Am schönsten Ende der Welt

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Leserreise Neuseeland Foto: privat

Was 24 unserer Leserinnen und Leser auf ihrer Tour nach und durch Neuseeland mit Zwischenstopp in Singapur erlebten und welche Eindrücke sie von dort mitbrachten.

Aalen

In den frühen Morgenstunden ging es los. 22 Leserinnen, Leser und Gäste machten sich auf den langen Weg, der alle einmal um den halben Globus führen sollte. Im Bus ging es zunächst nach Frankfurt, wo die Gruppe auf 24 Reisende vervollständigt wurde. Nach 12 Stunden Flug kamen alle wohlbehalten im Zwischenstopp Singapur an. Dort war inzwischen morgens um 7 Uhr, so dass der Tag bei tropischen Temperaturen direkt mit der Erkundung der Stadt begonnen wurde. Reiseleiter David begrüßte alle sehr herzlich, und nach landestypischem Frühstück ging es per Bus auf Stadtrundfahrt durch diese so vielseitige Metropole. Auf dem Programm standen Tempel verschiedener Glaubensrichtungen, Chinatown und das „alte“ Wahrzeichen der Stadt: die Statue des Merlion mit Blick auf den Hafen, auf das lotusförmige Museum und auf das „neue“ Wahrzeichen, das Schiff auf den Dächern: das Marina Bay Sands Hotel.

Nach dem Abendessen ging es nochmals in die City, Singapur bei Nacht. Ein Besuch im Casino rundete den ersten Tag ab. Am nächsten Vormittag konnte jeder die Stadt auf eigene Faust erkunden, bevor es am Nachmittag weiterging mit Little India, der Sultan Moschee und dem Botanischen Garten. Ein letzter Blick auf Singapur bei Nacht und schon ging es auf den Weg zum Flughafen und der nächsten Etappe. Ein herzlicher Abschied von David, der alle bis zum Check-in begleitete und los ging’s nach Auckland, wo alle gegen Mittag wohlbehalten landeten.

Keine Pause für die Rastlosen, und so ging es kleiner Startschwierigkeiten zum Trotz mit Marianne, der Reiseleiterin für die kommenden Wochen, und Kane, dem besten Busfahrer im Land, auf Stadtrundfahrt, bevor im Hotel eingecheckt wurde. Am Abend folgte der erste Höhepunkt, und das im wörtlichen Sinne: Dinner im Restaurant auf 190 Meter im 328 Meter hohen Sky Tower. Das Restaurant dreht sich binnen einer Stunde einmal um die volle Achse, sodass Sonnenuntergang und Abend über Auckland in voller Schönheit genossen werden konnten.

Wer viel sehen will, ist viel unterwegs, und so ging es am nächsten Tag, mit Besuch des Kauri Museums, dem Waipoua Forest und des gigantischen 2000 Jahre alten Kauri Baumes Tane Mahuta, nach Pahia, in der Bay of Islands. Der nächste Tag führte über den 90 Miles Beach ans Cap Reinga, den nördlichsten Punkt, an welchem Tasmanisches Meer und Pazifik zusammenfließen. Guide Roger erzählte, mit kleiner Unterstützung, von Land und Leuten und bot eine Stunt-Einlage mit dem Bus und eigenhändig aus dem Meer gefischten Muscheln. Der Wettergott war leider ungnädig und so wurde es vor allem eine sehr feuchte Ausfahrt, die zurück im Scenic Hotel beim Abendessen mit tollem Service einen versöhnlichen Abschluss nahm.

Der neue Tag brachte strahlendes Wetter und den Besuch des Treaty House. Der Direktor der historischen Anlage, Rehua Selwyn, führte die Gruppe höchstselbst durch das Gelände und gab Einblicke in die Maori Kultur, wie zum Beispiel die Tatsache, dass jeder Maori genau belegen kann, mit welchem der 7 legendären Kanus sein Stammvater im heutigen Neuseeland ankam. Durch das Städtchen Puhoi, gegründet von böhmischen Auswanderern, ging es nun Richtung Süden, vorbei an Auckland hin in eine wahre Bilderbuchlandschaft: Die Coromandel Halbinsel. Hier erwartete die Reisenden der beeindruckende Cathedral Cove sowie der Hot Water Beach, welcher bei Ebbe ein warmes Bad im selbstgegrabenen Pool ermöglicht.

