Die Kitas bleiben vorerst geöffnet

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Erfahrungen mit Schnelltests von Kitakindern gibt es bislang nicht. Deshalb will man sich im Ostalbkreis jetzt anhand des Schwäbisch Gmünder Testversuchs ein Bild machen. Symbolbild: Pixabay
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Ostalbkreis und Kommunen starten gemeinsam einen Pilotversuch zur Testung von Kita-Kindern. Begonnen wird damit in Schwäbisch Gmünd, weitere Kommunen sollen nachziehen.

Aalen

Es gibt eine dynamische Entwicklung des Corona-Infektionsgeschehens in den Kindertagesstätten. Diese zu schließen, kommt für Landrat Dr. Joachim Bläse derzeit nicht in Frage. Nachjustiert werden soll aber trotzdem. Und zwar mit einem Pilotversuch.

Corona-Schnelltests gibt es für Lehrkräfte, Erziehende, Schülerinnen und Schüler. Mittlerweile gibt es auch den Bürgertest. Durch das Testraster fallen bislang aber Kinder unterhalb des Grundschulalters. Das soll sich ändern.

Am Dienstagabend hat sich Landrat Dr. Joachim Bläse mit den Ostalb-Bürgermeisterinnen und -Bürgermeisten per Video abgestimmt. Resultat: Ab sofort soll es in den Kitas Pilot-Testungen auf freiwilliger Basis geben.

"Kennzahlen aus unserer Corona-Statistik belegen, anders als noch 2020, eine Zunahme der Fallzahlen bei Kindern bis vier Jahren und den Fünf- bis Neunjährigen. Diese liegen mittlerweile auf dem Niveau der Altersklassen zwischen 50 und 60", sagt Bläse. Eine Teststrategie für Kitas sei daher dringend nötig.

"Noch können wir argumentieren, dass in den letzten drei Wochen 'nur' in 30 Kitas Infektionen aufgetaucht sind, was bei rund 270 Einrichtungen im Kreis nicht viel zu sein scheint. Auffällig ist jedoch die rapide Zunahme in immer kürzerer Zeit."

Erfahrungen mit Schnelltests von Kita-Kindern gibt es bislang nicht. Deshalb macht sich der Ostalbkreis jetzt anhand eines Testversuchs in Gmünd ein Bild. Dort werden ab sofort Kitas mit Schnelltests, die für die Selbsttestung in der Nasenmuschel geeignet sind, ausgestattet.

Ausprobiert werden zwei Wege: In einem Teil der Einrichtungen sollen Eltern bei ihren Kindern morgens vor Ort in der Kita den Test vornehmen. In anderen Kitas erhalten Eltern den Test für zuhause und sollen diesen vorm Besuch des Kindergartens machen – beide Varianten auf freiwilliger Basis.

Wir setzen bei den Eltern auf Freiwilligkeit und hoffen auf eine rege Teilnahme, um Infektionen nicht über die Kitas und Familien weitertragen.

Dr. Joachim Bläse  Landrat

Weiter wurde in der Video-Schalte beschlossen, ab sofort "Schnupfenkinder", Kinder mit leichten Erkältungssymptomen, nicht mehr in den Kitas zuzulassen. Dies war bislang noch möglich. Die Kommunen werden ihre Einrichtungen und die in kirchlicher oder freier Trägerschaft hier informieren.

Es wurde auch vereinbart, dass die Träger der Einrichtungen alle Kita-Beschäftigten auf die Verpflichtung zum Tragen einer Maske hinweisen, sofern sie nicht unmittelbar am Kind arbeiten. Für eine Maskenpflicht darüber hinaus, mit der im Falle einer Infektion bei Erziehenden der Kreis der Kontaktpersonen mit Quarantänepflicht kleiner würde, fand sich kein Konsens.

Das Gesundheitsamt habe bei Corona-Fällen in Kitas festgestellt, dass Kitagruppen noch immer durchmischt oder Erziehende in mehreren Gruppen oder gar Einrichtungen eingesetzt werden. Dies habe bereits zu Schließungen ganzer Kitas geführt. Die Träger werden eindringlich angehalten, dies unverzüglich zu unterbinden.

"Für regelmäßige und anlasslose Testungen von Kita-Kindern gibt es noch keinerlei Vorgaben oder Verpflichtungen. Wir setzen bei den Eltern auf Freiwilligkeit und hoffen auf eine rege Teilnahme, um Infektionen nicht über die Kitas und die Familien weiterzutragen", so Bläse. Er begrüße weitere Pilotversuche in Kommunen.

"Zusammen mit den Selbsttest-Pilotversuchen an 38 Schulen in 22 Kommunen und dem laufend größer werdenden Testnetz im Landkreis erhoffen wir uns, dass Schulen und Kitas möglichst offenbleiben können. Dies ist wichtig, um Kinder und Jugendliche vor psycho-sozialen Problemen und einem Bildungsverlust zu schützen."

Der Landrat betont, dass die vereinbarten Maßnahmen trotz Inzidenz über 100 vom Kreis noch nicht amtlich angeordnet wurden. Er setzt auf die Kooperation der Beteiligten. "Eine förmliche Anordnung weitergehender Maßnahmen – nicht nur für Kitas, sondern auch für andere Lebensbereiche – können wir je nach Entwicklung der Infektionslage aber leider nicht völlig ausschließen", meint Bläse.

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