BUND kritisiert geplanten Bau von Umgehungen in der Region

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Seit Dezember 2021 ist die Ebnater Nordumfahrung in Betrieb. Der BUND sieht den Ausbau weiterer Umfahrungen in der Region kritisch.
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BUND-Vorsitzender Werner Gottstein gegen Ortsumfahrungen - wegen CO-2-Bilanz und Flächenverbrauch.

Schwäbisch Gmünd/Aalen. Er sei „entsetzt“ über die „Ignoranz“ des Regionalverbandes Ostwürttemberg gegenüber der Klimakrise, erklärt Werner Gottstein, der Regionalvorsitzende des BUND Ostwürttemberg. Gottstein macht dies fest am Entwurf des Regionalplanes 2035.

Hintergrund: In der jüngsten Sitzung des Regionalverbandes hatte die Fraktion der Grünen beantragt, die Ortsumfahrungen von Söhnstetten, Gerstetten, Gussenstadt, Essingen, Ober- und Niederstotzingen, Hohenmemmingen und Elchingen aus den Vorschlägen des Regionalplans zur Umsetzung regionalbedeutsamer Straßenmaßnahmen zu streichen. Begründet wurden die Anträge mit Zweifeln an der Entlastungswirkung und mit den Auswirkungen auf die Klimasituation durch den Flächenverbrauch. Dem wurde entgegengehalten, dass es um die Entlastung stark befahrener Ortsdurchfahrten gehe, die teilweise von den Kommunen schon seit Jahren gefordert werden. In der Abstimmung wurde der Antrag auf Herausnahme dieser Ortsumfahrungen abgelehnt.

Dies kritisiert Gottstein: Es habe „ganz den Anschein, als wäre die Klimakatastrophe noch immer nicht bei den Politikern der Verbandsversammlung des Regionalverbandes angekommen“, so der regionale BUND-Vorsitzende. Im Entwurf des Regionalplanes werde „vollkommen ausgeblendet, dass schon jetzt die Auswirkungen des Klimawandels drastisch zu spüren sind, wie uns die langanhaltende Trockenheit dieses Sommers oder die Überschwemmungskatastrophe im Ahrtal deutlich vor Augen führen“. Auch der Erhalt der Biodiversität und Schutz der landwirtschaftlichen Flächen scheine „kein Thema“ zu sein. Gottstein: „Wie sonst könnte eine deutliche Mehrheit weiterhin für acht Ortsumgehungen und den Ausbau der L1060 mit mehreren Ortsumgehungen stimmen?“

Gottstein: „Es scheint das Motto bei der Verbandsversammlung zu gelten: 'Wir wollen den Klimawandel verhindern, aber es darf sich nichts ändern':“ Der BUND-Regionalverband erwarte von Entscheidungsträger der Verbandsversammlung, „dass sie umgehend ihrer Verantwortung gerecht werden, unsere Lebensgrundlagen für uns und kommende Generationen zu erhalten“, erklärt Gottstein.

Leichtigkeit vs. CO-2-Bilanz

Gerade Umgehungsstraßen tragen laut Gottstein „zu einem erheblichen Teil der CO-2-Emissionen bei“. Zwar werde durch Umgehungsstraßen die „Leichtigkeit des Verkehrs“ erhöht, aber gleichzeitig werde durch höhere Geschwindigkeiten und mehr Verkehr der CO-2-Ausstoß deutlich erhöht. Ganz vergessen werde dabei, dass neben den hohen CO-2-Belastungen während des Baues der Umgehungsstraßen und den Unterhalt der Straßen auch der Boden als CO2-Speicher komplett verloren geht“. Ganz zu schweigen davon, „dass wieder Landwirte aufgeben werden und landwirtschaftliche Flächen zur Erzeugung unserer Lebensmittel dauerhaft verloren gehen“.

BUND gegen Flächenverbrauch

Der BUND fordert von der Politik: „Beendet endlich den unnötigen Flächenverbrauch und den weiteren Ausbau des mobilisierten Individualverkehrs. Hört auf zu reden – beginnt endlich mit dem aktiven Klimaschutz.“

Werner Gottstein Foto: privat/BUND

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