Dem Rosenstein auf den Kopf schauen

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Wanderung auf den Rosenstein
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Abgesteckt: Eine außergewöhnliche Wanderung vorbei an geschichtsträchtigen Stellen rund um Heubach. Eigentlich zur richtigen Zeit gewandert. Warum es doch nicht ganz geklappt hat - und und warum die Tour trotzdem super ist.

Dem Rosenstein auf den Kopf schauen

Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck
Wanderung Blick auf den Rosenstein
Wanderung Blick auf den Rosenstein © Jürgen Steck

Heubach

Die Idee ist eigentlich brillant: dem Rosenstein auf den Kopf schauen. Gelingen soll dies mit einer Wanderung, die sich Thomas Riede ausgedacht hat und die er jetzt zusammen mit Mitgliedern des Schwäbischen Albvereins vorgestellt hat. Wie das möglich ist, erklärt Riede so: Die Ruine der Burg auf dem Rosenstein liegt 686 Meter über dem Meeresspiegel. Der Hochberg, auf den Thomas Riede die Wanderer führt, kommt auf gut 750 Meter Höhe. Auch der Zeitpunkt, den Riede ausgesucht hat für das Projekt „Wir schauen auf den Rosenstein herunter“, scheint ideal gewählt: der Spätherbst, wenn die Buchen, Eschen und Eichen dort kaum noch Laub tragen, das die Aussicht behindert. Dass es dennoch nicht geklappt hat – dazu später mehr.

Thomas Riede ist Mögglinger Bürger und war Chef der Gmünder Wohnungsbaugesellschaft VGW. Aber geboren und aufgewachsen ist er in Heubach. Dass er das Städtchen unterm Rosenstein sehr gut kennt, zeigt sich bei der Wandertour. Er zeigt den Mitwandernden einige „Spezialisten-Wegle“ und zwar schon von Beginn an. Man könnte vom Start am Kulturhaus Silberwarenfabrik einfach die Hauptstraße hochgehen in Richtung Brauerei und von dort in die Hochbergstraße. Riede aber führt gleich über die Haupt- in die Beurenerstraße, wo es nach nur wenigen Metern halb links ein paar Stäpfele hochgeht zur Hirschstraße, linker Hand das Hauptgebäude von Triumph International, rechter Hand das „Alte Sudhaus“ und die Brauereigaststätte „Goldener Hirsch“. Bevor es weiter geht in die Hochbergstaße, berichtet Riede etwas über die alten Weberhäuschen, die an der Hauptstraße noch stehen. Zeugen der Zeit, als sich die Familien Spießhofer und Braun aufmachten, Big Player in der Welt der Textilindustrie zu werden. Weiter geht es die Hochbergstraße hoch – vorbei am Kriegerbrunnen, errichtet in den 30er-Jahren und jetzt recht zugewachsen und zum Hindenburgdenkmal, das seit einigen Jahren eingezäunt ist. Dies nicht, weil man die Auseinandersetzung mit der historischen Figur Hindenburg scheut. Sondern weil dort eine Trinkwasserschutzzone liegt, die die Stadt schützen muss. Dass der Heubacher Schillerweg, der dort verläuft, ein eigentlich schöner Halbhöhenweg, zumindest für ältere Menschen wegen dieses Zaunes nicht mehr gut zu gehen ist: Auch dies erwähnte Riede. Nun führt der Weg steil bergauf, quert erst den Braunweg, dann den Spießhoferweg und von dort halb rechts abzweigend weiter hoch auf die Hochbergebene – auf besagt 750 Meter Höhe. Zeit, kurz zu verschnaufen. Das geht gut an der Stelle, an der einst der Heubacher Aussichtsturm stand, den in den Jahren 1905 und 1906 ein württembergisches Pionierbataillon errichtet hat, der aber den, wie in Heubacher Chroniken zu lesen ist, „den Albuchstürmen“ nicht habe standhalten können. Weswegen er gut zehn Jahre nach dem Bau wieder zusammengefallen ist.

