Der Blick unter die Oberfläche

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Kunstvereisvorsitzender Roland Hasenmüller im "Tummelplatz"
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Beim Kunstverein Ellwangen zeigt das Quartett "Moondogs" zeichnerische Leichtigkeit und spielerische Formen der Kollaboration.

Durch das Getümmel", so heißt die neue Ausstellung beim Kunstverein Ellwangen. Zu sehen sind zeichnerische Arbeiten, Installationen, Filme und Monotypien von Anton Engel, Gosia Machon, Dragan Prgomelja und Sylvie Ringer aus Hamburg. Die vier kennen sich seit Studienzeiten und begreifen sich als künstlerisches Kollektiv, das sich gegenseitig inspiriert. Die Zusammenarbeit geht so weit, dass die Vier seit 2018 als "Moondogs" auch Gemeinschaftsproduktionen zeigen, bei denen einzelne Bilder nicht mehr einer Person zuordenbar sind.

Für die Ellwanger Ausstellung haben sie den "Tummelplatz" geschaffen, eine höhlenartige, begehbare Konstruktion, die im Inneren vollständig mit Zeichnungen auf Papier ausgekleidet ist. Entstanden sind diese Blätter an zwei Nachmittagen in einer Art Spiel, bei dem Begonnenes immer an die anderen weitergereicht wurde.

"Wir wollen die Form des Zusammenarbeitens auf die Spitze treiben, damit Urheberschaft und Einzelbild verschwimmen und etwas Neues entsteht", erklärt Sylvie Ringer. Dragan Prgomelja vergleicht die Arbeit der "Moondogs" mit der Musik einer Band: Jeder spielt sein Instrument, aber im Zusammenspiel inspiriert man sich gegenseitig und es entsteht intuitiv ein eigener Sound.

Die Ellwanger Ausstellung zeigt darüber hinaus die individuellen Schwerpunkte der einzelnen Mitglieder. Anton Engel präsentiert eine Reihe kleiner Zeichnungen, die Erschöpfungszustände im weitesten Sinne thematisieren. Er erkennt diese Erschöpfung in der Gegenwartsgesellschaft und eigenartig verkrampfte Hände, ein immer wiederkehrendes Detail auf seinen Bildern, stehen für den Verlust händischen Arbeitens.

Gosia Machon beschäftigt sich unter anderem mit der Bewegung von Körper, ihre Bilder zeigen traumhafte Szenen, mit denen sie das Elementare menschlicher Existenz ergründet, losgelöst von Zeit und Gesellschaft.

Dragan Prgomelja thematisiert Struktur und Bewegung, unter anderem in der Arbeit "zwischen einem toten Winkel". Darin ist eine Serie von Monotypien zusammengefasst, die abstrakte Räume zeigen. Rotierende Strukturen hat er als Film kombiniert und eine Serie von 80 minimalistischen Arbeiten auf Dias werden durchlaufend präsentiert.

Sylvie Ringer hat verkohlte Holzstücke zu einer großen Installation verbunden, die in Lücken zeichnerische Arbeiten durchblicken lässt. Das Thema Erneuerung und der Blick unter die Oberfläche sind Kernthemen ihrer künstlerischen Arbeit.

Die Ausstellung wird von Sonntag, 11. Oktober, bis Sonntag, 8. November samstags von 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 10.30 bis 16.30 Uhr im Residenzgebäude des Ellwanger Schlosses gezeigt.

Zur Eröffnung ab 11 Uhr sind die Künstlerinnen und Künstler anwesend.

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