Die Wanderung mit dem Raketenstoff

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Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch.
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Martin Barth aus Heubach bietet Weinwanderungen an – und hat für eine besonders kurze Tour einen ganz besonderen und in vielfacher Hinsicht ausgezeichneten Winzer eingeladen.

Weinwanderungen

Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch.
Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch. © Steck, Jürgen
Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch.
Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch. © Steck, Jürgen
Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch.
Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch. © Steck, Jürgen
Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch.
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Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch.
Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch. © Steck, Jürgen
Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch.
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Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch.
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Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch.
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Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch.
Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch. © Steck, Jürgen
Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch.
Bei hohen Temperaturen unterwegs: Wanderung mit dem Heubacher Weinhändler Marti Barth und dem Spitzenwinzer Christian Hirsch. © Steck, Jürgen

Heubach

Zugegeben. Es war jetzt nicht die Mördertour, was die Zahl der Kilometer anbelangt. Und Höhenmeter kann man am Albtrauf rund um Heubach deutlich mehr machen. Martin Barth hat umdisponiert. Und das war auch gut so. Bei knapp 30 Grad im Schatten an diesem Samstag die richtige Entscheidung. Da waren sich alle einig.

Martin Barth aus Heubach bietet seit wenigen Monaten Weinwanderungen an. Dazu muss man erst einmal erklären, wer er ist – und wie es dazu kam. Viele Jahre hat er in einem großen Unternehmen in Heubach gearbeitet, im kaufmännischen Bereich. Dann sah er eine Chance, Leidenschaft und Beruf zu verbinden. Und seine Leidenschaft gilt dem Wein, gutem Wein. Er hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, ein Weinhaus eröffnet. „WeinBARth“ hat er das kleine Unternehmen genannt, das er zusammen mit seiner Frau Yvonne führt. „Schöne Weinmomente“ möchten die beiden ihren Kundinnen und Kunden bieten. Mit Veranstaltungen, „Events“ – und eben solchen Weinwanderungen wie der am Samstag – in der sommerlichen Hitze. Bei, wie gesagt, 30 Grad im Schatten. Knapp 20 Weinfreundinnen und Weinfreunde sind gekommen um 15 Uhr zum vereinbarten Treffpunkt an der Heubacher Sporthalle. Normalerweise führt Martin Barth die Wanderungen selbst, spricht über den Wein, erklärt, erläutert und erzählt auch ein bisschen nur so. Für diesen Tag hat Barth diesen Part jemandem überlassen, der das mindestens so gut kann wie Barth. Christian Hirsch war von Leingarten nach Heubach gekommen, um über seine Weine zu sprechen. Ein Winzer aus Württemberg – aber was für einer.

„Also, ich bin der Christian aus Leingarten, aus dem Unterland“, so stellt sich der 38-Jährige in Heubach vor. Er spricht über sich, „denn je mehr ihr über mich wisst, desto besser versteht ihr meine Weine“. Wie er sich entwickelt hat vom „Wochenendwinzer“ auf dem elterlichen Weingut zum Winzer, dessen Weine mittlerweile zahlreiche Preise gewonnen haben. Und sein „CH“ ist der Rotwein, der bei Fußballländerspielen der deutschen Fußbalnationalmannschaft im VIP-Bereich ausgeschenkt wird. In einer Blindverkostung wurde er ausgewählt. Von seiner Ausbildung spricht Hirsch, seinem Studium des Weinbaus in Geisenheim, vor allem aber am Robert Mondavi Institute in Kalifornien, nördlich von San Francisco, wo im Nappa Valley ganz große – und ganz teure – Weine erzeugt werden. Dort hat sich Hirsch in die „sehr, sehr kräftigen Rotweine verliebt“, wie er den Weinwanderern sagt. Aber dort, in Kalifornien, so berichtet er weiter, werde vieles, fast alles anders gemacht als es sein Vater gemacht habe. Christian Hirsch hat den Livestyle Wein erlebt und aufgesogen. Und trifft zuhause auf den eher traditionellen württembergischen Viertelesschlotzer und den Wein dafür, den die Winzer in seiner Heimat gemacht haben und machen. Er beschließt nach vielen Gesprächen mit seinen Eltern, sein Ding durchzuziehen – und macht eigene Weine unter seinem Namen, in seinem Stil, konsequent – vom Produkt über die stylischen Etiketten bis zu den Namen der Weine. So beschreibt er seinen Werdegang - während Martin Barth den ersten Wein ausschenkt – einen gut gekühlten Weißwein, vielleicht knapp einen Deziliter gibt er jeweils aus. „Weiß und wild“ heißt der Einstiegswein, geeignet für „gehobenes easy-drinking“, wie Christian Hirsch erklärt.

Es folgen Weine, die Namen tragen wie „90 Grad Südwest“, ein Riesling, „Virginia“, ein Sauvignon Blanc oder „Rosé Saignée“ oder „R!“ – wieder ein Riesling. Die Fläschchen hat Martin Barth in zwei umgebauten Bollerwagen verstaut, die von ihm und Freiwilligen aus der Gruppe gezogen werden. Diese Wagen sind diesmal besonders schwer. Das liegt am vielen Wasser, das Martin Barth diesmal zugeladen hat – bei der Hitze eine gute Entscheidung und stark nachgefragt. Gläser für die Verkostung haben die Teilnehmer am Anfang bekommen – und dazu eine einfache, aber gute Konstruktion, mit der man sich das Glas um den Hals hängen kann während des Wanderns.

Insgesamt drei Stunden dauert die Wanderung – vom Ausgangspunkt an der Sporthalle in Heubach geht es auf gar nicht so vielen Umwegen auf den Sand, eine Anhöhe über Heubach mit Trinkpausen immer dort, wo es ein wenig Schatten gibt. Es gibt ein kleines Vesper zwischendurch, corona-gerecht in Papiertüten verpackt, für jeden eines. Drin steckt etwas Wurst und Käse – und spezielles Brot, in das der Heubacher Bäcker Günther Mühlhäuser Weintrester eingearbeitet hat, wie Martin Barth berichtet. Zum Finale bieten er und Christian Hirsch nochmal etwas ganz besonderes, den „SY“, einen Shiraz aus Christian Hirschs Reihe „Großes Geweih“, der in Barriques aus schwäbischer Eiche ausgebaut wird und der für knapp 25 Euro in den Handel kommt, ein „Raketenstoff“, wie Hirsch beschreibt. Der Raketenstoff geht entsprechend ab und kommt nochmal richtig gut an, bevor es wieder ins Tal geht. Hirsch und Barth bekommen Applaus für ihre Tour – die irgendwie doch anstrengend war. Aber jetzt nicht so sehr wegen der Kilo- und Höhenmeter …

Martin Barth bietet seine Weinwanderungen samstags an – corona-konform im 3-G-Modus und ist schon gut ausgebucht für dieses Jahr. Auch mittwochs bietet er auf Nachfrage „After-work“-Touren an. Wer ihn kontaktieren möchte, kann das telefonisch tun, 07173 9119785. Infos gibt’s im Netz unter www.weinbarth.de.

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