Annemarie Engelhardt mit Ehrenpreis ausgezeichnet

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Annemarie Engelhardt ist die Erste, die mit dem Ehrenpreis des Kreisfrauenrats ausgezeichnet wird.

Aalenerin wird für ihr Engagement für Frauenrechte geehrt. Appell an junge Frauengeneration.

Aalen. Eine Ehrung für eine Ostälblerin, die seit einem halben Jahrhundert vehemente Verfechterin der Frauenrechte ist. Erfolge, Nachwuchssorgen und die Frage der Ladiesnight, warum geschlechtergerechte Technikgestaltung und Digitalisierung wichtiger ist als je zuvor. Das waren die Dinge, die den Kreisfrauenrat „Ostalb-Frauen im Fokus“ bei ihrem Treffen im Landratsamt beschäftigt haben.

Premiere der Preisverleihung „Bei unserer Gründung hatten wir das Ziel, die Lage der Frauen im Ostalbkreis zu verbessern, ihnen zu einer gleichberechtigten Teilhabe an Entscheidungsprozessen zu verhelfen“, erinnerte Dr. Julia Frank, stellvertretende Vorsitzende. Der Rat habe nun einen Ehrenpreis geschaffen, um das Engagement genau solcher Frauen zu würdigen, die sich für Ziele des Rates einsetzen.

Den ersten Ehrenpreis hat der Kreisfrauenrat jetzt seiner Patin Annemarie Engelhardt verliehen. Die Aalenerin ist eine Verfechterin der Frauenrechte. Und das seit einem halben Jahrhundert. Sie hat den Arbeitskreis „Frau und Politik“gegründet, war Kopf der Kreisfrauenvereinigung Ostalb, brachte den Familienpass, das „Mutter-Kind-Programm“ und die Aktion „mehr Platz für Kinder“ auf den Weg. Die heute 80-Jährige war unter anderem im Frauenunion-Bundesvorstand, Vorsitzende des Landesfrauenrats, Ideengeberin für das Frauenkolleg. Und eben auch für den Kreisfrauenrat in ihrem Heimatlandkreis.

Ziel: Durch die gläserne Decke „Als ich im Kreistag im Altkreis Aalen 1970 angefangen habe, waren wir zwei Frauen unter 50 Männern. Heute sind wir bei 22 Frauen unter 70 Männern“, erinnerte sich Annemarie Engelhardt. Ihr Ziel sei es immer gewesen, Frauen hinein zu begleiten in Gremien, wo etwas entschieden wird. Egal ob in Politik oder Wirtschaft. In vielen Gremien liege die Frauenquote inzwischen bei 30 Prozent. „Da müssen wir durch, durch diese gläserne Decke, in die oberste Etage. Mit 30 Prozent wird man wahrgenommen. Aber erst mit 50 Prozent entscheidet man aktiv mit.“ Als sie sich vor Jahren für Ellwangen, Aalen und Schwäbisch Gmünd jeweils eine eigene Frauenbeauftragte und eine vernetzte Zusammenarbeit gewünscht habe, sei sie als Spinnerin abgetan worden. „Es hat sich gelohnt zu spinnen“, befand die Preisträgerin. Sie dankte ihren „Basisfrauen“: Der Ostalbkreis sei einer der wenigen Kreise, in denen es gelungen sei, einen Kreisfrauenrat zu etablieren. „Ihr macht hier eine unglaublich gute Arbeit.“ Ihr Traum sei es, dass Parteien per Gesetz verpflichtet seien, sowohl einen Mann als auch eine Frau als Kandidaten bei einer Wahl zu präsentieren. Sie dankte der Kreisverwaltung für die finanzielle Unterstützung des Rats.

Dringender Appell „Ich möchte einen Generationenwechsel“, stellte Margot Wagner, Sprecherin des Vorstands fest. Nach neun Jahren im Amt werde sie sich 2022 nicht mehr zur Wahl stellen. „Wir machen eine hervorragende Arbeit, haben schon so viel geleistet“, sagte Ratsmitglied Eva-Maria Markert. „Ich bin wirklich in Sorge. Wir sind in Personalnot. Es muss weitergehen, mit einer jüngeren Generation.“

Ladiesnight „Du hast uns immer echt klasse Frauen angeschleppt“, dankte Wagner Margit Stumpp. Die Bundestagsabgeordnete hatte für die Ladiesnight des Kreisfrauenrats einen Vortrag mit Professorin Dr. Nicola Marsden von der Hochschule Heilbronn organisiert, zu dem sich Frauen aus dem ganzen Land zuschalteten. Thema: die geschlechtergerechte Gestaltung der Technik und Digitalisierung.

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