Das Schlimmste jetzt verhindern

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Dr. Franziska Brantner war Gastrednerin beim 14. Klimaforum Ostalb im Landratsamt. Foto: HAG
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Die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Franziska Brantner war Hauptrednerin beim 14. Klimaforum Ostalb im Landratsamt. Welche Ziele sie nennt. Und welche Chancen.

Aalen

Zum 14. Klimaforum Ostalb konnte Landrat Dr. Joachim Bläse einen prominenten Gast begrüßen: Dr. Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, war die Hauptrednerin des Abends im gut besuchten großen Sitzungssaal des Landratsamtes.

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch des Ostalbkreises startete die Politikerin aus Heidelberg, die für die Grünen im Bundestag sitzt, mit ihrem Impulsvortrag zum Thema „Energiesicherung im Spannungsfeld zwischen Wunsch und Wirklichkeit – eine Betrachtung im globalen, europäischen und lokalen Kontext“.  

Mit dem Begriff Klimakrise tue sie sich schwer, sagt Brantner, denn eine Krise gehe irgendwann vorbei. Lieber spricht sie vom Klimawandel und den damit verbundenen Herausforderungen und Aufgaben. „Wir haben jetzt die Chance zu handeln, damit das Schlimmste nicht passiert.“ Deutschland sieht sie in der Verantwortung, Technologien zu entwickeln, die der Welt zugutekommen. „Wir haben die Ingenieure, die klugen Köpfe.“

Eine weitere Herausforderung sei die Unabhängigkeit in der Energieversorgung. Der Einsatz erneuerbarer Energien helfe dem Klima und bringe gleichzeitig aus Abhängigkeiten - etwa von Russland - heraus, so die Staatssekretärin. Sie nennt weitere Punkte: Sparpotenziale ermitteln, Kreislaufwirtschaft stärken und Recyclingquoten bei den sogenannten seltenen Erden erhöhen.

Brantner betont, dass die Transformation nicht gegen den Widerstand der Bevölkerung stattfinden darf. „Wir schaffen es nur, wenn alle mit dabei sind“, sagt sie und verweist auf das Wesen der Demokratie, in der – anders als in Diktaturen – den Menschen nichts aufgezwungen werden soll. Das koste Zeit, um Prozesse zu gestalten.

Bei Planverfahren und Genehmigungen müsse man schneller werden. „Wir setzen auf echte Entbürokratisierung“, so Brantner. Aktuell prüfe man, was nötig an Vorgaben sei. Sie berichtet von „Praxischecks“ im Ministerium, etwa Gespräche mit Einzelhändlern über PV-Anlagen. Stolz ist sie auf die schnelle Umsetzung der LNG Terminals. Dieses Tempo durch kürzere Verfahren wolle man sich auch bei den "Erneuerbaren" vornehmen.

Was Vorrang hat

In der Diskussionsrunde melden sich mehrere Bürgerinnen und Bürger zu Wort. Flächenverbrauch, Übergewinnabschöpfung, fehlender Netzausbau - die Politikerin beantwortet die Fragen mit großer Sachkenntnis.

„Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat Vorrang. Fordern Sie das vor Ort ein“, ermutigt sie die Bürger immer wieder, gerade wenn es um Interessenkonflikte in den Kommunen geht. Sie hebt die Bedeutung von grüner Energie hervor. Das sei inzwischen, neben verfügbaren Fachkräften, ein wichtiger Standortfaktor für Industrie und Gewerbe bei einer Neuansiedlung. Der Trend gehe dahin, dass grüne Energie im Norden und Osten produziert werde.

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