CDU-Kandidat Bläse wird neuer Landrat im Ostalbkreis

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Mitglieder des Kreistages applaudieren dem gerade gewählten neuen Landrat Dr. Joachim Bläse.
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Mit 64 von möglichen 72 Stimmen holt sich Gmünds Erster Bürgermeister im ersten Anlauf den Sieg bei der Wahl des Ostalb-Landrates.

Aalen

Dienstag. 16.55 Uhr. Landrat Klaus Pavel verkündet das Ergebnis in Aalens Stadthalle: Dr. Joachim Bläse ist der neue Landrat im Ostalbkreis. Der CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende hat im ersten Wahlgang 64 von möglichen 72 Stimmen erhalten. Mitbewerber Volkmar Bauer erhielt zwei und Harald Reinhard eine Stimme. Fünf abgegebene Stimmen waren ungültig. Das ergibt ein Votum von 88,88 Prozent. Alle in der Stadthalle erheben sich und applaudieren – minutenlang.

Restlos überwältigt sei er, sagte ein freudestrahlender Joachim Bläse kurz darauf am Mikro. Und er gestand, dass auch ein paar Freudentränen geflossen seien.

Fünffacher Dank zum Einstieg

Fünffachen Dank sprach Bläse dann aus. Der erste ging an den Kreistag, der ihm fraktionsübergreifend großes Vertrauen ausgesprochen hat. "Vor 15 Jahren als ich anfing im Kreistag, da sagten mir Kollegen: Du hast zwei Probleme, du bist Bürgermeister in einer der Kreisstädte und du kommst aus Gmünd. Landrat wirst du nie", erinnerte sich Bläse. Dass er dies nun doch geschafft habe, zeige, wie sich der Kreis verändert habe, wie sehr er zusammengewachsen sei.

Der zweite Dank ging an seine Frau Claudia, die ihm stets den Rücken stärke und an seiner Seite stehe. "Sie wusste, wie groß der Ostalbkreis ist und wie viel ich unterwegs sein werde und dennoch sagte sie, du darfst kandidieren", lachte Bläse.

Den dritten Dank entbot Bläse all seinen Wählern, die ihm bei der vergangenen Kreistagswahl zum Stimmenkönig gemacht haben. Das habe in ihm das Gefühl geweckt, "vielleicht ist das ein Signal, mehr zu wagen", sagte er.

Bläses vierter Dank galt seinem Chef und seinem Team in Gmünds Rathaus, das in großer Zahl erschienen war, um dem scheidenden Ersten Bürgermeister zur neuen Aufgabe zu gratulieren. "Alle in Gmünds Stadtverwaltung machen einen super Job. Daher konnte ich guten Gewissens eine neue Herausforderung suchen", sagte Bläse.

Der Ostalbkreis sei nicht einfach, es brauche Integrationsfähigkeiten, um 42 Städte und Gemeinden zu verbinden. "Das kann er", sagte Gmünds OB Richard Arnold später über Bläse und gratulierte ihm.

Der letzte "und größte Dank" galt Landrat Klaus Pavel, der an der Spitze, den Ostalbkreis so aufgestellt habe, wie dieser sich heute präsentiert. Die Kreisverwaltung lobte er, weil sie die Wahl unter Corona-Vorgaben perfekt organisiert hatte.

Viele Glückwünsche

Landrat Pavel gratulierte Bläse als Erster und er wünschte ihm persönlich, aber auch namens der gesamten Landkreisverwaltung "alles Gute, Gesundheit, Gottes Hilfe und für die nächsten acht Jahre gute Entscheidungen." Die Halbwertzeit der Landräte auf der Ostalb sei lange, da dürften es für Bläse gerne mehr Jahre werden, schmunzelte Pavel. Und dann wurde gefeiert.

Bei der Kandidatenpräsentation zuvor hatten Volkmar J. H. Bauer und Harald Reinhard mit ambitionierten Reden versucht, das Gremium für sich zu gewinnen. Vergebens. Zu groß war die Hausmacht Dr. Bläses.

Bläse setzt auf Gemeinschaft

Der hatte in seiner 15-minütgen Rede dargelegt, wohin die Reise des Ostalbkreises mit ihm als Steuermann gehen könne. "Innovative Lösungen statt jammern", so sein durchgängiges Credo. Eine älter werdende Bevölkerung, Digitalisierung, der Umbau der Wirtschaft, ÖPNV, Zuwanderung, Klimaschutz – das seien einige Themen der Zukunft. Antworten ließen sich nur gemeinsam finden, so seine Botschaft und sein Versprechen: "Mein Ziel als Landrat wäre, diese Gemeinschaft zusammenzuhalten, nicht zu spalten, zwischen Akteuren zu moderieren, aber auch Führung zu übernehmen, wo es nötig ist", warb er für sich. Ein Landrat für alle und nicht ein Gmünder Landrat wolle er sein. Und wieder gab es viel Applaus.

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