Betrugsmasche: Falsche Europol-Anrufe

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Neueste Betrugsmasche: Anrufe von Europol, Interpol oder dem Bundeskriminalamt.
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Auch im Ostalbkreis sind die Telefonbetrüger aktuell aktiv. Frau aus dem Rems-Murr-Kreis überweist 10 000 Euro. Was die Polizei rät. 

Aalen. Nun also die neueste Betrugsmasche: ein Anruf von Europol, Interpol oder dem Bundeskriminalamt. Die Botschaft: Datenmissbrauch mit dem Ausweis. Die Stimme am anderen Ende der Leitung: maschinell oder auch real. Das Ziel der Betrüger wie schon bei Enkeltrick und Co.: sich möglichst viel Geld zu ergaunern. Offiziell seit dem 11. April schlägt das Bundeskriminalamt Alarm wegen "Bun­des­wei­t be­trü­ge­ri­schen An­ru­fe an­geb­li­cher Mit­ar­bei­ter ver­schie­de­ner Po­li­zei­be­hör­den". 

"Auch hier sind schon Anzeigen deswegen eingegangen. Quer durch alle Reviere", sagt Holger Bienert, Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen. Leider würden immer wieder Menschen auf solche Betrugsmaschen hereinfallen - ob nun Enkeltrick oder falsche Polizeibeamte. Auch bei der aktuellen Betrugsmasche hätten Menschen aus der Region Geld überwiesen.  

Zwei Beispiele für Anrufe: 

Zwei Anrufe allein am Dienstagmorgen gingen bei der Besitzerin eines Handys in Aalen ein. Unbekannte Nummer, beim ersten Mal hob sie ab. Eine maschinell erzeugte Stimme gibt sich als Europol aus, informiert auf Englisch, dass die Daten des Personalausweises missbraucht worden seien. Und fordert beim ersten Mal zum Drücken der Ziffer eins auf. Die Handybesitzerin legt auf. Beim zweiten Mal, als wieder eine unbekannte Nummer anruft, geht sie gar nicht ran. Dann ist Ruhe.

Eine 24-jährige Frau aus Oppenweiler (Rems-Murr-Kreis), ging den Betrügern nach Polizeiangaben aber zunächst ins Netz, als sie von einer ausländischen Nummer kontaktiert wurde. Der Anrufer meldete sich als Mitarbeiter von Europol und hielt der Frau vor, sie unterhalte unterschiedliche Konten im Ausland. Zur weiteren Klärung solle sie durch die Installierung einer Fernwartungssoftware einen Zugriff auf ihren Rechner erlauben. Zudem wurde das Opfer dazu gebracht, über 10 000 Euro auf ein Auslandskonto zu überweisen. Nach dem Gespräch kontaktierte sie ihre Bank und stoppte die Transaktion noch rechtzeitig.

Bei ihren Anrufen würden die Täter oft ein spezielles technisches Verfahren nutzen, weshalb ihre Opfer eine tatsächlich zu Europol/Interpol oder einer deutschen Polizeidienststelle gehörende Telefonnummer angezeigt bekommen würden, informiert das Polizeipräsidium Aalen. Die Polizei würde aber niemals dazu auffordern, Geld ins Ausland zu überweisen.

Bienert rät, wie immer bei solchen Anrufen, sofort aufzulegen. Auf keinen Fall solle man persönliche Daten am Telefon preisgeben und auch niemals Geld überweisen. "Die angezeigte Nummer auch nie zurückrufen", sagt Holger Bienert. "Das kann unter Umständen sehr teuer werden." Wolle man Kontakt mit dem örtlichen Polizeirevier, solle man sich die Nummer immer selbst heraussuchen.  

Dazu rät die Polizei :  

- Geben Sie auf keinen Fall private Daten z.B. Bankkonto- oder Kreditkartendaten oder Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal) heraus.
- Folgen Sie nicht den Aufforderungen der Anrufer, lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln oder unter Druck setzen - legen Sie einfach auf.
- Rufen Sie umgehend die echte Polizei an. Nutzen Sie hierzu nicht die Rückruftaste, sondern wählen Sie die Nummer neu!
- Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner oder Ihr Mobiltelefon, beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware und der Herausgabe von entsprechenden Codes.
- Sollten Sie dennoch Opfer der Betrüger geworden sein: - Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet und fahren Sie ihn runter. Ändern Sie über einen nicht infizierten Rechner unverzüglich betroffene Passwörter.
- Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen und das Fernwartungsprogramm auf Ihrem Rechner löschen.
- Nehmen Sie Kontakt zu den Zahlungsdiensten und Unternehmen auf, deren Zugangsdaten in den Besitz der Täter gelangt sind.
- Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits getätigte Zahlungen zurückholen können.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

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