Das tägliche Gesicht blickt auf Besucher

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Ausstellung im Prediger Schwäbisch Gmünd (von links): Kurt Abele, Joachim Haller, Jan-Hendrik Pelz, Dr. Max Tillmann.

Pelz präsentiert Pelz in der Galerie des Gmünder Museums im Prediger. Mit dem Künstler durchs Jahr.

Wer die Galerie im Prediger betritt, wird jetzt von 365 plus 21 Gesichtern angeschaut. Porträts, die der Künstler Jan-Hendrik Pelz in einer Ausstellung ab Freitag präsentiert. Hinter dem Werk steht Paula Pelz, das zweite Ich des Künstlers. Denn der beschränkt sich auf Konzeptkunst und Video, überlässt die Malerei Paula Pelz. Diese innerliche Arbeitsteilung "bringt Struktur in mein Leben", sagt Jan-Hendrik Pelz.

Struktur in den Ausstellungsraum bringen zunächst die 365 Porträts aus der Reihe "every-day-people". In der Tat sind die Bilder in Serie entstanden, jeden Tag, immer 20 mal 30 Zentimeter groß, immer ein neues Gesicht. Dahinter steckt eine Mischung aus Erinnerung und Vorlage-Fotos. Was die Bilder so besonders macht: keines gleicht dem anderen, manche könnten von Kokoschka stammen, vielleicht von van Gogh. Verzerrte Gesichter erinnern an Francis Bacon. Jan-Hendrik Pelz´ Pseudonym Paula Pelz geht es in den Porträts nicht um die Darstellung bestimmter Personen oder darum, dass sie den gemalten Personen gleichen, etwa wie Fotos den abgelichteten Menschen.

Sie sind Praxis eines inneren Sehens und Erlebens – somit letztlich künstlerische Behauptungen. Die Köpfe erscheinen alle formatfüllend vor einem einfarbigen, blauen Hintergrund, der nichts über das Umfeld verrät. Jan Hendrik Pelz, Mitglied im Gmünder Kunstverein und nicht zum ersten Mal mit einer Ausstellung in der Stauferstadt vertreten, hat mit Kurator Joachim Haller ein Konzept entwickelt, das den ganzen Galerieraum im Beschlag nimmt. Während die 365 Bilder die Wände belegen, stehen großformatige Werke wie Skulpturen mittendrin. "2020-portraits" nennen sich die von Corona-Zeiten geprägten Arbeiten, viele der Gesichter tragen schon Mundschutz. Zu drei oder vier Arbeiten zusammengefasst, stehen sie für eine digitale Ästhetik, die aber nicht aus dem Computer kommt, sondern ausschließlich aus der Malerei. Die Porträts wirken verpixelt, "oft wie durch eine Wand aus Glasbausteinen betrachtet", meint Jan Hendrik Pelz. Für sein Werk – Pelz ist seit 16 Jahren künstlerisch tätig – erhält er den Kunstpreis der VR-Bank Ostalb. Der wird am Sonntag, 4. Oktober, im Festsaal des Predigers in Schwäbisch Gmünd verliehen. Es ist die 16. Preisverleihung, die erstmals samt Ausstellung in Schwäbisch Gmünd stattfindet. Vorstandsvorsitzender Kurt Abele schätzt das die Werke von Jan-Hendrik Pelz ganz besonders, "sie reihen sich ein in die hochkarätigen Arbeiten der bisherigen Preisträger aus dem süddeutschen Raum".

Ausstellungseröffnung ist am Freitag von 14 bis 17 Uhr.

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