B29 mit Photovoltaik überdachen?

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Symbolfoto

Die Landräte des Ostalbkreises und des Rems-Murr-Kreises haben Landesverkehrsminister Winfried Hermann einen Vorschlag gemacht. 

Aalen. Ungenutzte Flächen entlang von Bund- und Landesstraßen in Baden-Württemberg will das Land interessierten Energieversorgern für Photovoltaikanlagen zur Verfügung stellen. Landrat Dr. Joachim Bläse, Ostalbkreis, und Landrat Dr. Richard Sigel, Rems-Murr-Kreis, bringen jetzt die B 29 in Spiel, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

In einem gemeinsamen Schreiben an Landesverkehrsminister Winfried Hermann schlagen sie vor, entlang dieser Bundesstraße, die durch beide Landkreise führt, die Idee einer „Schwäbischen Route du Soleil“ mit Photovoltaik entlang der Trasse umzusetzen. Denkbar ist aus Sicht der Landräte auch ein Pilotprojekt nach Schweizer Vorbild, bei dem die Fahrbahn mit Photovoltaik überdacht wird.

60 Kilometer Sonne

Das Klimabündnis Weinstadt hatte einen Impuls für die Fortsetzung der herausragenden interkommunalen Zusammenarbeit bei der Landesgartenschau 2019 gesetzt und vorgeschlagen, eine „Schwäbische Route du Soleil“ von Fellbach bis Essingen an der B 29 zu errichten. Das wären 60 Kilometer Sonne, die genutzt werden können. Wenn Böschungsflächen oder Lärmschutzbauwerke dafür genutzt würden, könnten wichtige Ackerflächen geschont werden. Dadurch würde der Klimaschutz gestärkt, dies durch ein erhebliches Potenzial an Energieerzeugung und CO2-Vermeidung.

Zuvor war es nicht gelungen, alle Energieversorger an der „Remstalautobahn“ innerhalb der Frist zur Interessensbekundung für eine gemeinsame Bewerbung zusammenzubringen. Beworben haben sich die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd, Weinstadt und Schorndorf. „Wir möchten dazu beitragen, hier eine interkommunale Zusammenarbeit zu stärken, wenn Sie, sehr geehrter Herr Minister Hermann, Realisierungschancen dafür sehen. An dieser Stelle möchten wir auch noch auf das Projekt der Schweiz hinweisen, die 1,6 Kilometer Autobahn überdachen. Mit dem Projekt sind sicherlich hohe Kosten verbunden, aber laut den bisherigen Berichten können mit der Überdachung von 1,6 Kilometer Autobahn 50 Gigawattstunden Strom erzeugt werden“, so die Landräte.

Die Überdachung hat aus Sicht von Bläse und Sigel weitere Vorteile. So wird kein zusätzlicher Flächenerwerb notwendig und die oft problematischen Themen Naturschutz, Artenschutz und Versiegelung oder Eingriffsausgleich sind hier kein Thema.

„Unseres Erachtens sind dies für die Erneuerbaren Energien Faktoren, die nicht zu vernachlässigen sind. In jedem Fall sollte bei Sanierungen oder Ausbauarbeiten von Straßen eine Überdachung in Erwägung gezogen werden, da sich anders als bei nachträglichem Errichten der technischen Anlagen die erforderlichen Installationen sofort mit geplant und gebaut werden können. Außerdem kann auch das notwendige Stromnetz mitverlegt werden“, erklären Bläse und Sigel. Der Rems-Murr-Kreis und der Ostalbkreis sehen in dem Projekt „Photovoltaik an Bundesstraßen“ demnach ein großes Potenzial.

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