Das müssen Reiserückkehrer beachten

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Für Reisende gibt es derzeit viele Regeln – vor allem, wenn sie aus Risikogebieten kommen. Wie die Rückkehr in den Ostalbkreis abläuft und welche regionalen Unterschiede es gibt.

Aalen

In diesen Tagen kehren viele Menschen aus dem Urlaub zurück. Vor allem Reisende, die die Ferien in Risikogebieten verbracht haben, müssen bei ihrer Rückkehr einiges beachten. Dabei bleiben oftmals offene Fragen – zumal die Regelungen je nach Gemeinde teilweise unterschiedlich gehandhabt werden. Was aus den Verordnungen der Bundes- und Landesregierung hervorgeht und welche Unterschiede es in den Städten im Ostalbkreis gibt:

Wer muss sich testen lassen? Alle, die aus einem Risikogebiet einreisen, sind dazu verpflichtet, einen Coronatest zu machen. Der Test ist kostenlos. Reisende, die nicht aus Risikogebieten kommen, können sich freiwillig bis 72 Stunden nach der Einreise kostenlos testen lassen. Kinder unter drei Jahren haben keine Testpflicht, außer ein Test ist von den Eltern ausdrücklich gewünscht. Welche Gebiete sind Risikogebiete? Eine Liste aller vom Robert-Koch-Institut eingestuften Risikogebiete gibt es unter www.rki.de. Wer muss sich bei den Behörden melden? Jeder, der aus einem Risikogebiet einreist, muss sich unverzüglich bei der zuständigen Behörde melden. Im Ostalbkreis sind das die Ordnungsämter der jeweiligen Wohnortgemeinde. Eine Meldung kann bei der Rückreise im Flugzeug auch durch sogenannte Aussteigekarten geschehen. Diese werden im Flugzeug ausgeteilt und an die Behörden weitergegeben. Wo kann man sich testen lassen? Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich testen zu lassen.

  • Flughäfen: In Baden-Württemberg sind an den Flughäfen Stuttgart, Friedrichshafen und Baden-Baden Teststellen eingerichtet.
  • Bahnhöfe: Am Stuttgarter Bahnhof können sich Reiserückkehrer testen lassen.
  • Autobahn: An der A5, Raststätte Neuenburg Ost, sowie an der A8, Rastplatz Kemmental Ost, sind Teststationen eingerichtet. Laut dem Landesministerium können weitere Teststationen zeitnah aufgebaut werden.
  • Abstrichzentren: In Aalen wurde eine zentrale Abstrichstelle in der ehemaligen Musikschule eingerichtet. Eine vorherige Anmeldung beim Gesundheitsamt und eine Terminvereinbarung sind nötig.
  • Im Ausland: Ein negativer Coronatest – ausgestellt auf Deutsch oder Englisch – ist ebenfalls gültig, wenn er bei der Einreise in Deutschland nicht älter als 48 Stunden ist. Der Test muss in einem EU-Mitgliedsstaat oder einem anderen durch das Robert-Koch-Institut veröffentlichten Staat durchgeführt werden.
  • Arztpraxen: Direkt beim Hausarzt oder bei Corona-Schwerpunktpraxen können sich Rückkehrer testen lassen. Hierbei muss vorab bei der Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigungen unter Tel. 116 117 ein Termin vereinbart werden. Eine Übersicht über alle Schwerpunktpraxen und Abstrichstellen gibt es unter coronakarte.kvbawue.de.

Wir sind zur unbürokratischen Abwicklung auf die Mitarbeit der Bevölkerung angewiesen.

Olaf Thielke Pressesprecher der Stadt Ellwangen

Was passiert bei Verstößen? Wer sich nicht testen lässt, muss mit Geldbußen von bis zu 25 000 Euro rechnen. Die Einhaltung der Verordnung wird kontrolliert, wie Katharina Oswald vom Landratsamt Ostalbkreis sagt: "Nach unserem Kenntnisstand werden Stichproben durchgeführt."

Gibt es positiv getestete Rückkehrer? Im Ostalbkreis wurden bislang 63 Reiserückkehrer positiv auf Corona getestet, so Katharina Oswald. Wie geht es nach dem Test weiter? Wer noch kein negatives Testergebnis hat, muss sich unverzüglich nach Hause und in Quarantäne begeben. Lediglich für die Durchführung eines Coronatests darf das Haus verlassen werden.

Je nachdem, wo Reiserückkehrer getestet wurden, erhalten sie den Befund per Post und in manchen Fällen zusätzlich digital über die Corona-Warn-App. Die Mitteilung über den Befund via App erfolgt in der Regel schneller – wird aber nicht von jeder Behörde akzeptiert. "Wir benötigen den schriftlichen Befund", sagt beispielsweise Karin Haisch, Pressesprecherin der Stadt Aalen. "Ich könnte ja beispielsweise das Handy einer anderen Person vorlegen", erläutert sie, "das kann die Ortspolizeibehörde ja nicht wissen."

Anders sieht es in Ellwangen aus. Dort gehe man, so Pressesprecher Olaf Thielke, erst einmal nicht von betrügerischen Absichten der Getesteten aus. "Die Ortspolizeibehörde Ellwangen akzeptiert selbstverständlich auch ein Testergebnis über die Corona-Warn-App", so Thielke.

Wenn eine Zuordnung der elektronischen Meldung klar erkennbar sei, werde diese auch akzeptiert. Natürlich könne es, wie in anderen Fällen auch, Risiken geben. Aber: "Wir sind zur unbürokratischen Abwicklung auf die aktive und wahrheitsgemäße Mitarbeit der Bevölkerung angewiesen."

Ähnlich wird die Regelung in Schwäbisch Gmünd gehandhabt, wie Pressesprecherin Ute Meinke erläutert. Die entsprechenden Personen seien verpflichtet, einen Test vorzuweisen – persönlich oder digital. "Bei einer gültigen Bescheinigung entscheidet dann das Ordnungsamt über die Aufhebung der Quarantäne", ergänzt Meinke. Was passiert bei einem positiven Testergebnis? Bei einem positiven Test informieren die Labore direkt das jeweilige Gesundheitsamt. Dieses bespricht mit der erkrankten Person das weitere Vorgehen. In der Regel müssen Betroffene mindestens zehn Tage zu Hause in Quarantäne bleiben,

Mehr Informationen gibt es unter www.baden-wuerttemberg.de.

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