Auf dem Weg nach Rotorua, der nächsten Etappe, durfte ein Stopp am berühmten Filmset Hobbingen aus der Herr-der-Ringe-Trilogie nicht fehlen. Guide Olivia erzählte anschaulich und superfreundlich von den Dreharbeiten und zeigte unzählige Möglichkeiten für Erinnerungsfotos auf. Nach einem Erfrischungsgetränk im „Grünen Drachen“ verließen die Reisenden Mittelerde Richtung Rotorua, bekannt für seine heißen Quellen und Geysire. Der Besuch im Te Puia Reservat der Maori bot neben dem höchsten Geysir der Südhalbkugel den ersten Blick auf Neuseelands Wappenvogel, den Kiwi. Nach dem traditionell im Erdofen zubereiteten Hangi-Dinner besuchten die Reisenden eine kulturelle Tanzdarbietung der örtlichen Maori-Sippe. Ein unerwartetes Highlight war die Rückfahrt ins Hotel mit dem singenden Busfahrer Mr. Troublemaker, alias Max, der trotz seiner Wurzeln auch deutsche Gassenhauer im Repertoire hatte.

Der Folgetag endete nach langer Fahrt, vorbei an Herr-der-Ringe-Drehorten für Mordor, den Schicksalsberg und Rohan, schließlich in der Hauptstadt Wellington. Eine Fahrt mit dem traditionellen Cable Car brachte alle auf den Stadthügel, welcher eine tolle Sicht auf die Stadt bescherte.

Am Morgen hieß es Abschiednehmen, nicht nur von „Windy City“, sondern von der ganzen Nordinsel: Mit der Fähre ging es drei Stunden über die offene See nach Picton. Immer weiter ging es, bis nach Blenheim, der „Hauptstadt des Sonnenscheins“ und damit Zentrum der neuseeländischen Weinerzeugung. Von der Qualität konnten sich alle auf einer Weinprobe bei der finnisch-stämmigen Sato überzeugen. Nach kurzem Stopp in Nelson, welcher eine der Reisenden besonders glücklich machte, erreichte man das Kimi Ora Resort in Kaiteriteri, zweifellos eine der schönsten, wenn nicht die schönste Unterkunft der gesamten Reise und von Teufelskerl Kane, trotz engstem Straßenverlauf meisterhaft angesteuert.

Der nächste Tag brachte eine mehrstündige Wanderung durch den Abel Tazman National Park. Per Boot ausgesetzt ging es mit Guide Karin durch den Dschungel mit seiner unberührten Natur, darunter die schwarzen Bäume, die Zuckerwasser austropfen. Im Anschluss konnte am Strand das mitgebrachte Lunchpaket verpicknickt werden, bevor das Boot wiederkam und alle wohlbehalten und rechtzeitig vor Ladenschluss zurückbrachte.

Ein langer Fahrtag durch erneut sehr vielfältige Landschaften folgte, unterbrochen von malerischen Stopps bei einer Seerobbenkolonie und den bekannten Pancake-Rocks, Gesteinsformationen, die wie aufeinandergeschichtete Pfannkuchen aussehen, und endete in Hokitika, dem Zentrum des neuseeländischen Goldrausches im 19. Jahrhundert. Von dort ging es weiter zum Franz Josef Gletscher. Nirgendwo sonst auf der Welt liegen immergrüner Regenwald und Gletschergebiet so nah beieinander. Einmal mehr spielte der Wettergott Spielverderber, und so konnte die Erkundung des Gletschers nur zu Fuß erfolgen und die Sicht endete an der Nebelwand unterhalb der Gletscherkante. Für Wanderfreunde bot sich dennoch die Gelegenheit, den Weg zurück ins Hotel zu Fuß zurückzulegen. Nach Einbruch der Dunkelheit konnten zudem im nahegelegenen Wald Glow-worms beobachtet werden, kleine Würmchen, welche mittels eines Fadens und daran baumelnden blau leuchtenden Locktropfen auf Nahrungsfang gehen.