Ruine im Hochnebel

Zumindest die Fundamente aus Magerbeton sind noch erhalten – und ein kleines Holzschildchen zeigt, wo der Turm stand. Jetzt geht es, an ehemaligen Turmstandort vorbei, weiter auf der Hochbergebene – und jetzt müsste eigentlich der Rosenstein von oben betrachtet werden können. Tatsächlich geben die entlaubten Bäume den Blick frei auf – dichten Hochnebel, in dem mutmaßlich die Ruine sitzt. Diesen Hochnebel, den gibt es eben im Spätherbst auch. Sei’s drum. Man beschließt, dem Rosenstein ein andermal auf den Kopf zu schauen. Die Wandergruppe quert nun eine Wegspinne - und geht nicht in Richtung Kinderfestplatz, sondern den unscheinbaren Weg, der dort links neben einem Baum abgeht, an dem das schiefe Schildchen mit der Aufschrift „Hochbergebene“ hängt. Das ist, zugegebenermaßen, etwas knifflig zu finden.

Der Weg führt sanft bergab und bietet jetzt rechter Hand schöne Aussichten in Richtung Scheuelberg – und auch auf die Bartholomäer Steige, die Straße, die Heubach und Bartholomä verbindet. Auf diese Straße treffen die Wanderinnen und Wanderer oberhalb der sogenannten „Brünneleskurve“ – und müssen jetzt 200, 300 Meter entlang der Straße gehen, bevor sie diese queren. Das ist nicht so toll. Aber der Weg auf der anderen Seite entschädigt dafür. In leichtem Auf und Ab geht es in Richtung Nägelesberg – vorbei oberhalb der Teufelsklinge, die der schwäbische Pfarrer und Schriftsteller Gustav Schwab im Jahre 1823 als „Strafort des Satans“ beschrieben hatte.

Die Gruppe erreicht nun den Nägelesberg, der wieder auf kleinen Pfaden überquert wird, bis sie Beuren erreicht – mit der Wendelin-Kapelle in der Dorfmitte. Durch den Ort geht es an den – teils ehemaligen und aufgegeben – landwirtschaftlichen Höfen vorbei in Richtung Scheuelberg auf den „Wolfgang-Klein-Weg“, der an den verstorbenen Wolfgang Klein erinnert. Dieser hat sich um diesen Weg immer gekümmert und ist in Heubach als vielfach sehr engagierter Bürger in bester Erinnerung.

Wohnungen für Mitarbeiter

Auf verschlungenen Pfaden geht es, teils vorbei an Wacholderheiden vom Scheuelberg auf den Sand, ein kleinerer Berg im Halbrund der Albtrauf-Anhöhen, die Heubach umgeben. Thomas Riede erzählt davon, dass auf diesem Sand in der Wirtschaftswunderzeit in großem Maßstab Wohnungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der weltweit expandierenden Firma Triumph International hätten gebaut werden sollen. Man habe aber davon Abstand genommen, weil der Wasserdruck zur Versorgung der Häuser wohl nicht ausgereicht hätte – weswegen in Aalen die „Triumphstadt“ gebaut worden sei. Auf wieder verschlungenen „Spezialisten-Wegle“ geht es an einer Klinge und Terrassenhäusern vorbei hinunter nach Heubach – durch die Paradiesstraße hoch zum Abschluss in den „Goldenen Hirsch“ – nach gut elf Kilometern Wegstrecke und knapp 500 Höhenmetern.

Wanderzeit: mit Verschnauf-, Erklär- und Trinkpausen etwa vier Stunden. 11,5 Kilometer, 480 Höhenmeter.

Die Startpunktkoordinaten: 48.7884N 9.9362O

32U 568766 5404353

Die Wanderroute verläuft auf teils kleinen und unscheinbaren Pfaden. Daher haben wir die Tour digital aufgezeichnet, so dass sie nachgewandert werden kann. Sie verbindet Geschichtsträchtiges mit guten Aussichtsmöglichkeiten. Dank geht an Thomas Riede vom Mögglinger Albverein.

Das „abgesteckt“-Fazit: eine Topwanderung.

Die GPX-Datei können Sie hier herunterladen.

Mehr zum Thema: Kommentar von Jürgen Steck „Jetzt mit digital“

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