Corona: fast jeder PCR-Test ist mittlerweile positiv

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Fast jeder PCR-Test ist mittlerweile positiv.
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Der Ostalbkreis hat im Land die Nase bei den Inzidenzen vorne. Gibt es überhaupt noch genügend Testmöglichkeiten? Über die Situation in den Läden, Apotheken und Testzentren.

Aalen. Eine Inzidenz, die aktuell die 1000er-Marke überschreitet. Ein steigender Bedarf an PCR-Tests, der so mancher Apotheke schon mal Arbeit bis in den späten Abend beschert. Selbsttests, die bei wachsender Nachfrage immer teurer werden, auch wenn es in den meisten Läden und Apotheken noch welche gibt. Von einem unbeschwerten Sommer ohne Corona keine Spur. 

Schnelltests gibt es - doch die Preise steigen

Der Schein kann trügen. Blickt man in das Fach mit den Corona-Tests im Aalener Kaufland ist da nur Leere. Nur das gelbe Preisschild zeugt davon, dass hier einst ein Schnelltest für schlappe 1,45 Euro zu haben war. Ein Preis, der offensichtlich zu verlockend für die Kundschaft war, wie ein Mitarbeiter erklärt. "Die haben schon mal einen halben Karton mitgenommen", berichtet er.  

Die Nachfrage nach den Selbsttest ist gestiegen. Das bestätigt auch die Mitarbeiterin eines Aalener Drogeriemarktes. Zwar ist die Schütte neben der Kasse prall gefüllt, doch am Freitagabend sei die Lieferung von Freitagmorgen ausverkauft gewesen. Nun sei eine neue gekommen. Und auch in Ellwangen sind Corona-Schnelltests keine Mangelware. Zwar sind die Tests momentan im Rewe-Markt vergriffen – aber erst seit Montag dieser Woche, wie ein Mitarbeiter im Gespräch erklärt. Man rechne hier auch fest mit einer problemlosen Nachlieferung. „Die Test sind bereits bestellt, wir gehen davon aus, dass sie auch zeitig kommen", sagt er. 

Auch in den Apotheken sind Schnelltests noch ausreichend zu haben, auch hier steigt aber vielerorts die Nachfrage. Carina Groeneveld ist die Inhaberin gleich dreier Apotheken. Einer in Oberkochen, einer in Unterkochen und der B29-Apotheke in Schwäbisch Gmünd im Kaufland. "Wir haben hier in Gmünd im April aufgemacht. Im Juli ist die Nachfrage nach Test hier um rund 50 Prozent gestiegen", berichtet sie. Diese könne man aber decken.  Ebenso etwa in den beiden anderen Apotheken. "Die Nachfrage ist ein bisschen gestiegen", sagt auch Dr. Claus Biechele von der Johannis-Apotheke, die auch noch Schnelltests durchführt. "Wir testen vor allem Personen, die in Seniorenheime oder ins Krankenhaus gehen", erklärt er. Von einem Ansturm und Mangel an Tests könne man aber nicht sprechen. Ebenso wenig in der Apotheke im Ellwanger Ärztezentrum. Auch hier gibt es noch Tests in ausreichender Zahl, wie eine Mitarbeiterin versichert. Die Nachfrage sei zwar in den vergangenen Tagen spürbar gestiegen, aber man habe den Bedarf immer problemlos decken können. Wobei die Tests hier etwas teurer sind als in den Supermärkten oder Discountern. 3,20 Euro werden dafür in der Apotheke in der Karlstraße fällig.

In den Testzentren vor allem PCR-Tests

Anders ist die Situation bei den PCR-Tests. Apothekerin Andrea Benz von der Hofherrn-Apotheke in Aalen testet mit ihrem Team seit Januar Menschen auf Covid-19. Am vergangenen Montag habe es für die PRC-Tests eine Menschenschlange vor der Apotheke gebildet. Vermutlich hätten sich viele bei Veranstaltungen am Wochenende angesteckt. Von 40 PCR-Tests seien 32 positiv gewesen, die Labordiagnostik sei bis 22 Uhr gelaufen. Möglich sei dieser Aufwand nur mit einem engagierten Team, fügt Andrea Benz an. Rückläufig dagegen sei dagegen die Nachfrage an Antigen-Schnelltests, die man auch in der Apotheke machen können. Hier ginge es vor allem auch ums Freitesten nach einer Infektion. Ihr Vorrat für Selbsttest für den Hausgebrauch sei zudem gut aufgefüllt, auch wenn sie vor zwei Wochen bereits mehr beim Großhändler dafür habe zahlen müssen, sagt die Apothekerin. Momentan koste ein solcher Test deshalb 3,48 Euro.

Direkt auf schlagen die aktuellen Corona-Infizierten vor allem aber auch in den Testzentren. "Es steigert sich wieder, das merken wir ganz deutlich. Es gibt einen größeren Bedarf an Tests - aber an PCR-Tests", erklärt Özhan Colak, einer der Geschäftsführer des Aalener Testzentrums bei der Kreissparkasse. Im Schnitt 50 seien es am Tag. Zunächst würden sich diejenigen, die Symptome haben, sich aber mit einem Schnelltest zunächst zuhause testen. Erst wenn dieser positiv sei, führe ihr Weg ins Testzentrum. Wo das positive Ergebnis in den allermeisten Fällen bestätigt werde. Ganz anders als noch vor ein paar Monaten, als es gerade mal ein Viertel gewesen sein.  Am vergangenen Sonntag hätten etwa von 44 PCR-Getesteten am Folgetag lediglich zwei ein negatives Ergebnis bekommen, so Colak. 

Wer kann, testet sich zunächst zuhause

Entspannter geht es da in den Testzentren zu, die lediglich Schnelltests anbieten. In Ellwangen etwa ist der Andrang bei den verbliebenen Teststationen überschaubar – lange Schlangen sieht man derzeit so gut wie nie. Auch nicht am Dienstagmittag in der Teststation im Regina-Kino. In der vergangenen Woche habe das Geschäft zwar wieder etwas angezogen, berichtet eine Angestellte. Aber lange warten müssten hier niemand auf einen Test.

Sogar eher weniger geworden ist die Kundschaft dagegen im Testzentrum im Taubental in Schwäbisch Gmünd. Man teste nur noch zu sehr eingeschränkten Zeiten, weil immer weniger gekommen sei, berichtet Julien Welz. Es seien vor allem die Mitglieder des angrenzenden Fitnessstudios und Menschen, die sich freitesten lassen möchten, sowie Angehörige, die einen Besuch im Altenheim machen möchten.  Wer sonst einen Schnelltest machen möchte, der mache diesen eben zuhause. 

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