Delta-Variante: Doch nur 700 zusätzliche Impfdosen Johnson & Johnson für den Ostalbkreis

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Die Kreise erhalten den zusätzlichen Impfstoff Johnson & Johnson Anfang Juli.
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Die Landkreisverwaltung hat mit deutlich mehr Impfdosen gerechnet. Heidenheim bekommt 1500.

Aalen/Heidenheim. Der Ostalbkreis bekommt eine zusätzliche Lieferung von 700 Impfdosen des Impfstoffes von Johnson & Johnson. Bereits Mitte der Woche hatte Landrat Dr. Joachim Bläse die zusätzlichen Impfdosen angekündigt. Man habe aber mit deutlich mehr als 700 gerechnet, teilt Susanne Dietterle, Pressesprecherin im Landratsamt am Freitag auf Anfrage mit. Das Landratsamt habe mit mehreren tausend Dosen von Johnson & Johnson gerechnet. „Wir waren auch überrascht von der Meldung“, sagt Dietterle. Die Landkreisverwaltung habe eine hohe Menge bestellt, nachdem sie aktiv nach Bestellungen vom Gesundheitsministerium angefragt wurde.

Möglicherweise habe das Land vom Bund weniger Impfdosen erhalten, als erwartet, sagt Dietterle. Bestätigen könne sie das aber nicht.

Der Bund hat für Anfang Juli eine zusätzliche Lieferung von 30.000 Impfdosen von Johnson & Johnson nach Baden-Württemberg angekündigt. Das Land verteilt diese Lieferung gezielt an die Kreise, in denen bisher Corona-Fälle mit der Delta-Variante nachgewiesen wurden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Grundlage für die Verteilung seien die bis 21. Juni beim Landesgesundheitsamt eingegangenen Meldungen.

Das Sozialministerium erklärt auf Nachfrage: „Wir haben im Vorfeld der Verteilung eine offene Umfrage zum Bedarf von Johnson und Johnson unter den Impfzentren durchgeführt. Dabei hat der Ostalbkreis einen Bedarf von mehreren tausend Impfdosen angemeldet, wie auch andere Impfzentren. Da wir vom Bund allerdings in dieser Lieferung Anfang Juli nur 30.000 Impfdosen erhalten und die wir möglichst gerecht auf die Stadt- und Landkreise verteilen wollen, richtet sich die Impfstoffzuteilung nach den absoluten Zahlen von Deltavirusfällen, unabhängig von der Bevölkerung.“ Das bedeutet weniger als 20 Fälle = 700 Impfdosen, mehr als 20 Fälle = 1000 Impfdosen, mehr als 40 Fälle = 1.500 Impfdosen. Der Ostalbkreis habe laut Ministerium dem Landesgesundheitsamt bis zum 21. Juni weniger als 20 Fälle gemeldet.

„Wir haben beim Bund weitere Impfdosen von Johnson und Johnson angefragt, und hoffen, dass wir damit im Verlauf des Juli auch den weiteren angemeldeten Bedarf der einzelnen Kreise decken können“, erläutert eine Sprecherin des Miniteriums weiter.

Impfdosen werden nach Anzahl der Fälle verteilt

Landkreise, die dem Landesgesundheitsamt mehr als 40 Fälle mit der Delta-Variante gemeldet haben, bekommen 1500 Dosen Johnson & Johnson geliefert. Neben dem Landkreis Heidenheim gilt dies für den Kreis Breisgau-Hochschwarzwald und Karlsruhe. Stadt- oder Landkreis mit mehr als 20 Fällen erhalten 1000 Dosen. Kreise mit weniger als 20 nachgewiesenen Fällen erhalten 700 Impfdosen (oder bei geringerem Bedarf entsprechend weniger). Grundlage sind die beim Landesgesundheitsamt vorliegenden Daten. Demnach liegt der Ostalbkreis mit Stand vom 21. Juni unter den 20 Fällen und bekommt 700 Impfdosen. Heidenheim steht an erster Stelle der insgesamt 40 Landkreise in Baden-Württemberg, in denen bisher Corona-Fälle mit der Delta-Variante nachgewiesen wurden. Heidenheim bekommt 1500 Impfdosen.

Impfstoff soll Anfang Juli kommen

Die Kreise erhalten den Impfstoff Anfang Juli. Die gezielte Verimpfung des Impfstoffs von Johnson & Johnson wird vom jeweiligen Kreis und den dortigen Impfzentren organisiert.

Eine einzelne Impfung mit Johnson & Johnson ist ausreichend für einen vollen Impfschutz, so das Ministerium. Die damit geimpften Personen gelten daher bereits rund zwei Wochen nach der einmaligen Impfdosis als vollständig geimpft.

SchwäPo-Redakteurin Katharina Scholz (33) hat sich ebenfalls mit Johnson & Johnson impfen lassen. Sie erzählt von ihren Erfahrungen rund um den Impftermin und den Nebenwirkungen.

Hat die Impfbereitschaft im Ostalbkreis nachgelassen?

Gab es noch vor kurzem Gerangel um Impftermine, so hat sich dies anscheinend zwischenzeitlich umgekehrt und die Impfbereitschaft scheint nachgelassen zu haben. Zu diesem Schluss kommen der Krisenstab des Landratsamts unter Leitung von Landrat Dr. Joachim Bläse und die ärztlichen Leiter des Kreisimpfzentrums.

Das Kreisimpfzentrum Ostalbkreis hat noch Impftermine frei.

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