Dieselpakt für Busunternehmen steht

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ÖPNV im Ostalbkreis.
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1,1 Millionen Euro - das Geld, das der Kreis durch das Neun-Euro-Ticket spart - soll hiesigen Busunternehmen als Einmalzahlung in der Krise helfen.

Aalen

Der ÖPNV kostet. Wie viel, darüber hat die Verwaltung am Montag den Ausschuss für Kreisentwicklung informiert.

Diesel ist teuer geworden. In diesem Jahr wird eine Steigerung von bis zu 15 Prozent erwartet. Bund und Land haben sich nicht auf einen Dieselstützungspakt geeinigt und es werden auch keine Mittel in Aussicht gestellt. Die Verhandlungen stagnieren.

Landrat Dr. Joachim Bläse hat aber, wie er in der Sitzung sagte, von Innenminister Thomas Strobl eine Auskunft in dieser Sache erhalten. Demnach würden Kommunen an den Kosten für den ÖPNV-Rettungsschirm 2022 finanziell nicht beteiligt. Dafür wird sich das Land aber in keiner Weise an einem kommunalen Dieselstützungspakt beteiligen.

Einen solchen wird der Landkreis aber nun schaffen. Der Pakt soll so lange wirken, bis die Ersparnisse des Ostalbkreises in der Schülerbeförderung durch das „Neun-Euro-Ticket“ aufgebraucht sind.

Im freigestellten Schülerverkehr sollen zehn Cent pro Kilometer (entspricht in etwa 50 Cent/Liter) für die Monate März bis Juli 2022 als Dieselhilfe auf Antrag ausbezahlt werden.

Die Dieselhilfe des Ostalbkreises ist als Abschlagszahlung anzusehen. Sie deckt die Mehrkosten nicht vollständig. Die Initiative ist auf rund 1,16 Millionen Euro gedeckelt. Das ist die Summe, mit der die Schülerbeförderung durch das „Neun-Euro-Ticket“ in den Monaten Juni und Juli entlastet wird, weil der Bund auch die Differenz zwischen dem Eigenanteil der Eltern und dem Fahrpreis der Fahrkarte trägt. Der Ferienmonat August war beim Ostalb-Abo schon immer kostenfrei.

Der Bund habe inzwischen 90 Prozent der Mittel aus dem ÖPNV-Rettungsschirm 2022 für den Zeitraum Juni bis August 2022 als erste Liquiditätshilfe in Höhe von 2,4 Millionen Euro ausbezahlt, hieß es. Der Ausschuss schließlich signalisierte einstimmig Zustimmung zu dem Vorhaben, der Kreistag hat das letzte Wort, wird dem Antrag aber wohl folgen.

Neun-Euro-Ticket

Ingo-Benedikt Gehlhaus, der Geschäftsbereichsleiter Nachhaltige Mobilität, berichtete dem Gremium dann über einzelne Bereiche im ÖPNV. So würden die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen zum „Neun-Euro-Ticket“ von OstalbMobil und den Verkehrsunternehmen, unter zusätzlicher Belastung des Personals erfolgreich, gemeistert. Bestandskunden würden entlastet, „Schnupperkunden“ gewonnen. Im Kreis seien keine Beschwerden wegen voller Züge oder Busse bekannt, sagte er.

Bis zum 6. Juni 2022 seien in den Bussen und Servicestellen des Landkreises insgesamt 7255 Neun-Euro-Tickets verkauft worden. Das Gros werde aber an Automaten gezogen oder via Internet gekauft. „Viel mehr auf der Ostalb haben so ein Ticket“, sagte Gelhaus.

OstalbMobil wickele auch die Antragstellung zum Corona-Rettungsschirm 2022 zum 15. Juli 2022 für die Unternehmen ab. Eine Auszahlung eines Abschlags soll im September erfolgen. Über den Rettungsschirm 2021 hätten die Verkehrsunternehmen und der Landkreis bisher rund drei Millionen Euro erhalten. Es stehe noch ein Betrag von rund 500.000 Euro aus, der wohl 2023 ausbezahlt werde.

StadtLandBus funktioniert

„StadtLandBus“ im Raum Bopfingen-Virngrund bietet dort abends und am Wochenende seit Juli 2020 ein ÖPNV-Angebot als „On-Demand“-Verkehr. Das Projekt funktioniert. Viele fahren mit, das senkt die Durchschnittskosten pro Fahrgast. Doch mit jedem weiteren Nutzer steigt auch der Zuschussbedarf. Die Konzession der Firma Ok.go läuft zum 31. Juli 2022 aus. Das Projekt soll aber weitergeführt werden. Im Haushalt 2022 wurden 260.000 Euro für „StadtLandBus“ veranschlagt. Im Haushaltjahr 2023 sind bereits für den bestehenden Verkehr 420.000 Euro, zuzüglich einer Erhöhung nach dem BW-Index, erforderlich.

Auch hier stimmte der Ausschuss einstimmig der Fortsetzung des Projektes zu.

Abo-Programm für OstalbMobil

Für OstalbMobil soll endlich ein digitales Abo-Programm her, um papierbasierte Verfahren abzulösen. Das entlastet Verwaltung und Schulsekretariate. Eine Online-Abwicklung des Bestellverfahrens ist zudem Voraussetzung für die Einführung des landesweiten Jugendtickets.

Der Aufsichtsrat der OstalbMobil GmbH hat einen Grundsatzbeschluss zur Anschaffung des Programms „PUBLIK.ticketing“ des Herstellers GEVAS gefasst. Das Programm werde erfolgreich in 13 Landkreisen in Württemberg eingesetzt, so Gelhaus. Der Kunde erwirbt online über das Kundenportal bei OstalbMobil direkt im System das Ticket. Der Landkreis will die Einmalkosten der Lizenzen übernehmen - zum Preis von 117.500 Euro. Das Gremium stimmte zu.

Linie Göppingen-Lorch kriselt

Seit 2019 verkehrt der vom Landkreis Göppingen betriebene und vom Land bezuschusste Regiobus der Linie „X93“ zwischen Göppingen und Lorch. Das Angebot sollte nun zum Halbstunden-Takt ausgebaut werden. Kostenpunkt für den Ostalbkreis: 50.000 Euro pro Jahr. Jedoch konnte das Busunternehmen den zugesicherten Preis nicht gewährleisten, worauf die Partner aus Göppingen sowie der VRS in Absprache mit dem Ostalbkreis ausstiegen. Eine Neukonzeption werde es daher wohl erst nach Ablauf des Verkehrsvertrages 2025 geben, informierte Gelhaus.

Straßensanierungen.

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