547-Meter-Bauwerk übers Tal der Jagst

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Über die Autobahn zwischen Flensburg und Füssen brummt ständig der Verkehr. Eines der besonderen Bauwerke auf der Strecke ist die Jagsttalbrücke. Sie steht auf der Gemarkung von Westhausen.
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Teil 2 von 6: Die längste Brücke im Ostalbkreis ist Teil der A 7. Erinnerungen an den Bau der Jagsttalbrücke von 1984 bis 1987.

Westhausen

Umgeben von Wiesen und Feldern, erheben sich 24 mächtige Betonpfeiler etliche Meter nach oben. Wer zwischen den Pfeilern steht, hört ständig ein Pfeifen, Summen und Brummen. Kein Wunder, denn die 24 Pfeiler stützen die Jagsttalbrücke. Über die imposante Brücke führt die A 7 – eine viel frequentierte Autobahn, mitten durch Deutschland, von Flensburg nach Füssen beziehungsweise umgekehrt.

Die 950 Kilometer lange Autobahn von der dänischen zur österreichischen Grenze liefert uns einen der Ostalb-Rekorde, die wir in dieser Sommerserie suchen: die längste Brücke. Susanne Dietterle, Pressereferentin im Landratsamt Aalen, und ihre Kollegin Julia Christiansen im Regierungspräsidium Stuttgart bestätigen es im Fachjargon: "Die Jagsttalbrücke in Westhausen im Zuge der A 7 ist mit einer Länge von 547 Metern das längste Brückenbauwerk im Ostalbkreis."

Die Jagsttalbrücke ist 19 Meter hoch. Unter ihr befinden sich nicht nur Felder, Wiesen und Feldwege, sondern auch die Verbindungsstraße K 3319 von Ellwangen nach Westhausen. Im Dezember 1987 wurde die Brücke eröffnet. "Das war damals auch die größte Autobahnbaustelle Deutschlands", betont Herbert Witzany, der 32 Jahre lang, bis 2018, Bürgermeister von Westhausen war.

Das war 1987 die größte Autobahnbaustelle Deutschlands.

Herbert Witzany Bürgermeister i. R. von Westhausen

1983 sei erst die Planfeststellung für dieses letzte Teilstück der A 7 von Feuchtwangen nach Heidenheim erfolgt, erinnert Witzany. Baubeginn war 1984. Viele der Baumaßnahmen habe er noch als junger Bürgermeister mitbekommen. Als besonders eindrucksvoll in Erinnerung geblieben sei ihm drei Monate vor der Eröffnung des Autobahnteilstücks das Fest dieser Zeitung und des Musikvereins Westhausen im Agnesburgtunnel.

Regelrecht als Kunstwerke wurden der Bau von Agnesburgtunnel und Jagsttalbrücke damals gewürdigt: Mit fast 600 Tonnen Dynamit sprengten Arbeiter eine tiefe Schneise in den Albtrauf. Bagger und riesige Muldenkipper räumten 2,9 Millionen Kubikmeter Erde und Gestein beiseite. Das allermeiste davon fuhr durch die zuerst fertiggestellte Tunnelröhre talwärts. Das Material bildet den respektablen Damm, der die Jagsttalbrücke mit den talseitigen Tunnelportalen verbindet.

"Man sieht regelrecht, wie stark die Autobahn Westhausen prägt", meint heute Herbert Witzany. Und: "Durch die Anbindung an die A 7 hat die gesamte Region gewonnen."

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547 Meter lang ist die längste Brücke im Ostalbkreis: die Jagsttalbrücke, über die seit 1987 die A 7 führt. 24 mächtige Betonpfeiler dienen als Stützen und sorgen für Sicherheit. Das Baumaterial stammte teilweise aus dem Albtrauf.
Unter der Jagsttalbrücke befinden sich Feldwege und die Verbindungsstraße K 3319 von Ellwangen nach Westhausen.
Lichtspiele unter der Jagsttalbrücke: Sie verdeutlichen, dass die Brücke aus zwei Überbauten konstruiert wurde.

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