Drei Bach-Kantaten in vollendeter Form

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Ton Koopman dirigiert, Klaus Mertens singt ein Basssolo beim Konzert mit Alter Musik im Gmünder Münster.

Ton Koopman mit seinem "Amsterdam Baroque Orchestra and Choir" im Schwäbisch Gmünder Münster.

Ton Koopman, ein Bach-Experte und Interpret ersten Ranges, ist insbesondere auch ein Kenner des Bach'schen Kantatenwerks. Mit seinem weltweit gefeierten "Amsterdam Barock Orchester" und "Amsterdam Barock Chor" hat er zwischen 1994 und 2005 alle erhaltenen Kantaten, rund 200 sind es, eingespielt. Bach habe eine Größe und eine Genialität – dem könne er nur mit Demut begegnen, erklärte Koopman.

Ganz von Ehrfurcht vor der Musik war folglich auch sein Dirigat geprägt, das er immer wieder durch sein Continuo-Spiel an der Truhenorgel und dem Cembalo unterbrach. Für die rund 800 Zuhörer am Samstagabend im Gmünder Münster hatte der Niederländer drei sehr unterschiedliche Kantaten ausgewählt. Sehr festlich begann "Unser Mund sei voll Lachens" (BWV 110), die Bach ursprünglich für den ersten Weihnachtsfeiertag schrieb. Mit einem groß angelegten Chor lässt Bach die 1725 uraufgeführte Kantate beginnen; für feierlichen Glanz sorgen die drei Barocktrompeten, die den verkündigenden Charakter unterstreichen: "Der Herr hat Großes an uns getan".

Mit der Trauer-Kantate (BWV 127) folgte eine Musik, die um die Erlösung des Menschen kreist. Dass es seine Lieblingskantate ist, hatte Koopman vorab verraten.

Nach der Pause ging es mit der weltlichen Kantate "Der Streit zwischen Phoebus und Pan" (BWV 201) weiter.

Koopmans Instrumentalisten sind durchweg ausgewiesene Spezialisten für Alte Musik. Besonders stachen die Oboe d'amore und die beiden Traversflöten hervor. Herausragend waren auch die Solisten. Elisabeth Breuer war für die erkrankte Christina Landshamer eingesprungen. Ihr Sopran war strahlend, ohne jegliche Aufdringlichkeit.

Besonders zu Herzen ging die Arie "Die Seele ruht in Jesu Händen" – mehr Trost als durch diese Musik ist nicht vorstellbar. Klaus Mertens brillierte als Bass mit großer Erfahrung. Andreas Wolf wiederum kommt als Pan wie eine ungestüme Naturgewalt daher. In den Alt-Arien wiederum zeigte Countertenor Maarten Engeltjes sein Können. Und bei den Tenören überzeugte Tilman Lichdi mit Geschmeidigkeit und Klarheit und William Knight als hoher Tenor.

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