Breitband: Die Lage auf der Ostalb

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Viel Geld fließt in den Internet-Ausbau. Reicht das aus und wo stehen wir? Die SchwäPo hakt beim Landratsamt nach.

Ellwangen/ Aalen.

SchwäPo: Bis Ende 2025 und damit kurz nach Ende der aktuellen Legislaturperiode im Land soll ganz Deutschland über schnelle Gigabit-Netze versorgt sein. Schaffen wir das für den Ostalbkreis? Warum, oder warum nicht?

Katharina Oswald, persönliche Referentin des Landrats: Im Ostalbkreis werden bis Ende 2024 die weißen Flecken (d. h. aktuell <30 Mbit/s) mit gigabitfähigen Breitbandnetzen versorgt sein. Der Ausbau der hellgrauen Flecken (Bandbreite >30 Mbit/s aber <100 Mbit/s) startet im Ostalbkreis gerade mit der Markterkundung. Die Umsetzung wird sich bis in die zweite Hälfte dieses Jahrzehnts hinziehen. Die Umsetzung ist abhängig davon wann der Bund und das Land die entsprechenden Förderprogramme freigeben und die entsprechenden Fördermittel zur Verfügung stellen.

Bis zu 90 Prozent der Kosten übernehmen Bund und Land, 10 Prozent die Kommunen. Viele Gemeinden sagen: Das reicht nicht, auch wegen teils massiv gestiegener Kosten des Ausbaus. Sollte das Land mehr in diese wichtige Zukunftstechnologie investieren?

Im Ostalbkreis können aktuell alle Kommunen den geforderten Eigenanteil von 10% stemmen. Eine Gesamtförderquote von 90% ist schon eine sehr komfortable Basis für einen Ausbau nach dem Betreibermodell, da hier die Kommune langfristig auch Pachteinnahmen generieren kann.

Vor allem in den ländlichen Bereichen der Ostalb sind Funknetze der großen Anbieter oft nicht verfügbar. Welche Möglichkeit hat der Landkreis, um hier einzuwirken? Kann der Breitbandausbau dabei helfen?

Bei Mobilfunknetzen ist die Einflussmöglichkeit des Landkreises gering, da dieser Bereich komplett privatisiert ist. Der Landkreis und die Kommunen bieten die Glasfasertrassen allen Mobilfunkanbietern als Zuführungsstrecken zu den Mobilfunkbasisstationen an. Ebenso sucht der Landkreis das Gespräch mit allen Anbietern, um sie auf die teilweise schwierige Mobilfunkversorgung hinzuweisen.

Was sind aus Sicht des Landkreises die größten Hindernisse beim Breitband- und Funknetzausbau?

Bei Mobilfunkausbau die geringe Bereitschaft, zusätzliche Mobilfunkstandorte für die Basisstationen zu akzeptieren. Bei Breitbandausbau die Bereitschaft, lange Realisierungszeiträume für den Aufbau einer komplett neuen Telekommunikationsinfrastruktur zu akzeptieren. Dies führt in der Folge dazu, dass die Ballung von Ausbauaktivitäten mit einer begrenzten Kapazität von Planungsleistungen und Tiefbauleistungen zusammen fällt. Eine strategische Ausbauplanung für ein flächendeckendes Glasfasernetz sollte einen Zeitraum von 30 Jahren umfassen.

Jürgen Kunze

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