Autokorso statt Corona-Demo in Durlangen

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Landratsamt verbietet in Durlangen geplanten Aufzug "Sofortiges Ende des Lock Downs"

Das Landratsamt untersagt die für den heutigen Donnerstag geplante Versammlung. Ein Autokorso von 16.30 Uhr bis 18 Uhr darf unter Auflagen stattfinden

Durlangen. Wie die Landkreisverwaltung mitteilt, wurde für den heutigen Donnerstag, 19. November eine Versammlung in Durlangen unter dem Motto "Sofortiges Ende des Lock Downs" mit bis zu 50 Personen angemeldet. Das Landratsamt Ostalbkreis hat die geplante Versammlung gegenüber dem Initiator mittels einer förmlichen Verfügung untersagt.

Wie das Landratsamt am Nachmittag mitteilt, hat der Initiator der untersagten Versammlung daraufhin einen Autokorso beantragt, der sich gegen die Untersagung des Landratsamt richten soll. Der Autokorso von 16.30 Uhr bis 18 Uhr wurde unter Auflagen genehmigt. Er wird bei der Gemeindehalle Durlangen starten und enden. Vertreter der Gemeinde, des Landratsamts und der Polizei werden vor Ort sein, so das Landratsamt. Der Polizei wurde keine Auffälligkeit gemeldet, heißt es am Abend. Mehr zur Protestaktion, lesen Sie hier.

Uniformierungsverbot 

Rechtsgrundlage ist das Versammlungsgesetz, wonach eine Versammlung beschränkt oder verboten werden kann, wenn nach den erkennbaren Umständen die öffentliche Sicherheit und Ordnung bei Durchführung der Versammlung oder des Aufzuges unmittelbar gefährdet ist. Bei einem im Rems-Murr-Kreis durchgeführten Aufzug unter gleichem Motto trugen alle Teilnehmer einen weißen Schutzanzug zusammen mit einer roten Armbinde mit einem C als Symbol auf derselben. Außerdem war der dortige Aufzug durchgehend in einer Marschformation durchgeführt worden, die stark an eine militärische Marschordnung erinnerte. Verstärkt wurde das ganze durch das Mitführen von Fackeln. Laut Versammlungsgesetz ist es verboten, öffentlich oder in einer Versammlung Uniformen, Uniformteile oder gleichartige Kleidungsstücke als Ausdruck einer gemeinsamen politischen Gesinnung zu tragen. Die offensichtlich bestehenden Bezüge zu historischen bzw. politischen Uniformen wurden auch von der Presse aufgegriffen und vom Veranstalter selbst bestätigt. Dass auch die Gesichtsmasken Teil der Verkleidung waren und nicht nur dem Erfüllen der Corona-Schutzmaßnahmen dienen sollten, zeigt sich schon daran, dass diese ebenfalls abgestimmt waren.

Mehrere Demonstrationen geplant

Nachdem der Initiator der Presse gegenüber angekündigt hat, dass derartige Veranstaltungen in nächster Zeit auch in anderen Orten stattfinden sollen, ist davon auszugehen, dass die angemeldete Versammlung in gleicher Art und Weise erfolgen soll, wie die unter dem gleichen Motto bislang durchgeführten Versammlungen. Das Landratsamt Ostalbkreis hat deshalb unter Berücksichtigung aller Interessen, insbesondere auch der grundgesetzlich geschützten Meinungs- und Versammlungsfreiheit, die heute in Durlangen angekündigte Versammlung vollständig verboten.

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