Achtung Autofahrer: So wild geht's zu im Herbst

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Wildunfälle gibt es im Herbst besonders oft. Dieses Wildschwein hat den Zusammenprall mit einem Auto nicht überlebt und liegt am Straßenrand. Was tun in einem solchen Fall? Symbolfoto: Petair - Fotolia

Das Risiko für Zusammenstöße mit Reh, Hase & Co. ist jetzt besonders groß. Was tun, um Wildunfälle zu vermeiden? Und wie reagiert man richtig, wenn's gekracht hat?

  • Was nach einem Wildunfall zu tun ist
  • Ruhe bewahren.
  • Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste überziehen und Warndreieck aufstellen.
  • Erste Hilfe bei verletzten Personen leisten und Notruf (112) wählen.
  • Angefahrene Tiere nicht anfassen: In Panik können sie schwere Verletzungen verursachen.
  • Fluchtrichtung der Tiere merken und am Straßenrand markieren – zum Beispiel mit einem Taschentuch.
  • Jäger oder Polizei über Notruf 110 kontaktieren und Standort melden.
  • Für die Versicherung von der Polizei oder vom zuständigen Jagdpächter eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen.
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Aalen

Autofahrer aufgepasst: Reh, Wildschwein oder Hirsch sind jetzt vermehrt unterwegs. In der dunklen Jahreszeit steigt die Gefahr von Wildunfällen. Die Folge: mehr Zusammenstöße mit Autos als im Rest des Jahres.

Plötzlicher Nebel, früh einsetzende Dunkelheit, Blätter auf regennassem Asphalt: Im Herbst lauern ohnehin mehr Risiken im Straßenverkehr. Hinzu kommen Wildtiere, die auf ihrer Suche nach einem Winterquartier Autofahrern in die Quere kommen. In den Monaten Oktober und November passieren deshalb überdurchschnittlich viele Wildunfälle, berichtet der Deutsche Jagdverband (DJV).

Tiere unterwegs: Statistiken aus dem Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) zeigen: Rehe sind an jedem zweiten Wildunfall beteiligt, Kleintiere wie Feldhase und Marder bei jedem fünften. Besonders in der Morgen- und Abenddämmerung sind Wildtiere unterwegs – um sich überlebenswichtigen Winterspeck anzufressen und eine Bleibe für den Winter zu finden.

Differenzierte Zahlen, wie viele Unfälle mit Wildtieren sich im Ostalbkreis ereignen, gibt es nicht. Die Polizei erfasst Zusammenstöße mit Reh & Co. nicht in einer gesonderten Rubrik, erläutert Holger Bienert, Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen.

Zusammenprall verhindern: Der Deutsche Jagdverband hat Tipps zusammengestellt, wie Autofahrer Zusammenstöße mit Wildtieren vermeiden können:

Vorausschauend und aufmerksam fahren: besonders in der Dämmerung den Fahrbahnrand beachten.

Gefahrenzone erkennen: Das sind unübersichtliche Wald- und Feldkanten.

Geschwindigkeit anpassen: An unübersichtlichen Wald- und Feldrändern das Tempo drosseln. Wer mit 80 km/h statt 100 fährt, verringert den Bremsweg bereits um 25 Meter.

Taucht ein Tier am Fahrbandrand auf, unbedingt Fernlicht ausschalten. Das grelle Licht macht die Tiere orientierungslos. Taucht ein einzelnes Tier auf, können Nachzügler aus dem Familienverband folgen.

Hupen hingegen ist wichtig: Der laute Ton treibt Rehe, Hirsche oder Wildschweine weg von der Fahrbahn.

Ausweichen? Bloß nicht! Droht dennoch ein Zusammenstoß: kontrolliert bremsen und das Lenkrad fest- und gerade halten. Was die meisten Autofahrer wissen, aber trotzdem falsch machen: Ausweichen. Es ist deutlich riskanter. Polizeisprecher Holger Bienert: „Durch das instinktive Ausweichen passieren oft deutlich schwerere Unfälle. Zum Beispiel kann sich der Wagen überschlagen oder er gerät in den Gegenverkehr.“

Hat es dennoch gekracht: Oftmals werden Tiere bei einem Zusammenprall verletzt und bleiben auf der Straße liegen. Auf keinen Fall sollte man „verletzte Tiere anfassen oder versuchen, sie umzulagern“, sagt Polizeisprecher Bienert. Teilweise versuchten Autofahrer auch, das verletzte Tier in ihren Wagen zu laden mit der vermeintlich guten Absicht, es zum nächsten Tierarzt zu bringen. Juristisch betrachtet sei dies sogar verboten. Holger Bienert: „Die Tiere gehören einem nicht.“

Im übrigen, so die Experten des Deutschen Jagdverbands, könnten verletzte Wildtiere in ihrer Panik zubeißen oder ausschlagen und damit den Zweibeinern schwere Verletzungen zufügen.

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