Die Ostalb bleibt ein sicheres Pflaster

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Polizeipräsidium Aalen legt die Kriminalstatistik für das Jahr 2021 vor. Fazit: Es gab weniger Straftaten und eine höhere Aufklärungsquote. Sexualdelikte und Gewalt gegen Polizisten nehmen aber zu. 

Aalen

Insgesamt weniger Fälle und Straftaten und eine höhere Aufklärungsquote - das belegt die Kriminalstatistik 2021 für den Ostalbkreis. Starke Zuwächse gab es aber bei Sexualdelikten, in der Wirtschaftskriminalität, bei politisch motivierten Straftaten und bei Gewaltdelikten gegen Polizisten.

„Unsere Bürgerinnen und Bürger leben weiter in einem der sichersten Präsidiumsbereiche des Landes“, versichert Reiner Möller, der Präsident des Polizeipräsidiums Aalen, bei der Präsentation der Zahlen. Die Aufklärungsquote sei für 2021 so hoch wie nie, die Fallzahlen auf dem niedrigsten Wert seit Beginn der elektronischen Erfassung 2003.


Fallzahlen: 1615 Bedienstete beim Polizeipräsidium (PP) Aalen sind für die Sicherheit von rund 940.000 Einwohnern in den Landkreisen Ostalb, Rems-Murr und Schwäbisch Hall zuständig. 2021 haben hier die Straftaten um 11,2 Prozent auf 31.612 Delikte abgenommen. Im Ostalbkreis sanken die Straftaten um 11,1 Prozent auf 10.137. Die Aufklärungsquote stieg um 0,9 auf 63,5 Prozent. Die Häufigkeitsziffer, die Kriminalitätsbelastung gemessen an der Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, ging im Vergleich zu 2020 um 11,4 Prozent auf 3365 zurück und bleibt weiter unter dem Landesschnitt von 4380. Das PP Aalen ist damit im Landesranking auf Platz 3.


Diebstahl und Wohnungseinbruch: Über ein Fünftel aller Straftaten auf der Ostalb sind Diebstahlsdelikte. Hier nahmen die Fälle um 17,3 Prozent auf 2.061 ab. Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls bildete einen der Schwerpunkte für die Polizei. Intensive Fahndungs- und Ermittlungsarbeit, auch durch die gemeinsame Ermittlungsgruppe der Schutz- und Kriminalpolizei sowie Präventionsarbeit zeigten 2021 Wirkung, meint die Polizei. 196 Fälle und ein Rückgang um 37,4 Prozent bedeuten historisch niedrige Fallzahlen. (Höchststand 2014 mit 1.058 Fällen). Über die Hälfte der Einbrüche endete im Versuchsstadium. Jeder vierte Fall wird aufgeklärt. Die Schadenshöhe stieg um 978.976 auf 1.577.697 Euro. Im Ostalbkreis sank die Zahl der Delikte um 30 auf 85.


Enkeltrick und Anrufstraftaten: In Summe ergeben sich 234 Fälle, acht mehr als 2020. Der durch den Enkeltrick/Schockanruf entstandene Schaden verfünffachte sich von 61.000 auf 305.250 Euro. Im Deliktfeld „Falscher Polizeibeamter“ stehen 556 Fälle - 79 weniger als 2020. Die Schadensbilanz reduzierte sich 2021 von insgesamt 1.165.213 Euro auf 626.556 Euro.


Straftaten im öffentlichen Raum: Wegen Corona zogen sich viele ins Private zurück. Wohl auch deshalb sank im Ostalbkreis die Anzahl hier um 17,8 Prozent (2020) auf 3.865 Fälle. Die Polizei will sich weiterhin „sichtbar, ansprechbar und präsent“ im öffentlichen Raum bewegen.


Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: 2021 wurden hier 795 Straftaten registriert - ein Zuwachs um 155 Fälle (24,2 Prozent mehr als 2020). Die Aufklärungsquote lag bei 89,2 Prozent. Im Ostalbkreis nahm die Gesamtzahl der Fälle um 11,1 Prozent auf 261 Fälle zu. Massiv gestiegen sind die Fälle beim Verbreiten pornografischer Schriften. Eine Sonderermittlungsgruppe bearbeitet alle Fälle zu Kinder- und Jugendpornografie.


Cybercrime: Datenklau oder Sabotage stiegen um 30,4 Prozent auf 781 Fälle. 2021 gab es präsidiumsweit 2998 Straftaten - ein Plus von 20,6 Prozent. 67,7 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt. Der Schaden 2021: insgesamt rund 3,3 Millionen Euro. Den größten Anteil hatten Waren- und Warenkreditbetrug mit 1016 Fällen.


