Bei weiterer Hitze wird's kritisch

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Ferienzeit und Hitze lassen die Vorräte in den Blutbanken schrumpfen: Noch ist die Versorgung aber gesichert.

Vorräte gehen zur Neige. Mögliche Spender sind in Urlaub oder nehmen "hitzefrei". DRK: angespannte Versorgungslage.

Aalen / Schwäbisch Gmünd

Tropische Hitze seit Wochen. Viele fahren ihre Aktivitäten auf ein Mindestmaß herunter. Das trifft auch die Blutspender. Manchen ist es einfach zu heiß, um zusätzlich aus dem Haus zu gehen, andere fürchten um ihren Kreislauf. "Auch bei diesen Temperaturen steht einer Blutspende nichts im Wege", sagt Stefanie Fritzsche, Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg. Wichtig sei es vorher ausreichend zu trinken, "zwei bis drei Liter sind bei diesen Temperaturen angeraten". Fritzsche spricht von einer "seit einigen Wochen auf Grund der Hitze und in Verbindung mit der Reisezeit angespannten Versorgungslage".

Es kämen, auch in der Region Ostwürttemberg, durchschnittlich rund zehn bis 15 Prozent weniger Blutspender als erhofft. Aktuell könne man die Versorgung der Krankenhäuser noch gewährleisten. "Wie es die nächste Tagen und Wochen ausschaut, kann ich jedoch im Hinblick auf die Temperaturen noch nicht abschätzen." Benötigt werden in Baden-Württemberg durchschnittlich 1700 Blutspenden täglich. "Am dringendsten wird die Blutgruppe Null benötigt, da diese universell einsetzbar ist und daher den höchsten Bedarf hat", betont Fritzsche.

Noch läuft der Klinikbetrieb in der Region ohne große Einschränkungen. "Die Blutbank in Ulm, die für uns zuständig ist, beliefert uns noch anständig", sagt der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd, Dr. Jens Mayer. Er habe in anderen Regionen in der Sommerzeit weniger gute Erfahrungen gesammelt. Weil Blutkonserven ja eine gewisse Haltbarkeit haben, sei die Situation noch nicht kritisch. Ungewöhnlich sei es nicht, dass "in den Sommermonaten geplante Operationen auch einmal verschoben werden. Für Notfälle sind wir natürlich immer da".

Urlaub und Hitze

Dass erst gar keine Engpässe entstehen, dafür strampeln sich vor allem viele Ehrenamtliche in den DRK-Ortsvereinen ab. Beispiel Waldstetten: "Bei uns sind bis zu 40 Helfer im Einsatz, auch beim nächsten Blutspendetermin am 19. September", das sagt der DRK-Ortsvorsitzende und Bereitschaftsleiter Martin Ehrmann. Er erwartet dabei den 22 000. Blutspender in der Gemeinde und hofft, dass an diesem Tag wie erwartet bis zu 250 Blutspender kommen werden. Die Hitzewelle ist dann wohl Vergangenheit. Der erfahrene DRK-Mann kennt den Sommer-Engpass beim Blutspenden. "Da kommen einfach mehrere Faktoren zusammen. Viele Leute sind gerade in diesen Wochen in Urlaub, auch unsere Mehrfachspender." Die Hitze halte mögliche Spender ab.

Für mich ist das kein Problem.

Christof Preiß Blutspender

Blut spenden bei Hitze? "Für mich ist das kein Problem", sagt der Gmünder CDU-Stadtrat und Architekt Christof Preiß. Er zählt zu den fleißigen Spendern, wurde unlängst für 25-maliges Blutspenden ausgezeichnet. "Ich mache das drei bis vier Mal im Jahr, häufiger sollte man nicht gehen." Wer einen stabilen Kreislauf habe, könne bei jeder Wetterlage Blut spenden. "Es gibt halt Leute, denen ist es mal zu heiß, mal zu kalt, ich nehme es einfach wie es ist."

Essen muss sein

Martin Ehrmann weiß, wie man sich als Blutspende-Veranstalter einen guten Namen macht: "Wir legen Wert auf eine gute Organisation." Im besten Fall könnten Blutspender in einer Stunde fertig sein. Kleinere Wartezeiten akzeptierten die Blutspender aber. Obligatorisch ist bei Blutspendeterminen ein anschließender Imbiss. "Das muss sein, damit die Leute rasch wieder zu Kräften kommen, dass sie nicht direkt nach der Abnahme gleich in den Alltag stürzen." Unter Blutspendern sei auch bekannt, welche Küche besonders zu empfehlen ist. "Die Wurstplatte von früher haben wir heute nicht mehr, die Ansprüche sind schon etwas gestiegen", sagt Ehrmann. Allerdings sei es bei dem Wetter auch nicht förderlich, um 16 Uhr ein Schnitzel zu servieren. "Da ist etwas Kaltes vielleicht doch besser." Zur perfekten Organisation gehört auch die Terminierung. "Darauf haben wir keinen direkten Einfluss, das macht der DRK-Blutspendedienst", so Martin Ehrmann. Allerdings werde darauf geachtet, dass nicht innerhalb weniger Wochen ein Termin im Nachbarort stattfindet.

Einen Wunsch hat Stefanie Fritzsche: "Da nur rund 3,5 Prozent der Menschen regelmäßig Blut spenden, sind jetzt vor allem die gefragt, die bisher nicht Blut spenden waren oder bei denen es schon sehr lange her ist."

Tipps für Blutspender

Eine Blutentnahme ist nicht von der Jahreszeit abhängig, sagt der DRK-Blutspendedienst. Gesunde Menschen mit einem Mindestkörpergewicht von 50 Kilogramm und einem Alter zwischen 18 und 68 Jahren (nach individueller Entscheidung der Ärzte auch ältere Menschen) können trotz sehr hohen Temperaturen sorglos Blut spenden. Außerdem vergewissert sich ein Arzt vor Ort zusätzlich über die körperliche Eignung des Spenders. Denn auch die Tagesform entscheidet über die Tauglichkeit der Spender.

Blutspender müssen genügend Flüssigkeit zu sich nehmen und ausreichend viel essen. Um den Kreislauf nach der Blutspende nicht zu stark zu belasten, sollte der Spender anschließend auf hohe körperliche Belastung verzichten. Hierzu gehört auch ein Sonnenbad in der prallen Hitze.Von der Blutspenden profitieren übrigens auch die Spender, denn schließlich wird ihr Blut auf jegliche Besonderheiten und Aufälligkeiten getestet.

Blendspende-Termine im August (laut DRK-Homepage):

13. August 15 bis 19 Uhr: Aalen, in der Ulrich-Pfeifle-Halle

16. August 15.30 bis 19.30 Uhr: Stödtlen, Liashalle

23. August 14.30 bis 19.30 Uhr: Schwäbisch Gmünd-Bettringen, Uhlandhalle

27. August 14.30 bis 19.30 Uhr: Aalen-Fachsenfeld, Turnhalle

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