40 Millionen für B-29-Westumgehung

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Der B 29-Knoten Affalterried mit Blick in Fahrtrichtung Stuttgart. Auch hier ist eine neue Rampe (rechts) geplant, die eine gefahrlose Ein- beziehungsweise Ausfahrt ermöglichen soll.
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Aalens Umgehung soll sicherer und leistungsfähiger werden. Neue Rampen für die Knoten Affalterried und Hüttlingen sowie der vierspurige Ausbau Oberalfingen-Westhausen sind geplant.

Aalen

Die B-29-Westumgehung Aalen wird zusehends zum Nadelöhr. Staus häufen sich auf den knapp 13 Kilometern zwischen „Aalener-Brezel“ und A7-Anschlussstelle Aalen-Westhausen, was zudem die Landstraßen „dahinter“ verstopft und Aalen und seinen Ortsteilen mehr Verkehr bringt. Zwischen 19 000 und 29 000 Kfz in 24 Stunden hat der Landkreis gezählt. Die Trasse ist damit bereits jetzt überlastet.

Acht Knotenpunkte gibt es im Abschnitt, sechs davon werden mit, zwei ohne Ampelsteuerung betrieben, nämlich die Anschlussstellen Affalterried und Hüttlingen. Dort ist das Einfädeln riskant und es dauert, bis man eine Lücke findet. Das soll sich ändern. Die Westumgehung soll leistungsfähiger und sicherer werden. Im Auftrag des Regierungspräsidiums plant der Landkreis die Ertüchtigung der Knotenpunkte Affalterried und Hüttlingen sowie den vierspurigen B-29-Ausbau zwischen Aalen-Oberalfingen und der Einmündung K 3319 Westhausen.

Knotenpunkt Affalterried: Die Anschlussstelle ist ein Unfallhäufungspunkt, Rechts- und Linksabbiegen sind Herausforderungen. Nun soll der Knoten neu gestaltet werden. Es ist eine neue Rampe auf der Westseite geplant. Die bestehende Rampe muss umgebaut werden. Beide Rampen werden an die B 29 über Ein- und Ausfädelstreifen angebunden. In beiden Fahrtrichtungen werden 1140 Meter lange Beschleunigungsspuren gebaut.

Die Anbindung der beiden Rampen an die K 3325 soll auf jeder Seite mit einem Kreisel erfolgen. Das helfe, Raser in Affalterried auszubremsen und ermögliche es, die Zufahrt zur „Waldschenke“ sicher anzubinden. Der Rad- Fußweg in Richtung Aalen verläuft wie bisher.

Rund 2,65 Hektar Fläche werden für das Gesamtprojekt benötigt. Die Planer rechnen mit Kosten, inklusive Grunderwerb, von rund 11,3 Millionen Euro. Als realistischer Zeitrahmen für die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens könne das Jahr 2023 in Betracht gezogen werden.

Knotenpunkt Hüttlingen: Auch hier besteht ein Unfallschwerpunkt. Ein-, Abbiege- und Kreuzungsvorgänge sind dort so kompliziert, wie in Affalterried. Auf dem Rampenanschluss zur B 29 soll am Ende nur noch der Verkehr von der B 19 kommend in Richtung A 7 in die B 29 einbiegen und der Verkehr aus Richtung Stuttgart zur B 19 abbiegen. Die beiden anderen Verkehrsströme (von der B 19 kommend in Richtung Stuttgart und der A 7 kommend zur B 19) werden dann über eine neue Rampe westlich der B 29 fließen. Vom Albanuskreisel kommend rückt diese Rampe nach 100 Metern von der bestehenden in Richtung Kochertal ab und unterquert die B 29 im ersten Feld der Kochertalbücke, ehe sie über zwei Bögen an die B 29 anschließt. An beiden Rampen wird der Verkehr über Ein- und Ausfädelspuren zu- und ausgeleitet. Die neue Rampe wird 560 Meter lang und kann „auf freiem Feld“ gebaut werden. Aus der Beschleunigungsspur in Richtung Stuttgart wird ein zusätzlicher Fahrstreifen an der Steigung fortgeführt. Die gewonnene Überholspur ist 1400 Meter lang. Im Anschluss an diese beginnt der dreispurige Ausbauabschnitt Affalterried.

