Den Ostalbkreis im Netz neu entdecken

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Über die Standortsuche kann man sich in der Ostalbmap Haltestellen, Kliniken, Wertstoffhöfe und mehr anzeigen lassen. Auch Bebauungspläne können dort abgerufen werden.
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In jahrelanger Arbeit haben Fachleute des Landratsamtes Karten und Wissenswertes über den Landkreis zusammengetragen. Das bietet die Ostalbmap.

Aalen. Digitale Karten, Adressen und Umweltdaten aus dem Ostalbkreis:fert die sogenannte Ostalbmap. Das Angebot haben Fachleute aus dem Landratsamt jetzt in Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern erheblich erweitert und modernisiert. Es ist für alle Bürgerinnen und Bürger gedacht, die im Internet kostenlos ganz viel über ihren Landkreis erfahren wollen.
Die Palette der Suchoptionen unter www.ostalbmap.de ist vielseitig. Drei Beispiele: Planen Sie eine Feier und möchten Ihren Gästen mit der Einladung gleich den Anfahrtsweg und die nächsten Bushaltestellen per E-Mail zusenden? Sind Sie auf der Suche nach dem nächstgelegenen Wertstoffhof und dessen Öffnungszeiten? Möchten Sie wissen, in welcher Reihenfolge dort die Container aufgestellt sind, damit Sie Ihr Auto entsprechend packen? Oder sind Sie an historischen Karten interessiert, die zeigen, wie es in Ihrem Wohngebiet im Jahr 1830 aussah? Zu solchen Fragen liefert der Internetauftritt Auskünfte.
Die Pluspunkte der modernisierten Ostalbmap hat Landrat Dr. Joachim Bläse jetzt zusammen mit den beteiligten Fachleuten aus dem Geschäftsbereich Geoinformation und Landentwicklung des Landratsamtes vorgestellt: mit Jürgen Eisenmann, Valentina Di Naso, Wolfgang Hirsch sowie Claudia Vogel. Als Vertreter des Dienstleisters EnBW ODR war Patrick Weber aus seinem Homeoffice digital zugeschaltet.
„Mehr als 30 Kommunen sind an unserem Projekt beteiligt“, sagt Bläse. Den Auftrag dazu habe die Europäische Kommission im Jahr 2007 in Brüssel erteilt. „Das ist eine EU-Richtlinie mit positiven Effekten und Mehrwert für alle Bürgerinnen und Bürger unseres Ostalbkreises und weitere Interessenten“, betont der Landrat. INSPIRE nenne sich das EU-Projekt in Kurzform. Der englische Name „Infrastructure for Spatial Information in the European Community“ bedeutet auf Deutsch: „Einheitliche Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft“.

34 Themenfelder


Dafür habe ihr Geschäftsbereich zum Beispiel alle Bebauungspläne eingescannt, die über sämtliche Kommunen des Ostalbkreises vorliegen. Mit Ausnahme der Bebauungspläne der Städte Schwäbisch Gmünd und Aalen, erläutert Valentina Di Naso. Diese beiden Städte hätten sich ein eigenes Bürger-GIS (Geoinformationssystem) aufgebaut, in dem sie kostenlos ihre Bebauungspläne zur Verfügung stellen. „Diese Pläne haben wir aber mit unserer Ostalbmap verlinkt.“ Wobei INSPIRE neben den Bebauungsplänen viele weitere Geodatenthemen liefere; insgesamt 34, jeweils mit Unterthemen. „Wir verraten dort außerdem, wo der geografische Mittelpunkt des Ostalbkreises liegt“, sagt Claudia Vogel.

Keinerlei Cookies


14 Jahre seien zwar auf den ersten Blick eine lange Vorlaufzeit für diesen „Relaunch“ der Ostalbmap gewesen, merkt Patrick Weber an. Diese Zeit sei nötig gewesen, um zu garantieren, dass die abgebildeten Daten zu 100 Prozent „amtlich“ sind. „Im Gegensatz zu anderen digitalen Angeboten wie Google Maps oder Google Earth haben wir die Daten selbst im Griff“, erklärt er. Die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien sei selbstverständlich. „Wir arbeiten ohne Cookies.“ Wer diese private Cloudlösung beispielsweise nutze, um die nächste Einkaufsmöglichkeit zu finden, müsse also nicht befürchten, dass ihm daraufhin alle mögliche Werbung geliefert wird.
Die Daten seien zwar amtlich. Strittige Fragen unter Nachbarn zu Grundstücksgrenzen ließen sich dennoch über die neue Ostalbmap nicht klären, stellt Jürgen Eisenmann klar. „Aber Landwirte, die Informationen über ein Flurstück suchen, werden bei Ostalbmap fündig“, fügt Wolfgang Hirsch hinzu. Und demnächst liefere die Ostalbmap zum Beispiel auch Bodenrichtwerte. Und der Wert eines Grundstücks sei ja nicht nur für Immobilienfirmen interessant.

  • www.ostalbmap.de
  • Die Nutzer: Durchschnittlich 200 Zugriffe pro Tag auf die Ostalbmap hat die EnBW in den vergangenen zehn Monaten bereits gezählt, berichtet deren Sprecher Patrick Weber. „Das sind unterm Strich 50 000“, betont er.
  • Das Motto: Barrierefrei, jederzeit und überall zugängig. Mindestens 35 Gemeinden möchten ihre Bebauungspläne über die Ostalbmap Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stellen. Zur Zeit sind die Daten von 28 Gemeinden in der Ostalbmap verfügbar.
  • Neue Inhalte: modifizierte Liegenschaftskarten (früher: Flurkarten), topografische Karten (= Landkarten), digitale Orthofotos (= Luftbilder), Umweltdaten der LUBW (Landesanstalt für Umwelt), Haltestellen des ÖPNV und dessen Fahrpläne, historische Karten.

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