezeiten sollen durch die optimale Verknüpfung mit der Schiene, aber auch durch die Vernetzung des Busverkehrs mit Knoten, beispielsweise in Leinzell, Heubach oder Abtsgmünd ermöglicht werden. Die Busse sollen barrierefrei sein, für Barrierefreiheit an Haltestellen müssen Kommunen sorgen. Das Prinzip von Ruf-Bussen soll intensiviert werden. Der Landkreis möchte, dass die Fahrradmitnahme in Bussen grundsätzlich möglich ist. Es wird versucht, die Schulbeginnzeiten entsprechend der Bustaktung zu staffeln.

„Lassen Sie uns den Rahmen setzen und die Sache starten“ hatte Landrat Dr. Joachim Bläse eingangs geworben – aber auch hinzugefügt: „Klar ist, die Finanzierung muss stehen. Und wenn man mehr bestellt, wird es sicher nicht günstiger“.

Nikolaus Ebert (CDU) begrüßte die neue Struktur, als gute Grundlage für alle weiteren Entwicklungen im ÖPNV. „Wir erwarten Ergebnisse aus den Quartiersgesprächen, die nun starten“, sprach er über das folgende Feintuning. Doch auch er wies darauf hin, „dass bei allen Wünschen ein Preisschild dranstehen muss“. Ende 2023 werde es ernst in der Frage der Linienbündelung. „Wir haben nun Zeit, zu zeigen, dass man Verbesserungen im Kostenrahmen schaffen kann. Wenn das nicht klappt, sollten wir die Linien neu ausschreiben“, sagte er.

Gabriele Ceferino (Grüne) begrüßte das Konzept rundum, bat aber darum, „bitte, bei den Linien und der Taktung nichts zu verschlechtern“.

Herbert Hieber (SPD) sprach gar von einer „Magna Carta des Ostalb-Nahverkehrs“. Der Plan sei gut, Verbesserungen seien möglich, beispielsweise müsse noch einmal über die Verbindungen in Bopfingen nachgedacht werden, „aber nicht jetzt, sondern im Realisierungsprozess“.

Herbert Witzany (Freie) freute sich über einen Plan, „der den ÖPNV maßgeblich verbessern kann“. Die Sache werde mehr kosten, „aber ohne Differenzierung beim Schulbeginn und den Willen der Busunternehmer über ihre Konzessionsgrenzen hinaus zu denken, geht gar nix“.

Roland Hamm (Linke) sieht Nachbesserungsbedarf, um die Bedürfnisse behinderter Menschen zu erfüllen. Rufbusse seien für diese Menschen nicht unkritisch. Für die Fahrradmitnahme im Bus empfahl er den Blick nach Westen. Im Rems-Murr-Kreis seien Busse mit klappbaren Fahrradständern am Heck unterwegs, sagte er.

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