48 Hantavirus-Erkrankungen auf der Ostalb in diesem Jahr

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Eine Hantavirus-Erkrankung verläuft manchmal ohne Beschwerden, beginnt aber meist ähnlich wie eine Grippe mit plötzlich einsetzendem hohen Fieber.

Das Landesgesundheitsamt prognostiziert aufgrund aktueller Zahlen und des zurückliegenden Buchenmastjahrs ein starkes Hantavirus-Jahr.

Aalen. Seit Jahresbeginn sind bereits 48 Hantavirus-Erkrankungen im Ostalbkreis an das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg gemeldet worden. Das sind deutlich mehr Fälle als im Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Gab es im gesamten Jahr 2020 nur sieben gemeldete Erkrankungen im Ostalbkreis, so sieht das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg stark steigende Erkrankungszahlen für das Jahr 2021 voraus. Das teilt das Landratsamt Ostalb am Dienstag mit.

Schwäbische Alb eine der Heimatgegenden der Rötelmaus

Die Schwäbische Alb zählt seit Jahren zu einer der Heimatgegenden der Rötelmaus. Da die Buchecker das Hauptnahrungsmittel der Mäuse ist, fühlen sie sich vor allem in Regionen mit hohem Buchenwaldanteil wohl. Gute Nahrungsbedingungen durch die sogenannte Buchenmast im Herbst 2020 können zu unangenehmen Folgen für die Menschen im Jahr 2021 führen, denn die kleinen Nager sind Überträger des Hantavirus.

Das Hantavirus wird durch das Einatmen der Ausscheidungen (Speichel, Kot und Urin) von infizierten Nagetieren - auf der Schwäbischen Wald vorwiegend der Rötelmaus - insbesondere bei Tätigkeiten, bei denen Staub aufgewirbelt werden kann, übertragen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht daher vor allem bei Holzarbeiten im Wald und Tätigkeiten im Garten sowie bei der Reinigung von Kellern, Schuppen, Scheunen und Ställen.

Krankheitsverlauf des Hantavirus

Eine Hantavirus-Erkrankung verläuft manchmal ohne Beschwerden, beginnt aber meist ähnlich wie eine Grippe mit plötzlich einsetzendem hohen Fieber. Hinzu kommen Kopf- und Gliederschmerzen sowie Bauchschmerzen. Bei einem Teil der Erkrankten entwickelt sich ein Nierenversagen, das dialysepflichtig werden kann, sich jedoch in der Regel zurückbildet. Bei entsprechenden Symptomen sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Da aktuell kein Impfstoff oder eine Erreger-spezifische Therapie zur Verfügung stehen, werden folgende Maßnahmen zur Vermeidung einer Infektion empfohlen:

-         Vermeidung des Kontakts mit Nagern und deren Ausscheidungen

-         Verhinderung des Eindringens der Nager in den Wohnbereich und die nähere Umgebung

-         Tragen einer Staubmaske beim Schuppenfegen und ähnlichen Tätigkeiten

-         Das Befeuchten von Flächen vor Reinigungsarbeiten, um Staub zu binden

-         Entsorgung zuvor desinfizierter Nagerausscheidungen

Für Baden-Württemberg wurde ein Vorhersagemodell für Hantavirus-Infektionen in den verschiedenen Landkreisen entwickelt. Eine interaktive Landkarte ist online einsehbar unter: www.hanta-vorhersage.de

Die im Herbst 2020 durchgeführte Vorhersage erwartet für den Ostalbkreis im Jahr 2021 etwa 59 Hantavirus-Fälle. Weitere Informationen zum Hantavirus finden Sie im Internet unter www.rki.de, Infektionskrankheiten, A-Z, Hantavirus-Infektionen.

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