Der „BROCKEN“ bringt Kunst in jeden Winkel des Kreises

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Ines Tartler vom Aalener Künstlerkollektiv erläuterte am Bucher Stausee, was es mit dem Kunstprojekt "BROCKEN" auf sich hat.

Ein Rohling macht sich auf den Weg, ein künstlerisches Symbol für den Landkreis zu werden. Wie das funktionieren könnte.

Rainau-Buch

Er ist ein ganz schöner Brocken. Fünf Tonnen schwer. Und ein echtes Schwergewicht als Kunstprojekt. Denn er ist keine Eintagsfliege. Sondern etwas, das zwei Jahre Zeit bekommt, um sich zu entwickeln, zu werden. Durch die Ostälbler. Die jede ihrer Gemeinden darauf - darin - daran verewigen werden. Und dabei als Kreis zusammenwachsen sollen. Das ist das Ziel der Künstler.

Die Idee dazu stammt vom Aalener Künstlerkollektiv. Ines Tartler und Andreas Böhm sind Teil dieser fünfköpfigen Künstlergruppe und waren am Donnerstagabend an den Bucher Stausee gekommen, von dessen Ufer aus der „BROCKEN“ auf diese Reise gehen soll durch den gesamten Landkreis. Sie erzählten, wie die Skulptur entstand. Und welche Intention sie mit ihr verfolgen. Sie haben den Rohling geschaffen, sämtliche 42 Kreiskommunen sollen ihn nun gestalten und ihn so zu einem gemeinsamen Symbol für den Ostalbkreis werden lassen.

Für die Schaffung des Kunstwerkrohlings bedurfte es so Einiges: ein Grundstück, einen Bagger, der mit einem großen Loch fürs spätere Ausgießen Vorarbeit leisten musste. In dem ausgebaggerten Loch wurde dann eine Stahlarmierung geschaffen, modelliert, in Beton gegossen, Kupferbleche und Glassteine eingebracht. Gern auch auf dem Bauch liegend.

Um die Skulptur, die noch kopfüber in Essinger Erde stecke, freizubekommen, musste ein Kran her. Und immer wieder die Hilfe Anderer. Auch eines der Ziele, die sich das Aalener Künstlerkollektiv gesetzt hat. Dass die Ostälbler in Kommunikation miteinander gehen, wenn sie sich mit dem Kunstwerk befassen und überlegen, was sie dem „BROCKEN“ von sich, ihrem Ort, mitgeben. Und wo er stehen soll. „Es muss ja nicht immer der Dorfplatz sein“, lächelt Böhm.

Wichtig bei der Herstellung des Rohlings war den Künstlern, dass das Werk schon in diesem Stadium Erde und Gesteinsbrocken des hiesigen Bodens aufnimmt und „diese Information nun in sich trägt“, so Tartler. Ein anderes Ziel des Kollektivs ist es, „dass keine Gemeinde hinten runter fällt.“ Und dass auch die äußersten Zipfel des Kreises „mit Kunst bespielt werden“. Dieses Projekt geschehe auf verschiedenen Ebenen: zwischen den Menschen, zwischen Mensch und Kunst und zwischen Kreis und Kommune. „Für so ein sensationelles Projekt, reicht ein Kultursommer nicht“, lachte Landrat Dr. Joachim Bläse.

Rainaus ehemaliger Bürgermeister Roland Gauermann hat am Donnerstag den Anfang gemacht. Er mauerte für seine Gemeinde zwei echte Limessteine, die ein umgefallener Baum freigelegt und die zuletzt „ein römischer Auxiliarsoldat in den Händen hielt“ in den „BROCKEN“ ein.

Jetzt ist es an den Kommunen im Kreis: Jede kann sich Gedanken machen, was sie ausmacht, wofür sie steht. Wie sie das wandernde Kunstwerk mitgestalten möchte. Wie es zu ihnen kommt, auch das ist Aufgabe jeder Gemeinde. Und zwar ganz bewusst. „So wird der „BROCKEN“ gleich ein Teil vom Ort, wenn die Menschen sich dort kümmern müssen.“ Das schaffe eine Verbindung zu dem Objekt.

Was sich Ines Tartler für den dann fertig gestalteten „BROCKEN“ wünscht, ist eindeutig: „dass er einen Ort hätte irgendwo im Ostalbkreis, wo er nach Hause kommen kann.“ Und für den Kreis? Dass er durch dieses Kunstprojekt einen Zusammenhalt bekommt.

Er muss ja nicht immer auf den Dorfplatz.“

Andreas Böhm, Künstler
  • Wie die Idee auf ihren Weg gekommen ist
  • Ines Mangold-Walter, Kulturmanagerin des Landratsamtes, war auf der Suche nach einem Kunstprojekt für den Kultursommer Ostalb gewesen. Gefunden hat sie beim Aalener Künstlerkollektiv eine noch größere Idee. Andreas Böhm, Silke Schwab, Martina Ebel, Ines Tartler und Andreas Welzenbach – die fünf Mitglieder des Kollektivs – schafften eine Skulptur aus Beton, Erde, Stein, Glas und Kupfer. Den „BROCKEN“. Dieser Rohling soll bis 2023 seinen Weg durch den Landkreis machen, mit Station in jeder der 42 Gemeinden. Jede davon darf sich nun etwas einfallen lassen, wie sie sich auf – am – im Kunstwerk verewigen möchte. Wann der „BROCKEN“ wo Station macht, steht noch nicht fest. Nur, dass ihn sein Weg vom Bucher Stausee am 7. September nach Gschwend führt. Fertig gestaltet soll dieses Kunstwerk 2023 sein, rechtzeitig zum 50jährigen Bestehen des Landkreises. Und ein Symbol für ihn werden.
Die Künstler Ines Tartler und Andreas Böhm vom Aalener Künstlerkollektiv erklärten am Bucher Stausee, was es mit dem Projekt "BROCKEN" auf sich hat.
Am Bucher Stausee beginnt die Reise des Skulpturrohlings "BROCKEN" durch den gesamten Landkreis.
Künstlerin Ines Tartler begutachtet die allererste Gestaltung des BROCKEN-Rohlings. Roland Gauermann hat für die Gemeinde Rainau zwei echte Limessteine eingearbeitet.
Die Gemeinde Rainau hat sich als Erste der 42 Kreisgemeinden auf dem Wander-Kunstwerk "BROCKEN" verewigt - mit zwei echten Limessteinen.
Der ehemalige Bürgermeister Roland Gauermann mauert zwei echte Limessteine in den "BROCKEN" ein und verewigt seine Gemeinde Rainau auf diese Weise in dem Kunstwerk.
Noch ist der "Brocken" ein Rohling. Doch er wird auf seinem Weg durch den Ostalbkreis von jeder einzelnen Gemeinde gestaltet werden.
Die Künstler Ines Tartler und Andreas Böhm vom Aalener Künstlerkollektiv erklärten am Bucher Stausee, was es mit dem Projekt "BROCKEN" auf sich hat.
Der ehemalige Bürgermeister Roland Gauermann mauert zwei echte Limessteine in den "BROCKEN" ein und verewigt seine Gemeinde Rainau auf diese Weise in dem Kunstwerk.

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