Nachdem auch am Morgen keine Lufterkundung möglich war, ging es weiter nach Queenstown, gelegen am Ufer des Wakatipu-Sees und umschlossen von mächtigen Gebirgszügen. Zur Erkundung dieses Tourismus-Zentrums stand der gesamte Folgetag zur Verfügung. Und der hatte es in sich. Abenteuerlustige schossen per Jetboot den Dart River hinunter. Wesentlich weniger adrenalingeladen war die Fahrt mit dem über 100 Jahre alten, liebevoll restaurierten und (fast) voll begehbaren Kohledampfer Earnslaw über den See. Bei untermalender Livemusik am Piano, oder inmitten stampfender Kolben konnte jeder nach Gusto die steil abfallenden Berge genießen. Je nach bisher absolviertem Tagesprogramm war nun letzte Gelegenheit, erneut dem Nationalsymbol Neuseelands, dem Kiwi-Vogel, zu begegnen. Im abgedunkelten Habitat konnte der scheue nachtaktive Vogel besucht werden. Letzter Programmpunkt war die Fahrt mit der Kabinenseilbahn hinauf ins Mountain Top Restaurant mit herrlichem Blick auf die Stadt, den See und die umliegenden Berge zur Dämmerung und Abendstunde.

Nach Abschied von Queenstown ging es an der Bergkette der Remarkables entlang, vorbei an den Mirror Lakes und über eine der schönsten Alpinstraßen der Welt in den Fjordland Nationalpark. Diesmal war der in diesen Breiten mit 300 Regentagen im Jahr quasi alltägliche Niederschlag kein Nachteil. An Bord der luxuriösen Milford Mariner ging es auf den Fjord Milford Sound hinaus, vorbei an unzähligen großen und kleinen Wasserfällen, welche sich in dieser Fülle nur an Regentagen zeigen. Vom Regen und der Schiffsschraube angelockt begleiteten minutenlang ein Dutzend Delfine links und rechts des Schiffes die Fahrt. Sogar ein Pinguin war zu beobachten.

Die Tour führte weiter durch das für seine Viehwirtschaft bekannte Southland, nochmals vorbei an Queenstown zum weltweit ersten, für jedermann möglichen Bungee-Sprungpunkt. Vorbei an Neuseelands höchstem Gipfel, dem Mount Cook mit 3.724 Metern, endete die Fahrt an diesem Tag am Lake Tekapo. Der Gipfel des anliegenden Mount John bietet einen spektakulären Blick auf die weite Ebene. Die dort befindliche Sternwarte profitiert davon, dass im einzigen nahen Ort keine Lichter in den Himmel scheinen dürfen, sodass sich an klaren Nächten der beindruckende Sternenhimmel der Südhalbkugel in voller ungetrübter Pracht beobachten lässt.

Der letzte echte Erlebnistag führte nach Christchurch. Die Stadtrundfahrt zeigte, dass auch elf Jahre nach dem verheerenden Erdbeben viele, aber noch nicht alle Schäden repariert werden konnten, wie zum Beispiel die Kathedrale. Das letzte Abendessen erfolgte im sehr britischen und im Stil der Tudors gehaltenen Restaurant, bevor am Morgen zum letzten Mal die Koffer gepackt wurden. Hier hieß es nun auch Abschied nehmen von Reiseleiterin Marianne und von Kane, der als ruhender Pol die Gruppe mehr als 4.500 Kilometer sicher durch sein Land geführt hatte.

Die Rückreise, erneut über Singapur, verging dank 18 Stunden Dunkelheit wie im Flug, gefolgt von einer letzten Busfahrt von Frankfurt zurück in den heimischen Ostalbkreis. Nach dieser spektakulären 20-tägigen Reise kann dieser Bericht nur an der Oberfläche kratzen. Zu mannigfaltig sind die vielen Eindrücke und Erlebnisse, nach welchen die eine oder der andere Reisende sicher mit einem Wiedersehen liebäugelt. In einem Punkt sind sich sicher alle einig: Diese Reise nach Neuseeland, ans wahrhaftig schönste Ende der Welt, wird für alle unvergesslich bleiben.

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