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Als die Social-Media-Welt stillstand

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Fast 40 Prozent der Weltbevölkerung erreicht Facebook.
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Zum Ausfall von Facebook, Whatsapp und Instagram.

Wo waren Sie, als gestern Abend Social Media für einige Stunden verstummte? Ab 18 Uhr stellten WhatsApp, Facebook und Instagram den Betrieb ein. Der Ausfall kann durchaus als größte Störung in der Geschichte des Internets bezeichnet werden. Allein WhatsApp verzeichnet über zwei Milliarden aktive Nutzer pro Monat. Anders als in Deutschland sind darunter Länder, in denen WhatsApp der einzige Kommunikationskanal zur Außenwelt darstellt. Facebook erreicht sogar monatlich mittlerweile fast drei Milliarden Menschen. Das sind fast 40 Prozent der Weltbevölkerung! Wohl noch nie in der Geschichte dieser Welt waren so viele Menschen über den Dienst eines einzigen Unternehmens miteinander vernetzt. Und davon abhängig.

Facebook, Instagram und WhatsApp: eine "funktionale Regierung"?


Die Dienste von Facebook sind mittlerweile weit mehr, als der bloße belanglose Austausch. Für viele bedeuten diese Social-Media-Plattform auch eine finanzielle Geschäftsgrundlage. Der Ausfall gestern hat nicht nur Facebook selbst viel Geld gekostet. Schadenfreunde ist daher fehl am Platz. Spätestens jetzt sollte klar sein, dass Facebook als einzelnes Unternehmen viel Macht auf sich vereint – zu viel? Facebook hat die Nutzer, ihre Daten und das Geld. Was der Konzern genau damit anstellt, ist unbekannt. Frank Pasquale, Rechtswissenschaftler von der Universität Maryland, nannte schon vor wenigen Jahren die großen Internetunternehmen „funktionale Regierungen“, die faktisch Regierungsaufgaben übernehmen würden. Sie regeln den Informationsfluss, prägen die öffentliche Debatte, beeinflussen, was zum Thema wird – ohne wirksame Kontrolle. Wie sehr und wie viele davon mittlerweile abhängig sind, hat der rund sechsstündige Ausfall gestern eindrücklich gezeigt.

Twitter: Wo sich die Facebook-Community versammelte


Ob der „Außenseiter“ Twitter gegen das Quasi-Monopol des Facebook-Konzerns bestehen kann? Zumindest gestern erlaubte sich das Netzwerk eine kleine Stichelei, als der Hauptaccount von Twitter kurz nach dem Ausfall „buchstäblich jeden“ bei Twitter begrüßte. Dort versammelte sich die vor die Tür gesetzte soziale Gemeinschaft und sprach sich Mut zu. Dabei gab es auch einige amüsante Wortwechsel. Twitter bestellte bei McDonalds 59,6 Millionen Nuggets für seine Follower, Alexa meldete sich zu Wort und Instagram wünschte allen etwas ironisch einen „happy Monday“. Ich habe für Sie hier eine kleine Collage aus den witzigsten Tweets zusammengestellt.

  • Aus dem Newsletter der Schwäbischen Post und Gmünder Tagespost
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Auf Twitter versammelte sich nach dem Facebook-Ausfall die vor die Tür gesetzte soziale Gemeinschaft.

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