Bläse: Klimaschutz aus der Mitte der Gesellschaft

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Die Umweltministerin des Landes, Thekla Walker.

Starke Online-Beteiligung beim 13. Klima-Forum-Ostalb mit Umweltministerin Thekla Walker.

Aalen. Der Europoint Ostalb hatte gemeinsam mit dem Energiekompetenz-Ostalb zum 13. Klimaforum eingeladen. Aufgrund der aktuellen pandemischen Lage musste die eigentlich in Teilpräsenz geplante Veranstaltung online durchgeführt werden. Rund 100 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, um mit Umweltministerin Thekla Walker und Landrat Dr. Joachim Bläse über die Fortschritte beim Klimaschutz zu diskutieren.

Bläse freute sich über die Aufbruchsstimmung in der Region. Das vergangene Jahr bezeichnete er aber als enttäuschend im Hinblick auf die Klimapolitik der globalen Staatengemeinschaft und hob den Green Deal der Europäischen Kommission als große Chance hervor. Die Aufbruchsstimmung, die im Ostalbkreis zu spüren sei, wünsche er sich auch auf nationaler Ebene. An die virtuelle Runde gerichtet stellte er daher die Frage: „Was können wir im Ostalbkreis dazu beitragen, die Klimaziele bis 2040 umzusetzen?“

Mit Blick auf die Wirtschaft in der Region gab der Landrat zu bedenken, dass diese nicht von heute auf morgen auf Klimaneutralität umstellen könne. Zur Sprache kam dabei auch das Thema Kompensation. Es brauche die gesellschaftliche Mitte, um Dinge voranzubringen und diese sah Bläse bereits mit an Bord.

Auch die Umweltministerin des Landes, Thekla Walker, lobte das Engagement des Ostalbkreises und betonte die essentielle Rolle der Regionen, ohne die die Energiewende nach dem Motto „global denken - lokal handeln“ nicht umgesetzt werden könne. Den Weltklimagipfel in Glasgow bezeichnete sie trotz der bekannten Schwächen als großen Meilenstein für die internationale Staatengemeinschaft und deren Willen zur Zusammenarbeit beim Klimaschutz. Die Ziele von Glasgow müssten jetzt aber mit verbindlichen Maßnahmen hinterlegt werden.

Auch den Green Deal und das dazugehörige Fit-for-55-Paket der EU-Kommission bezeichnete sie als großen Schritt und machte Mut zu einer positiven Sichtweise. Deutschland sah sie in einer besonderen Rolle und Verantwortung innerhalb der EU, den Prozess zu einem guten Ende zu führen.

Die Klimapolitik auf EU- und Bundesebene sei sehr ambitioniert und habe das Zeug zu echten Veränderungen, jedoch müsse jetzt weiter ausgehandelt werden, damit konkrete Maßnahmen auf den Tisch kämen. Vor allem auch der soziale Ausgleich müsse eine große Rolle beim Klimaschutz spielen, so Walker. Baden-Württemberg habe ambitionierte Ziele gesetzt.

Die Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren inhaltlich sehr fundiert und sparten teilweise auch nicht an Kritik an getroffenen Entscheidungen unterschiedlichster staatlicher Ebenen. Diskutiert wurden u. a. die Themen Freiwilligkeit versus gesetzlicher Regelungen bei der Umstellung auf erneuerbare Energien, Fördermöglichkeiten für Kommunen, fehlende Netzkapazitäten, Landwirtschaft und Klimaschutz aber auch darüber, dass Kommunen mehr von erneuerbaren Energien profitieren sollten, um so einen größeren Anreiz für die Umsetzung des Flächenziels zu setzen.

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