Bauern sauer wegen Interview

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Bei Sonnenschein sicherlich nicht der schlechteste Job - einfach auf der Wiese herumstehen.

Bauernverband Ostalb-Heidenheim nimmt Stellung zu Interview mit Hannes Jaenicke.

Aalen. In einem in dieser Zeitung veröffentlichten Interview hatte Hannes  Jaenicke sich sehr kritisch insbesondere zur Milchwirtschaft geäußert. Das hat den Vorsitzenden des Bauernverbandes Ostalb-Heidenheim, Hubert Kucher, in Harnisch gebracht. Allein schon, dass den Landwirten unterstellt werde, „dass wir unsere Milchkühe quälen, ist eine Verleumdung aller milchviehhaltenden Familien“, erklärt Kucher. Zum allgemeinen Wohlbefinden einer Kuh gehöre sauberes, frisches Wasser, einwandfreies, gutes Futter und ein Luftklima entsprechend der Tierzahl, zählt Kucher auf. Außerdem gehörten zum Standard für einen Kuhstall automatische Kuhbürsten für die Fellpflege, trockene Liegeflächen, regelmäßige Klauenpflege, zwei bis drei Melkzeiten am Tag und wiederholte Kontrollen der Tiere. „Sozialer Kontakt durch den Landwirt ist dadurch ebenfalls gegeben“, so Kucher. Das Lebensalter einer Kuh hänge von vielen Faktoren ab. Es gebe Kühe, „die sind 15 und mehr Jahre alt, es gibt aber auch Kühe, die den Stall nach wenigen Jahren verlassen“, so Kucher weiter. „Weil unsere Kühe gesund und fit sind, geben sie Milch von hoher Qualität, die täglich geprüft wird“, ist Kucher überzeugt. Milch sei im Übrigen „das am besten untersuchte Nahrungsmittel“. Laufstallsysteme seien bei allen Ställen „ziemlich gleich“, wobei die Richtlinien von Bioland oder Demeter mehr Platz und Auslauf verlangten.

Für die unterschiedlichen Phasen der Tierhaltung haben die Landwirte sich eingerichtet, berichtet Kucher. Es gebe den Kälberstall, der optimal auf Kälber eingerichtet ist. Der Abkalbestall ist speziell für die Geburt der Kälber ausgestattet. Der Stall für die melkenden Kühe unterscheide sich vom Stall der Trockensteher, in dem die Kühe sich acht Wochen vor der Geburt eine Auszeit nehmen und sich auf die Geburt vorbereiten. Wenn ein Tier dennoch mal krank werde sei es „unsere Pflicht, dem Tier zu helfen“, sagt Kucher. Eine vielfältige Dokumentation der Arzneimittel und Kontrolle von Amts wegen verhindere Missbrauch. „Über jeglicher Tierhaltung stehen die Siegel Qualität BW, Qualitätssicherung Milch, Qualitätssicherung Fleisch, Betreuungsvertrag Tierarzt“, ergänzt Kucher weiter.

„Wir Landwirtschaftsfamilien sind der Meinung, dass es unseren Tieren sehr gut geht, sonst könnten wir diese Berufung an 365 Tagen im Jahr nicht leisten“, erklärt Kucher. Milchviehhalter bemühten sich „permanent um eine stetige Verbesserung und Optimierung der Haltungsbedingungen, sorgen für viel Milch aus Grundfutter, was sehr wichtig für die CO2-Bindung und den Klimaschutz ist“. Und er lädt die Menschen ein; „Kommen Sie auf unsere Bauernhöfe. Gehen Sie zum Bauern. Besuchen Sie den Tag des offenen Hofes. Machen Sie sich selbst ein Bild über Lust oder Frust an Milch.“

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