Corona: So ist die Lage im Ostalbkreis

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Corona-Neuinfektionen im Ostalbkreis vom 12. bis 25. Oktober 2021.

Wie viele Intensivbetten sind in den Kliniken im Ostalbkreis belegt? Wie viele Coronainfizierte gibt es an den Schulen, Kitas und in den Senioreneinrichtungen? Die Lage erklärt in sieben Punkten.

Aalen

Landesweit steigen die Covid-19-Infektionen. Auch das Gesundheitsamt des Ostalbkreises verzeichnet ein kontinuierliches Anwachsen der Coronafälle. Dies teilt die Kreisverwaltung mit. „742 Menschen waren im Kreis mit Corona infiziert und befanden sich in Quarantäne, 32 davon lagen in den drei Häusern der Kliniken Ostalb (Stand 27. Oktober). Neun von diesen Patienten mussten intensiv betreut und teilweise invasiv beatmet werden“, so die Verwaltung.

1 Impfungen: Landrat Dr. Joachim Bläse appelliert deshalb ein weiteres Mal an alle bislang noch nicht Geimpften, sich gegen Corona immunisieren zu lassen. Gleichzeitig erinnert er alle vollständig geimpften Seniorinnen und Senioren über 70 Jahre daran, sich gemäß der STIKO-Empfehlung sechs Monate nach ihrer Zweitimpfung eine Auffrischungsimpfung beim Hausarzt geben zu lassen. In Baden-Württemberg könnten auch alle über 60-Jährige ihren Impfschutz auffrischen lassen.

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Mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Kreiskommunen habe sich der Landrat darauf verständigt, dass alle über 70- bzw. über 80-Jährige nochmals mit einem persönlichen Schreiben des Bürgermeisteramts, alternativ auch mit einem Aufruf im Mitteilungsblatt, an die Auffrischungsimpfung erinnert werden. „Sollte sich zeigen, dass die Nachfrage von den niedergelassenen Arztpraxen nicht allein bewältigt werden kann, wollen Kreis und Kommunen wieder Impfaktionen vor Ort in den Kommunen anbieten“, so die Verwaltung.

In den Pflegeeinrichtungen habe die Kreisverwaltung den Bedarf an Auffrischungsimpfungen abgefragt. Noch im September waren laut Schreiben Mobile Impfteams dort unterwegs, wo die Impfungen nicht durch einen Heimarzt abgedeckt werden konnten.

„Wer noch nicht geimpft oder genesen ist, sollte sich dringend noch gegen Corona immunisieren lassen“, so der Appell von Landrat Dr. Bläse und Prof. Dr. Solzbach, Vorstand der Kliniken Ostalb. Nach wie vor gelte, dass eine Impfung zwar nicht generell eine Infektion verhindern könne, aber doch grundsätzlich vor einem schweren oder gar tödlichen Verlauf schütze.

2 Kliniken: Wegen der Zahl an Covid-Patienten auf den Isolier- und Intensivstationen in den drei Häusern der Kliniken Ostalb müssen voraussichtlich ab der kommenden Woche erneut sogenannte elektive, also planbare, Eingriffe verschoben werden, wie die Verwaltung bekannt gibt. Von den derzeit betreibbaren 30 Intensivbetten sei aktuell knapp ein Drittel mit Coronapatienten belegt. Außerdem werden laut Schreiben ab diesen Samstag im Ostalb-Klinikum Aalen, in der St. Anna-Virngrund-Klinik Ellwangen und im Stauferklinikum Mutlangen die Besuchszeiten wieder beschränkt.

3 Pilotmodell mit Lolli-Tests: Eine positive Zwischenbilanz zieht Landrat Dr. Bläse im Gespräch mit den Kommunen hinsichtlich der PCR-Testungen mit sogenannten Lolli-Tests, die bislang an zehn Schulen in Aalen, Schwäbisch Gmünd, Gschwend und Waldstetten als Pilotvorhaben durchgeführt werden. Getestet wird durch Lutschen an einem medizinischen Wattestäbchen. Das Verfahren werde, so die Bürgermeister der teilnehmenden Gemeinden, von den Schulen begrüßt, weil es weniger falsch positive Ergebnisse liefere als Antigen-Schnelltests. Zudem müsse nur zwei Mal pro Woche getestet werden. Auch der Testvorgang selbst gehe schneller vonstatten, so dass wertvolle Unterrichtszeit gespart werde.