Die Verbreiterung erfolgt ausschließlich auf der B-29-Westseite. Die Planer rechnen mit Gesamtkosten von rund 8,9 Mio. Euro. Dazu kommen Kosten für eventuell zusätzlichen Lärmschutz. Der Zeitrahmen ist analog dem in Affalterried.

Vierspuriger Ausbau zwischen Oberalfingen und Westhausen: Der Planungsabschnitt ist 3,6 Kilometer lang. Die Verkehrsbelastung lag dort bereits 2013 mit bis 21 500 Kfz/24h deutlich oberhalb der Grenzbelastung von 20 000 Kfz/24h. Die Planung beginnt an der Bahnüberführung westlich von Oberalfingen, führt über die Knoten mit der L 1029, der B 290 und den beiden Rampenfußpunkten der A 7-Anschlussstelle Aalen-Westhausen hinweg bis zum Abzweig K 3319 Westhausen. Sie sieht Ampel geregelte Knoten vor. Die B 29 enthält an den Knotenpunkten L 1029, B290, A 7-Rampe Ost und -West zwei durchgehende Geradeausspuren je Richtung und jeweils eine Linksabbiegespur. Der Knoten mit der K 3319 wird zur Kreuzung ausgebaut. Westhausen plant auf der Südseite der B 29 ein Gewerbegebiet, das man hier anschließen will.

Nach dem Knoten wird in Fahrtrichtung Nördlingen die Fahrspuranzahl von vier auf zwei Spuren reduziert. Der Ausbau erfolgt auf der Südseite parallel der bestehenden B 29. Der Wirtschaftsweg dort soll ebenso nach Süden verlegt werden. Diese Planung besteht so seit 2016.

In Immenhofen und Baiershofen soll besserer Lärmschutz entlang der B 29 her. In Immenhofen seien die Grenzwerte nicht überschritten, daher gebe es keine gesetzliche Verpflichtung hierzu, anders als in Baiershofen. Die Planung sieht dennoch vor, die bestehende zwei Meter hohe Lärmschutzwand durch eine drei Meter hohe zu ersetzen. Östlich von Baiershofen soll eine Kombination aus Lärmschutzwand und Lärmschutzwall mit einer Gesamthöhe von drei Metern bis zum A 7-Park & Ride-Parkplatz die Lärmsituation verbessern. Es ist geplant, hierzu Erdmassen aus dem vierspurigen Straßenausbau für den Erdwall zu verwenden. Um die Erde zu lagern, muss Grund erworben werden. Darüber werde seit März 2021 verhandelt. Im Juni 2021 soll der Entwurf dem Regierungspräsidium vorgelegt werden. Die Kosten des Vorhabens belaufen sich auf knapp über 20 Millionen Euro.

Das sagen die Fraktionen: Der CDU geht alles nicht schnell genug, meint Georg Ruf. Er fordert, dass für Hüttlingen bereits 2021 die Planfeststellung eingeleitet wird. In Affalterried seien die geplanten Kreisel strittig, die Bürgerschaft müsse mitgenommen werden. Die beste Lösung für „Kellerhaus-Westhausen“ sei ein ampelfreier Ausbau.

Für die Grünen begrüßt Dr. Susanne Gareis die Maßnahmen. Sie fordert Lärmschutz auch für Affalterried, und „dass bei den Projekten auch an Fahrradfahrer gedacht wird“.

Andrea Hatam (SPD) wies darauf hin, dass die Kreisel in Affalterried höchst umstritten seien. Der Landrat möge dringend den Dialog suchen.

Herbert Witzany (Freie) bedauert, dass nicht bereits vor Jahren versucht wurde, den gesamten Abschnitt von der „Brezel bis Westhausen“ in den Bundesverkehrswegeplan zu bringen. Was dann möglich sei, sehe man in Böbingen. Die Lösung in Westhausen sei enttäuschend. Für den vierspurigen Ausbau müssten nun fünf betroffene Landwirte Grund verkaufen und die seien offenbar nicht bereit dazu. „Und der Rechtsweg kann ein langer sein“, warnte Witzany.

Ein Blick auf den Knoten in Hüttlingen. Hier soll (rechts im Bild) an der Brücke eine neue Rampe entstehen für das sichere Einfädeln in Fahrtrichtung Stuttgart..

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