Burg Niederalfingen soll Kulturzentrum werden

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Seit über zwei Jahren stehen Besucher der Burg vor verschlossenen Toren. Das soll sich nun ändern. Achim Ostertag möchte dort ein Kulturzentrum aufbauen.
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Lange Zeit war das Anwesen vom Bund Neudeutschland genutzt worden - jetzt hat Achim Ostertag völlig andere Pläne mit dem historischen Gemäuer.

Hüttlingen-Niederalfingen

Seit über zwei Jahren liegt die Burg Niederalfingen im Dornröschenschlaf. Jetzt kommt die befreiende Kunde: Der gebürtige Abtsgmünder Achim Ostertag will mit seinem 17-köpfigen Team die alte Fuggerburg zu neuem Leben erwecken. Die Pachtverhandlungen mit dem Land Baden-Württemberg als Besitzer stehen nach Informationen der SchwäPo kurz vor dem Abschluss.

Über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus hat sich Achim Ostertag einen Namen gemacht – als Gründer und Chef des „Metal-Mekkas des Südens“ wie Fachkreise sagen. Zuvor spielte der auf heiße Rhythmen stehende ehemalige Zeissianer Schlagzeug und leitete eine Band. „Das reichte mir aber nicht. Ich wollte schon immer mal auf einem großen Festival auftreten. Das gelang in kleinerem Rahmen mit der ersten 'Summer Breeze', zunächst in Abtsgmünd.“ Dann der große Durchbruch in Dinkelsbühl. Zuletzt ließen sich dort an drei Tagen weit über hunderttausend Fans in den Bann der „Summer Breeze“ schlagen. Ein gigantisches Festival, das nach hoffentlich überstandener Pandemie Mitte August wieder steigen wird.

Das ist wichtig. Sollen doch die dort erzielten Einnahmen die finanzielle Basis bilden, um die großen Pläne umzusetzen, die der neue Burgherr in Niederalfingen vorhat.

Gastronomie und Kultur

„Ich will hier in Verbindung mit einer attraktiven Gastronomie ein für alle offenes Kulturzentrum schaffen,“ schwärmt der ideenreiche Organisator. Ein Zentrum, in dem „Kunstevents aller Art einladen, zum Beispiel durch das Aalener Künstler-„Kollektiv K“, das bereits Interesse gezeigt habe. Oder Bands ihre neuen CD's vorstellen können. Oder ein Freiluftkino Leute anlockt. Ostertag weiter: „Wo auch Seminare und Tagungen mit Übernachtungsmöglichkeiten stattfinden. Und vor allem auch romantische Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und andere Familienfeste im alten Rittersaal möglich sind. Und sich die Besucher bei Sommerfesten und mittelalterlichen Märkten im Burggraben wohlfühlen.“ Dabei im Blickpunkt steht nicht zuletzt die 1000-Jahr-Feier der Gemeinde Hüttlingen. Vielleicht können sich auch wie bisher wieder Schulgruppen, Blasmusiker, Kletterer und Sprachschüler einfinden, so weitere Ideen.

Als Traumziel strebt der kommende Burgherr vor allem die Besteigung des weithin ins Land hinausragenden Bergfrieds für Ausflügler an und die Anbindung an den Kochertal- und Sieger-Köder-Radweg. Sicher werde dann die Turmkapelle mit den Erstlingswerken des Malerpfarrers Sieger Köder - Symbole der vier Evangelisten - zugänglich sein. „Doch eins nach dem andern“, sagt Achim Ostertag. Das gilt für die gesamten Modernisierungsmaßnahmen auf der Burg.

Keine Metal-Konzerte

„Keinesfalls“ brauche aber befürchtet werden, dass lautstarke Metal-Konzerte die Ruhe und Idylle der Burg beeinträchtigen könnten. „Solche Konzerte werden dort oben nicht stattfinden“, stellt Ostertag abschließend fest.

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