Corona-Pandemie für Langzeitarbeitslose schwierig

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Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Region.
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Nach dem Krisenjahr 2020 entspannt sich die Beschäftigungslage leicht. Doch der Leiter des Jobcenters sieht große Herausforderungen.

Aalen

Auch im Jahr zwei der Pandemie ist der Anteil der Arbeitslosen, die die Unterstützung des Jobcenters im Landratsamt in Anspruch nehmen, bis April weiter gestiegen. Trotzdem spricht der Geschäftsführer des Jobcenters Thomas Koch im Kreistag von einem „moderaten Anstieg im Vergleich zur Prognose“. Die Arbeitslosenquote im Jobcenter beträgt im April 1,5 Prozent. Von Januar 2020 bis Dezember 2020 ist sie von 1,2 auf 1,4 Prozent gestiegen.

Zum Vergleich: Die gesamte Arbeitslosenquote im Ostalbkreis ist von Januar bis Dezember 2020 von 3,1 auf 3,6 Prozent angestiegen und beträgt im April 3,5 Prozent. Ein leichter Rückgang also.

Koch betonte in seinem Bericht die schnelle Leistungsbewilligung. Obwohl 2020 mehr Anträge als 2019 gestellt wurden, konnten mehr als die Hälfte davon noch am selben Tag bearbeitet werden. 42 Prozent waren innerhalb von zehn Tagen erledigt.

Weiter eine große Herausforderung sei die Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. „Trotz bislang guter Arbeitsmarktlage gelingt es langzeitarbeitslosen Personen kaum, einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden“, sagte Koch. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Vermittlung der Langzeitarbeitslose in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zusätzlich erschwert, heißt es in dem Bericht. Im April 2021 ist die Anzahl der Langzeitarbeitslosen im Jobcenter auf 1627 angestiegen - der höchste Stand in einem April in den vergangenen zehn Jahren. Besonders bitter: Vor zwei Jahren erst war 2019 der Tiefststand mit 1072 erreicht gewesen.

Ein moderater Anstieg im Vergleich zur Prognose.“

Thomas Koch, Geschäftsführer Jobcenter

Bei den Kreistagsmitgliedern herrschte vor allem Erleichterung, dass die Zahlen nicht noch dramatischer ausfallen. „Die Beschäftigungslage entspannt sich etwas“, stellte Manfred Fischer (CDU) fest. Das Pandemiejahr sei kein großer Ausreißer in der Statistik.

Auch Rolf Siedler (Grüne) zeigte sich erleichtert. „Bisher ist es nicht so schlimm gekommen“, sagte er. Und Susanne Mützel (AfD) ging auf den Anstieg bei den Langzeitarbeitslosen ein.

Das Jobcenter Menschen, bei denen das Geld zu Leben nicht ausreicht, erhalten finanzielle und beratende Unterstützung durch die kommunalen Jobcenter. Finanzielle Hilfe gliedert sich in die Bereiche Regelbedarf, Unterkunft & Heizung, individuelle Bedarfe und Bildung & Teilhabe.

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