Das Land habe auf Anfrage der Landkreisverwaltung signalisiert, dass das Pilotmodell bis zu den Weihnachtsferien weiterlaufen könne und bei Interesse weitere Schulen einsteigen könnten. Sechs Schulen, etwa aus Spraitbach, Mutlangen und Lorch, hätten sich bereits gemeldet. „Damit werden neben den bislang bereits teilnehmenden 2300 Schülerinnen und Schülern rund 1000 weitere Kinder und Jugendliche ins Pilotprojekt integriert“, bilanziert die Kreisverwaltung.

4 Schulen: Bis einschließlich 26. Oktober waren laut Zahlen der Kreisverwaltung seit Schuljahresbeginn 22 Lehrkräfte und 439 Schülerinnen und Schüler positiv auf Corona getestet worden. Laut Statistik besuchen im Kreis rund 46 500 Kinder und Jugendliche eine Schule. Klassen, in denen ein Coronafall bekannt ist, dürften weiterhin den Unterricht besuchen. Die betroffene Klasse müsse sich an fünf aufeinander folgenden Schultagen mittels Antigen-Schnelltest kontrollieren. „Ganze Klassen wurden nur bei einem sogenannten 'Ausbruch', also ab fünf Kindern bzw. 20 Prozent positiv Getesteten in einer Klasse, in Quarantäne geschickt“, so die Verwaltung. Seit Schulbeginn Mitte September habe es insgesamt zehn „Ausbrüche“ im Ostalbkreis gegeben.

5 Kitas: In den Kindergärten und Kindertageseinrichtungen wurden (Stand 26. Oktober) seit diesem September insgesamt 21 Erziehende und 55 Kinder positiv auf Corona getestet, wie die Verwaltung bilanziert.

Im Nachgang zur Gesundheitskonferenz im Aalener Landratsamt, bei der ein Austausch zwischen den Kinderärzten und Infektiologen sowie dem Publikum stattfand, habe die Landkreisverwaltung nun ihre Empfehlungen zu „Schnupfenkindern“ aktualisiert und den Kita-Trägern zur Verfügung gestellt. Kinder könnten bei leichten Krankheitssymptomen wie Schnupfen, leichtem oder gelegentlichem Husten und Halskratzen die Einrichtung besuchen. Bei allgemeinem Krankheitsgefühl, Erbrechen und Durchfall sollte aber auf den Besuch der Einrichtung verzichtet werden.

Bei typischen Symptomen einer Infektion mit dem Coronavirus bestehe nach der derzeit geltenden Corona-Verordnung-Kita ein Zutritts- und Teilnahmeverbot in folgenden Fällen: neu aufgetretener starker Husten ohne Zusammenhang mit einer chronischen Erkrankung (z.B. Asthma), Fieber, Geruchs- und Geschmacksstörungen, die nicht durch Schnupfen bedingt sind, oder Atemnot.

6 Pflegeeinrichtungen: In den Pflegeeinrichtungen im Kreis habe sich die Lage nach 52 Erkrankungsfällen unter den Beschäftigten und 105 unter den Bewohnern im ersten Halbjahr 2021 beruhigt. Seit Juni 2021 hätten sich noch 20 Beschäftigte und sechs Bewohner infiziert (Stand 26. Oktober).

7 Teststellen: Aktuell bieten im Ostalbkreis 105 Stellen Corona-Antigen-Schnelltests an, in 20 dieser Einrichtungen kann man auch einen PCR-Test bekommen, wie die Verwaltung bekannt gibt. Seit dem 11. Oktober müssen Corona-Tests, bis auf gesetzlich geregelte Ausnahmen, aus eigener Tasche bezahlt werden. Trotz dieser Neuregelung habe sich die Anzahl der Testanbieter im Ostalbkreis bislang nicht wesentlich reduziert. „Im September 2021 waren dem Gesundheitsamt insgesamt 72 942 Testungen, davon 121 positiv, gemeldet worden“, bilanziert die Verwaltung. Die Teststellen müssten die Anzahl der durchgeführten Tests bis zum fünften Werktag des Folgemonats melden. Über die Oktoberzahlen informiere das Gesundheitsamt nach Auswertung.

  • Pop-up-Impfungen im Ostalbkreis
  • Impfungen sind in den Corona-Schwerpunktpraxen oder beim Hausarzt möglich. Auch gibt es Pop-up-Aktionen des Mobilen Impfteams:
  • 27. bis 30. Oktober von 10 bis 17 Uhr im Aalener Rathaus.Impfstoffe: Moderna, BioNTech und Johnson&Johnson.
  • 11. November von 10 bis 15 Uhr in Waldstetten in der Stuifenhalle. Imfpstoffe: Moderna, BioNTech und Johnson&Johnson
Das Kreisimpfzentrum in Aalen während der Pandemie 2020/2021.

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