Komplizierte Rettung eines Gleitschirmfliegers in Waldstetten

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Bergwachteinsatz in Waldstetten.

Nach etwas mehr als drei Stunden konnten die Gmünder Bergretter den Piloten sicher auf festen Boden abseilen.

Waldstetten

Aus 25 Metern höhe musste am Sonntag ein Paraglider in Waldstetten gerettet werden, wie die Polizei berichtet. Eigenen Angaben zufolge hatte sich der Schirm des 40-Jährigen gegen 16 Uhr wegen einer Windböe in einem Baum verfangen. Demnach war der der Mann im Bereich des Waldes unterhalb der Skihütte in der Luft unterwegs, als ihn die Windböe traf, sein Gleitschirm sich verdrehte und er in einem Spiralflug in den Baum flog. Obwohl der Mann allem Anschein nach unverletzt blieb, wurde er sicherheitshalber in ein Krankenhaus gebracht. Mit im Einsatz war auch die Bergwacht Schwäbisch Gmünd, die nach eigenen Angaben um 18.38 Uhr alarmiert wurde. Die Bergretter sprechen von einer „komplizierten Rettung“.

Ein zufällig vorbeikommender Bergretter wurde bei der Suche nach einem abgestürzten Gleitschirmflieger um Hilfe gebeten. Dies hat sich laut Markus Becker, Pressesprecher der Gmünder Bergwacht, als wertvoller Zeitvorteil herausgestellt, da bereits von Anfang an Überlegungen zum Vorgehen bei der Rettung angestellt werden konnten.

Der Gleitschirm des Piloten verfing sich zuvor in einer Baumkrone. Zwar habe das verhindert, dass es zu einem Aufprall auf den Boden kam, eröffnete den eintreffenden Rettungskräften jedoch eine äußerst komplizierte Ausgangssituation für die Rettung. Der Pilot hing in etwa 25 Metern Höhe und etwa fünf Meter vom nächsten Baumstamm entfernt im Gurt seines Gleitschirms. Die Lageerkundung der Einsatzkräfte schloss ein einfaches Abseilen des Piloten sowie eine Rettung durch einen Hubschrauber aus. Die einzige Option war die Rettung des Piloten vom Boden aus, erklärt die Bergwacht.

Nach Rücksprache mit einem Gleitschirmspezialisten vom „Gleitschirm- und Hängegleiter e.V. Drei-Kaiser-Berge Waldstetten“, auf dessen Gelände der Unfall passierte, entschieden sich die Bergwacht-Einsatzkräfte für eine redundante Sicherung des Piloten. Ein Bergretter stieg am Stamm des Baumes auf, warf dem Piloten ein Seil zu, mit dem sich dieser sichern konnte. Die zweite Sicherung erfolgte über ein Seil, das von unten über den festhängenden Gleitschirm umgelenkt wurde.

Nach etwas mehr als drei Stunden konnten die Gmünder Bergretter den Piloten sicher auf festen Boden abseilen, wo er direkt von einem Bergwacht-Arzt untersucht wurde.

„Das war eine technisch äußerst anspruchsvolle Rettung, vergleichbar mit der des vor fünf Jahren abgestürzten Ultraleichtflugzeugs bei Degenfeld“, erklärt der Einatzleiter der Bergwacht Schwäbisch Gmünd im Nachgang der Rettung. Einer der Bergretter ergänzte: „Uns kommt hier unsere gute Ausbildung zu Gute, die speziell ausgelegt ist für die Rettung von Menschen aus unwegsamem Gelände sowie der Höhenrettung“.

Glück im Unglück hatte auch ein 62-jähriger Paraglider am Sonntagnachmittag in Aalen. Wegen Gegenwinds brach der Vortrieb seines Gleitschirms zusammen, sodass ein Zusammenklappen des Schirms drohte. Dieser verfing sich jedoch nur in einer Baumreihe.

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