Corona und die Bettenzahl in den Kliniken

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Wie viele intensivmedizinische Betten gibt es wirklich für Covid-Patienten im Ostalbkreis?

Aalen. Wie viele intensivmedizinische Betten stehen in den Kliniken des Ostalbkreises zur Verfügung? Sind es 35 bis 36, von denen der Chef der Ostalbkliniken, Prof. Ulrich Solzbach, im Zusammenhang mit Corona immer spricht? Oder sind es etwa 75, die das sogenannte DIVI-Intensivregister aufführt? Das Datenportal, das in Zusammenarbeit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und dem Robert Koch-Institut entsteht, listet tagesaktuell in ganz Deutschland Kontaktdaten und intensivmedizinische Bettenkapazitäten auf. Es soll kurzfristigen Austausch von Medizinern und Kliniken unter anderem in der Corona-Pandemie ermöglichen.

Wie bei manchen Dingen im Leben kommt es auch bei diesen Zahlen auf die Betrachtungsweise an. Laut Pressesprecher Ralf Mergenthaler gibt es an den drei Standorten der Ostalbkliniken Aalen, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen definitiv insgesamt 35 intensivmedizinische Betten für Erwachsene. Das DIVI-Register aber zähle weitere 20 Intensivbetten hinzu, die für Kinder vorgesehen seien, außerdem noch einmal 20 Intensivbetten im SRH-Fachkrankenhaus Neresheim. Mergenthaler: „Das ist ein Fachkrankenhaus für Schädel-Hirn-Verletzte. Die haben keinen einzigen Covid-Patienten und müssten eigentlich aus dem Register raus.“ Somit bleibe es bei den von Prof. Solzbach immer wieder genannten 35 Betten. Zurzeit, so Mergenthaler, sind 20 davon mit Corona-Patienten belegt.

Im Kreis-Sozialausschuss am Dienstag hatte Prof. Solzbach die Strategie der Ostalbkliniken in der dritten Welle der Pandemie erläutert: Medizinisch nicht notwendige Operationen werden bis auf weiteres abgesagt, Mitarbeiter mit intensivpflegerischer Kompetenz gebündelt. Solzbach ist optimistisch, dass es damit gelingen kann, die Zahl der Intensivbetten auf 45 zu steigern. In der aktuellen Situation ein Behelfskrankenhaus aufzubauen, sei nicht für sinnvoll. Es fehle nicht an Betten, sondern an hochqualifiziertem Personal.bea

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