Brenzbahn soll elektrifiziert und ausgebaut werden - stündliche Expressverbindung geplant

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Die in die Jahre gekommene Brenzbahn soll zukunftsfähig gemacht werden. Archivfoto: opo

Land, Region und Deutsche Bahn unterzeichnen Absichtserklärung.

Stuttgart. Die Brenzbahn verbindet die Städte Ulm und Aalen und ist eine wichtige Eisenbahnstrecke für die Menschen und die Wirtschaft im Raum Ostwürttemberg und der Region Donau-Iller. Auf Initiative des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann MdL üben Land, Region und Deutsche Bahn einen Schulterschluss, um wichtige Ausbauschritte und die Elektrifizierung der bisher durchgehend eingleisigen Strecke anzugehen. Dazu wurde am heutigen Freitag (4. Dezember) von den Beteiligten eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das meldet das Ministerium für Verkehr am Freitagnachmittag.

Verkehrsminister Winfried Hermann äußerte sich erfreut über den Schulterschluss: "Die Vereinbarung zeigt konkrete Planungsschritte auf, die wir nun gemeinsam mit der Region und der Deutschen Bahn angehen werden. Wir werden den Personen- und Güterverkehr auf der Brenzbahn leistungsfähig und umweltfreundlich weiterentwickeln. Wir müssen diese günstige Situation zielstrebig nutzen, um die in die Jahre gekommene Brenzbahn zukunftsfähig zu machen. Dazu zählen ein besseres Angebot mit engen Takten und natürlich die Elektrifizierung."

Bläse: Der Ostalbkreis freut sich

Dr. Joachim Bläse, Landrat des Ostalbkreises: "Für das Thema Mobilität und für das zukünftige Mobilitätsverhalten ist der Schienenverkehr von großer Bedeutung. Die Brenzbahn ist die zentrale Schienenachse in Ostwürttemberg und verbindet die Innovationsregionen Ulm, Heidenheim und Aalen. Aufgrund der bekannten Engpässen benötigt die Strecke eine konkrete Aufwertungsperspektive. Nur so werden wir höhere Standards, mehr Fahrgäste und die gewünschte Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene meistern können. Der Ostalbkreis freut sich über den breiten Schulterschluss zwischen der Region, dem Land Baden-Württemberg und der Deutschen Bahn."

Stündliche Expressverbindung geplant

Die Brenzbahn wird derzeit von Personenzügen und von Güterzügen genutzt. Es handelt sich um eine eingleisige, nicht-elektrifizierte Eisenbahninfrastruktur des Bundes. Die Absichtserklärung fasst die verkehrlichen Ziele und den daraus bisher absehbaren Infrastrukturbedarf zusammen und zeigt die nächsten Schritte auf. Konkret soll die Brenzbahn insbesondere durch eine stündliche Expressverbindung Ulm – Heidenheim – Aalen, eine Verlängerung des Regionalbahnverkehrs von Ulm über Langenau hinaus bis Sontheim, durch zusätzlichen Regionalbahnverkehr zwischen Aalen und Heidenheim sowie durch neue Haltepunkte noch attraktiver für die Fahrgäste werden. Dadurch sollen mehr Menschen zum Umstieg auf die Schiene bewegt werden.

Drei Infrastrukturpakete

Dazu wurden drei Infrastrukturpakete geschnürt. Die Pakete 1 und 2 umfassen einen bedarfsgerechten Ausbau vor allem mit Doppelspurabschnitten. Diese zweigleisigen Abschnitte sollen zwischen Unterelchingen und Langenau, Niederstotzingen und Sontheim, Sontheim und Bergenweiler sowie zwischen Itzelberg und Oberkochen gebaut werden. Geplant ist ferner der Neubau von Stationen.

Mit dem geplanten Paket 3 wird die Elektrifizierung der gesamten Strecke angestrebt um Fahrzeitgewinne und ein noch robusteres Betriebskonzept im Personenverkehr realisieren zu können und Vereinfachungen im Güterverkehr mit durchgehend elektrischen Verbindungen zu schaffen. Mit diesem angestrebten umfangreichen Investitionspaket soll auch eine moderne digitale Leit- und Sicherungstechnik mit digitalen Stellwerken und entsprechender Zugsteuerung auf der Brenzbahn umgesetzt werden.

Sofern die Planungsschritte nicht schon auf den Weg gebracht sind, stehen diese wie auch die Erklärung insgesamt unter einen Haushalts- und Gremienvorbehalt und die Erklärung umfasst naturgemäß noch keine Realisierungsentscheidung. Für die Finanzierung einer späteren Umsetzung wird eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) des Bundes angestrebt. Für Maßnahmen wie die Brenzbahn steht mit den entsprechenden Bundes- und Landesmitteln potenziell eine attraktive Förderkulisse zur

Mack: Es muss konkret werden

Zu der Absichtserklärung, die heute die Vertreter der Region mit Verkehrsminister Hermann unterzeichneten, erklärte der Aalener Abgeordnete Winfried Mack MdL: Nach zwei allgemein gehaltenen Erklärungen zur Mobilität im Korridor Aalen-Heidenheim-Ulm kurz nacheinander "muss das Verkehrsministerium in Stuttgart konkret werden. Insbesondere wartet die Region dringend auf eine Vereinbarung mit dem Land, wie hoch die Beteiligung des Landes bei den Planungskosten ist. Nur wenn die Kommunen der Region das wissen, kann es mit der Planung losgehen."

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