CDU-Kreisvorsitz: Klare Entscheidung für Tim Bückner

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Roderich Kiesewetter wird von Bezirksgeschäftsführer Steffen Bilger verabschiedet und die Mitglieder im Saal spenden stehend Applaus.
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Knapp 300 Teilnehmer erleben einen spannenden CDU-Kreisparteitag in Ellwangen. Tim Bückner, Landtagsabgeordneter aus Untergröningen, wird neuer Vorsitzender.

Ellwangen Dass sich schon im Vorfeld zwei Kandidaten für den Vorsitz der Kreis-CDU bewarben, gab dem Kreisparteitag in der Stadthalle eine besondere Spannung, die sich auch auf den Besuch der Veranstaltung auswirkte. "So viele Besucher hatten wir in den vergangenen sieben Jahren nicht", stellte Roderich Kiesewetter fest. So lange führt der Bundestagsabgeordnete die Partei im Ostalbkreis. Jetzt sei es Zeit für einen Wechsel, meinte er und begründete dies mit der stärkeren Belastung auf Bundesebene als Unionssprecher für Krisenprävention. Zudem wolle er im Wahlkreis im Raum Heidenheim aktiver sein, wo das Landtagsmandat verloren ging. "Ich muss mich mehr im Kreis Heidenheim engagieren, wenn ich 2025 gewinnen will", sagte er.

Von Beginn an habe er signalisiert, sagte Kiesewetter, dass er den Kreisvorsitz nur begrenzte Zeit übernehmen wolle: "Die Ämter sind nicht zur Mandatsicherung da, wir müssen die Flamme auch weiterreichen." Die Bilanz seiner Arbeit in der kreisunion fällt für den Bundestagsabgeordneten positiv aus: "Wir sind moderner, digitaler, jünger und weiblicher geworden", die CDU Ostalb sei nicht nur einer der größten sondern auch einer der modernsten Kreisverbände im Land. Dass als Nachfolger zwei potente Kandidaten zur Wahl stehen, wertete Kiesewetter als Prädikat: "Bei uns entscheiden die Mitglieder, nicht die Hinterzimmer."  

Tim Bückner und Christoph Konle hatten draußen vor der Halle die Ankommenden begrüßt. Ganz klar, beide hatten ihre Netzwerke aktiviert, das sah man an den Autos, darunter viele mit GD-Kennzeichen, auf dem Schießwasen. Wie stark würde der Heimvorteil Konle nützen? Die Entlastung des Vorstands, die Wahl der Delegierten, die Beschlussfassung über Anträge, das Grußwort des Oberbürgermeisters, der sich an seine Zeit im CDU-Kreisvorstand erinnert fühlte. Mit Spannung wurde die Reden der beiden Kandidaten erwartet. Tim Bückner empfahl sich mit Blick auf den aus Aalen und Gmünd vereinigten Kreisverband als Brückenbauer: "Es darf nichts trennendes mehr geben" sagte er und versprach die Modernisierung der Parteistrukturen einzuläuten. "Ich hätte gewünscht, dass wir so modern wären, dass wir schon heute eine Doppelspitze aus einem Mann und einer Frau bilden können", sagte er. Die Bürger seien in Sorge, wie lange das Laben noch bezahlbar bleibt. Diese Situation müssen wir annehmen, nicht hochgestochen philosophieren, sondern rausgehen und mit Empathie das Herz der Menschen erreichen." Klima- und Umweltpolitik dürfe die Union nicht als Gedöns verunglimpfen. "Wir müssen die Sorgen aufgreifen, müssen nicht grüner als die Grünen, sondern einfach besser als die anderen sein."

Christoph Konle zeichnete in einer schweren Zeit, da alles im Wandel sei, die CDU als Partei der kleinen Leute und der gesellschaftlichen  Mitte, die für Verlässlichkeit stehen müsse. Die Familie als Basis der Gesellschaft, die christliche Orientierung, der Zusammenhalt, die Begleitung des Ehrenamts, dafür müsse die Partei stehen. Es dürfe keine Intrigen geben und dass sich zwei Kandidaten um den Vorsitz bewerben sei positiv, weil der Wettbewerb die Leistung fördere. Konle strich seine Qualitäten als Macher, als Netzwerker, aber auch als ausgleichende Kraft heraus, die er im Bürgermeisteramt immer wieder bewiesen habe. "Die Abgeordneten sollten sich auf ihre Mandate konzentrieren", meinte er und versprach, die Kreisgeschäftsstelle als Dienstleister weiterzuentwickeln.

Insbesondere mit dieser Kritik am Mitbewerber, aber auch am bisherigen Kreisvorsitzenden verspielte sich Konle Sympathien. Das Ergebnis fiel recht eindeutig aus: 196 Stimmen (69,5 Prozent) für Tim Bückner, 86 Stimmen (30,5 Prozent) für Konle.

Roderich Kiesewetter gratulierte seinem Nachfolger und Bückner dankte den CDU-Mitgliedern im Saal "für das großartige Vertrauen" und versprach frischen Wind in den Kreisverband zu bringen, Zugezogene und Migranten mit einzubinden.

Während der Stimmenauszählung würdigte Bezirksgeschäftsführer Steffen Bilger die Leistung Roderich Kiesewetters und dankte ihm für die wichtige Rolle, die der Bundestagsabgeordnete für die CDU habe, indem er seine Kernthemen vertrete.

Rainer Wieland, Vizepräsident des europäischen Parlaments, sagte: "Roderich ist immer verlässlich, sachlich und klar. Seine bundesweite Wahrnehmung ist geprägt von Sachkunde. Er duckt sich auch bei unbequemen Fragen nicht weg." Mit stehendem Applaus wurde Roderich Kiesewetter aus dem Amt des Kreisverbandsvorsitzenden verabschiedet, als er sagte: "Ich melde mich ab.".

Redakteur Gerhard Königer kommentiert die Wahl

Roderich Kiesewetter führte den Kreisverband sieben Jahre lang. Künftig braucht er mehr Zeit für die Bundespolitik. Im Wahlkreis will er sich verstärkt um die Wähler im Kreis Heidenheim bemühen.
Christoph Konle unterlag mit 30,5 Prozent der Stimmen.
Tim Bückner schwor die Mitglieder auf notwendige Veränderungen der Parteistrukturen ein und wurde zum Kreisgeschäftsführer gewählt.
Roderich Kiesewetter gratuliert seinem Nachfolger Tim Bückner zur gewonnenen Wahl.

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