Auge in Auge mit dem Spinosaurus

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Der Saurier-Park ist das Herzstück des Bogenabenteuers. Im Hintergrund sieht man den Spinosaurus, der zu den größten Zielen gehört. Profis schießen vom blauen Pflock aus, der gelbe ist weiter vorne. Wir wählen Gelb.
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Auf dem Jakobsberg bei Ruppertshofen kann man sich beim Bogenabenteuer auf die Spuren der Saurier begeben. Abenteuerlich ist aber nicht nur das Schießen.

Ruppertshofen-Jakobsberg

Dinosaurier. Die kenne ich nur aus "Jurassic Park" und dem Naturkundemuseum. Dabei kann man die Urmonster in unserer Gegend sogar in freier Wildbahn bewundern. Und wer das Abenteuer sucht, der sollte sich auch mal auf eben diese freie Wildbahn begeben. Gefunden habe ich eine solche in Ruppertshofen. Dort, im Schwäbischen Wald, gibt es auf dem Jakobsberg einen Bogenparcours. Geschaffen vom Verein Bogenabenteuer. Quer durch Wald und Wiese soll der Parcours führen. 40 Bogenziele sind dort versteckt, erfahre ich auf der Homepage. Unter anderem eben auch in einem Saurierpark. Mit ins Boot hole ich da lieber meine Tochter. So alleine mit den Urzeitviechern im Wald – das wäre dann doch vielleicht zu viel des Guten.

Schon bei der holprig-steilen Anfahrt auf den Josefsberg begrüßt uns ein Dino von der Wiese aus. Ein mächtiges Tier. Aus einem Plastik-Gummi-Mix. Besser so, denke ich – und freue mich, im Hier und Jetzt zu leben.

Ohne Wissen geht nichts

Ich habe noch nie einen Bogen in der Hand gehalten. Kein Problem. Kristin Schmitz vom Verein Bogenabenteuer führt uns in die Grundlagen ein. Seitlich stehen statt frontal, den Bogen ein wenig schräg halten, den Pfeil nicht festhalten beim Schießen und den hinteren Ellbogen nach oben nehmen, wenn man den Bogen spannt. "Die Sehne bis zum Mundwinkel ziehen, nicht weiter", erklärt Kristin Schmitz. Und den Bogenarm ein wenig nach außen winkeln. "Den Ellenbogen immer schön hoch", korrigiert Kirstin Schmitz meine Haltung. Eine Art Mantra des Bogenschießens.

Pfeilverlust am Krokodilbach

Ich gebe meinen ersten Testschuss ab. Autsch! Nicht, weil ich den schwarzen Vogel nicht treffe. Prompt habe ich den Bogen nicht weit genug vom Arm gehalten, die Bogensehne meine Haut gestreift. Kerstin Schmitz gibt mir einen Armschutz. Den sollte jeder nehmen, doch ich habe geschlafen. Nun dürfte nichts mehr passieren. Dann erklärt uns die Bogenexpertin noch die Sicherheitsvorschriften. Neben den bekannten Corona-Hygieneregeln ist aber vor allem wichtig: dem Parcours immer nach den Nummern folgen. Und immer erst schießen, wenn alle hinter dem Schützen sind. Leuchtet ein.

Wir laufen durch den Afrikawald, lassen diesen aber aus Zeitgründen aus. Rund drei Stunden würde der ganze Parcours mit den Stationen Afrika, Krokodilbach, Saurierpark und Bärenberg dauern. Auf engen Pfaden durch Springkraut und Brennnesseln schlagen wir uns durch zum Bachufer. Dann, auf der anderen Seite des Baches, entdecken wir einen gefährlich aussehenden Gummigesellen.

Den Ellenbogen immer schön hoch.

Kirstin Schmitz Verein Bogenabenteuer

Zwei Holzpflöcke gibt es an jeder Station. Einen blauen, weiter entfernten für die Profis. Einen gelben für Anfänger. Ich wähle Gelb. Immer. Beherzt spanne ich den Bogen. Unten das Wasser, von oben hängen Äste, mittig das Krokodil. Ich spanne den Bogen, konzentriere mich und lasse los. Der Pfeil landet in den Ästen. Denke ich.

Zehn Pfeile haben wir zu diesem Zeitpunkt noch in unserem Korbköcher, den wir von Station zu Station tragen. Fünf für jeden. Ich treffe bei meinem letzten Schuss das Bein des Krokodils. Können geht anders, aber hier ist der Weg das Ziel. Wie man in dieses trifft, hängt weniger davon ab, wie man es ins Auge nimmt, hat uns Peter Wolfgang Steeb vom Verein Bogenabenteuer noch erklärt. Es geht um die Übung "aus dem Körpergefühl heraus" zu schießen. "Den Bogen raushaben" also. Meine Tochter hat das, ich noch nicht.

Offenbar ist das beim Pfeilesuchen genauso. So sehr wir auch wahrlich abenteuerlich durch die Wildnis stiefeln – einer unserer Pfeile bleibt verschwunden. Vermutlich die Rache des Krokodils. Wir sind bei der Suche zwar allein, beachten aber die trotzdem die Regel, dass einer beim Pflock wartet oder das Ziel abdeckt, falls ein anderer Schütze kommt. Im Gebüsch wird man ja leicht übersehen. Siehe Pfeil. Wer einen seiner Pfeile partout nicht findet, der muss leider bezahlen. Fünf Euro pro Stück. Suchen lohnt sich also, aber ins Wasser wagen wir uns doch nicht. Wir sind ohne Gummistiefel unterwegs.

Auge in Auge mit dem Dino

Apropos Schuhwerk. Robust sollte es schon sein, denn nach dem Regen ist der Waldboden hier und da durchaus aufgeweicht. Vor allem auch im Saurierpark. Dort versuchen wir uns an einem kleinen beweglichen Ziel. Ein Minisaurier lässt sich an einem Seil durch den Wald ziehen. Wir treffen – nichts. Dann doch besser das große, feststehende Ziel. Der Spinosaurus. 15 Meter lang wie in "Urform", wie eine der vielen Schautafel erklärt, ist er zwar nicht – zu übersehen aber auch nicht. Wäre er echt, würde der Fleischfresser uns sicherlich ohne Zögern verspeisen. Aber so abenteuerlich muss es dann doch nicht sein.

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Der Saurier-Park ist das Herzstück des Bogenabenteuers. Im Hintergrund sieht man den Spinosaurus, der zu den größten Zielen gehört. Profis schießen vom blauen Pflock aus, der gelbe ist weiter vorne. Wir wählen Gelb.
Kristin Schmitz erklärt die Grundlagen.
Übers Wasser, durchs Dickicht. Man muss konzentriert sein, wenn man das Krokodil treffen will. Ein Pfeil geht verloren.
Getroffen, aber nicht totzukriegen. Der Gummi-Spinosaurus.

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