Die Siebenschläfer-Regel auf der Ostalb

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Auf unbeständiges Wetter mit immer wieder mal Gewitter und Regen müssen wir uns wohl in diesem Sommer einstellen, sagt SchwäPo-Wettermelder Tim Abramowski.

Als überliefert gilt: Wie das Wetter am 27. Juni ist, so wird es die folgenden sieben Wochen. Stimmt die Regel auch für diese Region? Ein Witterungs-Check der vergangenen Jahre.

Aalen

Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag“, so heißt es in einer Bauernregel. Beim Siebenschläfertag geht es in erster Linie gar nicht um die Witterung an diesem Tag, dem 27. Juni, sondern um die Großwetterlage Ende Juni/Anfang Juli. 1582 wurde der Gregorianische Kalender eingeführt, davor galt der Julianische Kalender. Da Ungenauigkeiten des Julianischen Kalenders behoben werden mussten, ergab sich so eine Verschiebung um zehn Tage. Somit ist für die Siebenschläfer-Regel der Zeitraum zwischen dem 27. Juni und 7. Juli relevant. Wie das Wetter in dieser Zeit ist, wird es mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent in den folgenden sieben Wochen. Traf das auf der Ostalb in den vergangenen Jahren so ein?

Ein Rückblick: 2020, Ende Juni/Anfang Juli: häufig Sonnenschein, aber auch Gewitter und sommerliche Temperaturen. Die darauffolgenden sieben Wochen brachten ebenfalls viel Sonne, zwischendurch kräftige Schauer und Gewitter und sogar viele heiße Tage von mehr als 30 Grad.

2019, Ende Juni/Anfang Juli: extreme Hitze, strahlender Sonnenschein, fast kein Regen. Im Anschluss: Der Sommer konnte das Niveau nicht mehr halten. Speziell im August gab es viel Regen und kühle Temperatur.

2018: viel Sonnenschein, aber auch Gewitter und angenehme Sommertemperaturen. Im Anschluss: Die Temperaturen stiegen sogar noch deutlich an. Zwischen Ende Juli und Anfang August lagen die Höchstwerte 13 Tage in Serie teils jenseits der 30 Grad-Marke. Das war bislang einmalig auf der Ostalb seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Mitte der 1940er-Jahre. Am heißesten war es dabei am 31. Juli mit bis zu 36 Grad.

2017 war es zu der Zeit wechselhaft. Die Temperaturen fuhren Achterbahn. Daran änderte sich auch im Verlauf der folgenden sieben Wochen nichts. Es blieb unbeständig, es gab ein Auf und Ab bei den Temperaturen.

2016: häufig Sonne, aber auch einige Schauer. Die Werte lagen meist zwischen 25 und 30 Grad. Im weiteren Juli-Verlauf war es erstmal wechselhaft. Die einzig stabile Phase gab es zur Monatsmitte. Danach fiel wieder häufig Regen. Im August stabilisierte sich die Wetterlage. Der Regen verzog sich langsam und die Sonnenanteile nahmen zu. Dazu lag die Höchsttemperatur an vielen Tagen bei deutlich über 30 Grad.

2015: große Hitze, mit bis zu 37 Grad, strahlender Sonnenschein und kein Regen. Für den weiteren Sommerverlauf war das keine leichte Aufgabe, dieses Niveau zu halten. Es gab aber dennoch reichlich Sonnenschein, zum Teil große Hitze über mehrere Tage und teils viel zu wenig Niederschlag.

2014: immer wieder Regen, aber auch längere sonnige Phasen, dazu verhaltene Temperaturen. So ging es auch sieben Wochen weiter. Speziell der August war unterkühlt und sehr nass.

Fazit: In den vergangenen Jahren erwies sich die Siebenschläfer-Regel zum Teil als gar nicht so verkehrt und ganz brauchbar.

Und dieses Jahr? Am Siebenschläfertag, an diesem Sonntag, wird es freundlich bei knapp 30 Grad. Für den Zeitraum bis etwa 7. Juli berechnen die Wettermodelle aber wieder unbeständiges Wetter und normale bis leicht zu kühle Temperaturen.

Das könnte auch der Trend für den weiteren Sommer 2021 werden: immer wieder Sonnenschein, aber unbeständig. Auf teils kräftige Schauer und Gewitter müssen wir uns einstellen.

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