Drei Chöre in einem Altarraum

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Mit den "Kantaten zum Advent" überzeugen in Heubach die Chöre von St. Bernhard und St. Ulrich sowie der Grundschulchor.

Ganz passend zum Aufführungstermin am ersten Advent hatten Martin Thorwart und der Katholische Kirchenchor Heubach ihr Kirchenkonzert unter das Thema "Kantaten zum Advent" gestellt. Zwei der bekanntesten Kantaten von Johann Sebastian Bach – "Wachet auf, ruft uns die Stimme" und "Nun komm, der Heiden Heiland" waren der romantischen Choralkantate "Vom Himmel hoch, da komm ich her" von Felix Mendelssohn-Bartholdy gegenübergestellt. Eine Premiere feierte die Zusammenarbeit mit dem Chor der evangelischen St.-Ulrich-Kirche und dem Grundschulchor der Schillerschule Heubach.

Thorwarth brauchte keine raumgreifenden Bewegungen und großen Gesten; mit sparsamem Duktus führte er Chor und Orchester vom ersten Takt an sicher durch das Konzert. Beschwingt schreitend, mit bewegtem, transparentem Klang bildete das Orchester um Konzertmeisterin Monika Böhm einen kongenialen Partner für Chor und Solisten in den beiden Bach- Kantaten. Die beiden Kirchenchöre erwiesen sich als gut vorbereiteter, harmonischer Klangkörper, mit exakten Einsätzen und schönen Abphrasierungen.

Vor allem in "Wachet auf, ruft uns die Stimme" hatten Chor und Orchester ihre dynamische Balance gefunden und erlaubten ein beeindruckendes Hörerlebnis.

Einen etwas gemischten Eindruck hinterließen die Solisten. Die Sopranistin Inge Bidlingmaier glänzte mit warmem Timbre und voluminösem, doch nie forciertem Klang. Hervorzuheben sind besonders das Duett "Mein Freund ist mein" aus "Wachet auf, ruft uns die Stimme" und die ausdrucksstarke Arie "Sei willkommen, du edler Gast" aus der Mendelssohn-Kantate.

Der Bariton Jürgen Deppert konnte mit gut ausgestalten Melodiebögen und auch in der Höhe griffigem Klangbild vor allem in "Vom Himmel hoch" überzeugen.

Etwas abfallend leider der Tenor Axel Paridon, der zwar mit silbrig-heller Stimme zu gefallen wusste, doch noch etwas Strahlkraft und vor allem in den hohen Lagen auch Räumlichkeit vermissen ließ.

Den klanglichen Höhepunkt des Abends bildete die abschließende Choralkantate von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Der von Sibylle Abele bestens präparierte Grundschulchor ergänzte dabei den Cantus Firmus des Soprans. Die jungen Sänger zeigten sich dabei weder vom mächtigen Orchesterklang noch dem voll besetzten Auditiorium beeindruckt und boten eine ausgezeichnete Leistung. Mit dem gewaltig ausgreifenden, von Trompetenschall und Paukenwirbel begleiteten "Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron" fand das Konzert einen fulminanten Schlusspunkt.

Das Publikum in der fast voll besetzten St.-Bernhard-Kirche bedankte sich mit frenetischem Applaus und erhielt eine Wiederholung des Schlusschores als Zugabe.

Hansjörg Sattler

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