Drei Prozent der Ostalb-Männer haben Probleme mit der Potenz

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Nur Unlust oder ein gravierendes Gesundheitsproblem? Die AOK rät zur frühzeitigen Abklärung.

Höhere Dunkelziffer. Warum Scham oder Verschweigen der falsche Weg ist und was Mediziner den Betroffenen raten.

Aalen. Für die Mehrzahl der Männer gibt es kaum eine größere Belastung, als mit der Partnerin oder dem Partner nicht mehr intim werden zu können. Rund drei Prozent der Männer im Ostalbkreis leiden an einer Erektionsstörung, so die AOK-Statistik 2020. Doch die Zahl der Betroffenen dürfte deutlich höher sein, da viele Männer aus Scham nicht zum Arzt gehen.

Aus medizinischer Sicht liegt eine Erektionsstörung vor, wenn sieben von zehn Versuchen umgangssprachlich in die Hose gehen und dieses Problem mehr als sechs Monate anhält.

Landesweit waren im Jahr 2020 knapp 70.000 Männer in Baden-Württemberg, die bei der Gesundheitskasse versichert sind, mit der Diagnose „erektile Dysfunktion“ in ärztlicher Behandlung.

„Die Ursachen für eine erektile Dysfunktion sind vielfältig, meist kommen mehrere Auslöser zusammen. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass bei jüngeren Männern psychische Gründe überwiegen, während mit zunehmendem Alter häufiger vor allem körperliche Erkrankungen zugrunde liegen“, erläutert Dr. Hans-Peter Zipp, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg. Er warnt: Bei Männern über 50 Jahren könne eine Erektionsstörung das erste Warnzeichen einer Gefäßerkrankung sein und damit ein möglicher Vorbote von Herzinfarkt oder Schlaganfall. Deshalb rät der Mediziner, langanhaltende Potenzprobleme dringend ärztlich abklären zu lassen, um gravierende Folgen verhindern zu können. Die hausärztliche Praxis ist hierbei der erste Ansprechpartner und kann gegebenenfalls an die passende Facharztpraxis, meist eine Praxis für Urologie, überweisen.

Laut einer durch die AOK in Auftrag gegebenen Umfrage sind über 61 Prozent der Meinung, dass Erektionsstörungen die partnerschaftliche Beziehung stark belastet. 15 Prozent geben an, dass sie das Thema bei ihrem Arzt nicht ansprechen würden, wenn sie selbst betroffen wären. Und weitere 16 Prozent würden auch mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner nicht offen darüber sprechen. Der Mediziner appelliert an die Männer, das Thema weder beim Partner noch beim Arzt zu tabuisieren. Mit Hilfe eines Spezialisten kann die Ursache identifiziert werden.“

Die AOK Ostwürttemberg rät Männern mit Potenzproblemen ihr Verhalten zu prüfen: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und fettreiche Ernährung sorgen für Durchblutungsstörungen. Eine gesünderes Verhalten kann auch gegen Impotenz helfen.

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