Gewalt gegen Polizisten: Über 400 Corona-Demos hat die Polizei begleitet. Dort, aber auch im polizeilichen Alltag, wurde bei der Durchsetzung von Maskenpflicht, Ausgangssperre oder Begrenzung der Personenanzahl, eine alarmierende Gewaltbereitschaft gegen Polizisten registriert. So viele, wie seit zehn Jahren nicht mehr, nämlich 356 Fälle wurden registriert. 926 Polizistinnen und Polizisten fielen 2021 strafbarer Handlungen zum Opfer - ein Plus von 19,5 Prozent. 163 Polizisten erlitten Verletzungen; zwei Beamte und eine Beamtin wurden schwer verletzt.


Politisch motivierte Kriminalität: Hier verzeichnet das PP Aalen mit 577 Straftaten eine Zunahme um 85,5 Prozent zu 2020. Gewaltdelikte sanken von zehn auf sieben Fälle. Straftaten von „rechts“ dominieren weiter mit 246 Delikten - ein Plus von 9,3 Prozent. 139 Fälle waren Propaganda- und Sachbeschädigungsdelikte. Bei „Volksverhetzung und Gewaltdarstellung“ ergab sich eine Zunahme um 250 Prozent auf 91 Fälle. Die Zahl „linker“ Straftaten stieg um 31,5 Prozent auf 71 Delikte. Hier gab es 46 Fälle von Sachbeschädigung. 222 verschiedenste Delikte gab es im Zusammenhang mit Landtagswahl und Bundestagswahl, meist Sachbeschädigungen an Wahlplakaten.

Zahlen zur Verkehrsüberwachung

Unfälle: Im Ostalbkreis fiel die Anzahl der Unfälle 2021 um 1,08 Prozent auf 7331. Auf der Autobahn aber stieg die Zahl der Unfälle auf 655 - plus 3,31 Prozent. Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden im Ostalbkreis sank um 8,2 Prozent auf 792. 15 Menschen verunglückten hier tödlich. 2020 gab es sieben Tote.


Unfallursachen sind „Vorfahrt“ und „Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren“ (je 15 Prozent); „Geschwindigkeit (14 Prozent); „Abstand“ (acht Prozent), „Verkehrstüchtigkeit“ (sechs Prozent) und „Überholen“ (vier Prozent). Bei 29 Prozent der Unfälle mit Personenschaden ist Geschwindigkeit die Ursache. Auf der Autobahn liegt dieser Wert bei 43 Prozent, bei tödlichen Unfällen bei 40 und bei Motorradunfällen bei 59 Prozent.


Zweiräder: Es gab 397 Motorradunfälle, 7,5 Prozent weniger als 2020. 236 Unfälle haben die Fahrer selbst verursacht. Die Zahl der Motorradunfälle mit Personenschaden ist auf 325 gesunken. Auf der Ostalb endeten vier Motorradunfälle tödlich.

Die Anzahl der Unfälle mit Fahrrädern ging um 146 auf 510 zurück. Ein Radfahrer verlor dabei sein Leben. Insgesamt wurden 113 Radler schwer und 351 leicht verletzt. 221 Unfälle gab es mit Pedelecs und E-Bikes. Dabei kam ein Nutzer ums Leben, 52 wurden schwer und 137 leicht verletzt.


Kontrollen: 2021 wurden bei 284 Kontrollen 4536 Motorräder überprüft. Es gab 794 Beanstandungen. 205 Verstöße waren technische Mängel, bei Tempomessungen wurden insgesamt 242.445 Verstöße festgestellt.

Fahren unter Alkoholeinfluss war eine der Hauptursachen für tödliche Unfälle. Das PP Aalen legte 2021 insgesamt 1290 Anzeigen wegen Fahren unter Alkoholeinwirkung vor. Dabei wurden 493 Führerscheine einbehalten. Wegen Fahrten unter Drogen wurden 59 Strafanzeigen gestellt. Die Zahl stieg auf 717 Fälle. In 60 Fällen wurde der Führerschein sofort einbehalten.

Im Güter- und Personenverkehrs wurden im Jahr 2021 insgesamt 3841 Fahrzeuge kontrolliert. Bei den Beanstandungen gab es eine Steigerung auf 2.585 Verstöße.

Polizeistatistik

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