Corona: Das ändert sich bei der Nachverfolgung der Kontaktpersonen

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Bei einem positiven Coronatest müssen Infizierte selbstständig ihre Kontakte informieren.

Das Gesundheitsamt im Ostalbkreis informiert nicht mehr die Kontaktpersonen von Coronainfizierten. Das müssen Infizierte und deren Haushaltsangehörige jetzt wissen. Dr. Joachim Bläse appelliert: Lassen Sie sich impfen.

Aalen

Achtung Änderung: Covid-19-Infizierte und deren Kontaktpersonen werden vom Gesundheitsamt Ostalbkreis nicht mehr kontaktiert. Dies gab die Kreisverwaltung bekannt.

Im Laufe des Oktobers seien die Corona-Fallzahlen und die Krankenhauseinweisungen von Corona-Patienten wieder stark gestiegen. „Auch im Ostalbkreis kamen von Anfang Oktober bis zum 3. November über 2100 Neufälle hinzu“, bilanzierte die Verwaltung. Angesichts dieser Menge habe eine telefonische Kontaktaufnahme mit den Infizierten und deren Kontaktpersonen durch das Gesundheitsamt zuletzt nur noch zeitverzögert erfolgen können.

Das Sozialministerium Baden-Württemberg hat jetzt seine Strategie geändert, so dass die Gesundheitsämter künftig positiv auf Corona Getestete und etwaige Kontaktpersonen nicht mehr routinemäßig anrufen oder per E-Mail anschreiben, wie die Kreisverwaltung weiter bekannt gab.

Was jetzt gilt: Vielmehr gelte nun, dass die sogenannten Indexpersonen, also die positiv Getesteten, und ihre nicht vollständig geimpften oder genesenen Haushaltsangehörigen sich gemäß der Corona-Verordnung Baden-Württemberg selbstständig und eigenverantwortlich in Absonderung begeben müssten, sobald ein Antigen-Schnelltest oder ein PCR-Test positiv ausfalle.

„Diese Verpflichtung besteht unmittelbar und auch ohne Anruf oder E-Mail aus dem Gesundheitsamt. Ein Verstoß gegen diese Verpflichtung ist eine Ordnungswidrigkeit und zieht bei Kontrollen ein Bußgeld nach sich“, machen Landrat Dr. Joachim Bläse und die Leiterin des Ostalb-Gesundheitsamts, Dr. Anna Rohr, deutlich.

Was tun bei Krankheitssymptomen? „Sollten Sie Krankheitssymptome entwickeln, wenden Sie sich bitte telefonisch an Ihren Hausarzt oder an eine der Corona-Schwerpunktpraxen im Kreis.“

Das müssen Leiterinnen und Leiter von Kitas, medizinischen Einrichtungen & Co. wissen: Das Gesundheitsamt des Ostalbkreises werde sich gemäß den Vorgaben des Landes schwerpunktmäßig der Begleitung von Corona-Ausbrüchen in Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen, medizinischen Einrichtungen sowie Schulen und Kitas widmen.

Pflege-, Behinderten- und medizinische Einrichtungen sowie Kitas werden laut Schreiben gebeten, sich bei Infektionsfällen mit dem Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen. Eine Meldung der Schulen an das Gesundheitsamt sei gemäß Landesvorgaben ab fünf Fällen in der Klasse oder mehr als 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler erforderlich.

Regeln für Berufstätige: Berufstätige, die nach der Corona-Verordnung in Absonderung müssen, könnten dies ihrem Arbeitgeber gegenüber zunächst mit ihrem positiven Testergebnis nachweisen. Wer eine Absonderungsbescheinigung benötigt, erhalte diesen auf Antrag beim Bürgermeisteramt seines Wohnsitzes.

Absonderungsregeln das gilt aktuell laut Corona-Verordnung:

Absonderungsdauer Indexperson :

  • 14 Tage nach positivem Antigentest oder positivem PCR-Test, wenn keine Symptome vorliegen.

Bei Symptomen beginnt die 14-tägige Absonderungsfrist mit Symptombeginn zu laufen.

  • Eine geimpfte Indexperson ohne Symptome kann sich am fünften Tag mit einem negativen PCR-Test „freitesten“.

Absonderungsdauer Haushaltsangehörige :

  • 10 Tage nach Testung der Indexperson oder nach deren Symptombeginn.

Ab dem fünften Tag ist es möglich, sich mit einem negativen PCR-Test „freizutesten“.

  • Ab Tag 7 ist dies mit einem negativen Antigentest möglich.

Die Absonderung endet automatisch, ein negativer Befund muss aber weiterhin aufgehoben werden und auf Verlangen dem jeweils zuständigen Ordnungsamt vorgelegt werden.

  • Für vollständig geimpfte und genesene Haushaltsangehörige besteht keine Absonderungspflicht – Voraussetzung ist Symptomfreiheit (keine typischen Symptome wie Atemnot, neu auftretender Husten, Fieber, Geruchs- oder Geschmacksverlust).

Landrat appelliert: Mit Blick auf die neuerliche Pandemiewelle appelliert Landrat Dr. Joachim Bläse ein weiteres Mal nachdrücklich an alle nicht geimpften Bürgerinnen und Bürger, sich noch impfen zu lassen. Neben dem Mobilen Impfteam, das seit Anfang Oktober bereits im Ostalbkreis im Einsatz ist, werde ein jetzt neu vom Land genehmigtes Impfteam unter Regie des Landratsamts ab voraussichtlich nächster Woche zusätzliche Pop-up-Impfungen anbieten.

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