Die Pläne für AstraZeneca im Kreis

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Zuerst Impf-Stopp und nun ein neuer Rückschlag bei dem Mittel von AstraZeneca haben auch Auswirkungen auf das Tempo der Corona-Impfungen. Was Impfwillige jetzt wissen müssen.

Aalen

Es geht aktuell nicht mehr so schnell vorwärts bei den Corona-Impfungen, wie in den vergangenen Wochen. Der vorübergehende Impf-Stopp für AstraZeneca hatte Auswirkungen auf das Impftempo: Nur etwas mehr als 3000 neue Impfungen gab es innerhalb der vergangenen sieben Tage im Ostalbkreis. Anfang März waren es mehr als 4000 neue Impfungen und in den vergangenen beiden Wochen zuerst rund 3900 und dann fast 3700. Der Trend geht aktuell also in die falsche Richtung. Da kommt der zweite Rückschlag für AstraZeneca zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt.

Am Mittwochnachmittag hat der Krisenstab im Landratsamt entschieden, wie es im Ostalbkreis mit den Impfungen nun weitergeht. Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit Dienstag diesen Impfstoff nur noch für Menschen ab 60 Jahren.

Wichtig für alle, die bereits Termine mit AstraZeneca im Aalener Kreisimpfzentrum gebucht haben: diese bleiben bestehen. "Allerdings erhalten die unter 60-Jährigen anstelle von AstraZeneca den Impfstoff von Biontech", sagt Landrat Dr. Joachim Bläse. Möglich wird die Umbuchung auf den anderen Impfstoff durch eine zusätzliche Lieferung von 1170 Dosen Biontech an den Ostalbkreis. Alle über 60-Jährigen, die ihren Impftermin wahrnehmen, werden weiterhin mit AstraZeneca geimpft. In den kommenden Tagen gibt es laut Auskunft der Landkreisverwaltung täglich zwischen 260 bis 295 Impfungen mit AstraZeneca – der überwiegende Anteil betreffe über 60-Jährige.

Auf die Mobilen Impfteams, die vor Ort in den Gemeinden zur Impfung von über 80-Jährigen unterwegs sind und mit Biontech impfen, hat die aktuelle Änderung der Impfstrategie keine Auswirkung.

Die unter 60-Jährigen erhalten anstelle von AstraZeneca den Impfstoff von Biontech.

Dr. Joachim Bläse über bereits gebuchte Termine

Wie es für diejenigen unter 60-Jährigen weitergeht, die bereits eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben, ist noch nicht geklärt. "Hier müssen wir zunächst die Empfehlung der Ständigen Impfkommission und die Entscheidung des Sozialministeriums abwarten," so Bläse. Da der Zweittermin frühestens neun und inzwischen teils auch 12 Wochen nach der Erstimpfung liege, habe man bei Bund und Land Zeit für eine genaue Prüfung und Abwägung, mit welchem Impfstoff die Zweitimpfung erfolgen könne.

Ob und wann der Ostalbkreis mehr Impfstoff erhält, war am Mittwoch nicht zu erfahren. Nach einem Bericht dieser Zeitung haben sich die Abgeordneten der Region an Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) gewandt und eine gerechtere Verteilung nach Einwohnerzahl gefordert. Sein Sozialministerium signalisiert jetzt Bereitschaft. Zunächst ist im April ein Impfgipfel mit den Kommunen geplant, um den Verteilschlüssel der Impfstoffe abzustimmen. Voraussetzung sei, dass mehr Impfstoff zur Verfügung steht.

Aktuell gab es im Ostalbkreis 19503 Erstimpfungen – das entspräche einer Quote von 6,2 Prozent – hinzu kommt jedoch eine unbekannte Anzahl von Ostälblern, die sich außerhalb des Kreises haben impfen lassen.

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