Dreieinhalb Stellen mehr für Schulsozialarbeit

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Eine Schülerin meldet sich im Unterricht.
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Der Kreis-Jugendhilfeausschuss empfiehlt einstimmig die Weiterförderung und Neuschaffung aller beantragten Personalstellen.

Aalen. Schulsozialarbeit ist wichtiger denn je. Das hat Martin Joklitschke, Stabsstellenleiter und Kreis-Sozialplaner, am Dienstag im Kreis-Jugendhilfeausschuss deutlich gemacht. Stellen zu besetzen, koste Geld, schwieriger aber sei es Personal zu finden. Kurzfristig scheint der Spagat aber noch zu gelingen.

Einstimmig hat der Ausschuss beschlossen, alle beantragten Stellen ab dem Schuljahr 2022/2023 für drei Jahre zu verlängern, aufzustocken oder gar neu zu schaffen. Die Zustimmung des Kreistags ist Formsache.

Ganz neu geschaffen wird eine halbe Stelle für Schulsozialarbeit an der Realschule auf dem Galgenberg in Aalen. Aufgestockt werden die Stellen an der Gemeinschaftsschule Welland in Aalen, von 0,5 auf eine ganze Stelle; an der Schillerschule Heubach von 0,5 auf eine ganze Stelle; an der Härtsfeldschule Neresheim von eine auf zwei Stellen; am Ernst-Abbe-Gymnasium Oberkochen von einer halben auf eine ganze Stelle und an der Grundschule Hardt in Schwäbisch Gmünd von 0,75 auf 1,25.

Weiter bewilligt wurde Schulsozialarbeit an der Hermann Hesse Schule Aalen (eine Stelle); der Werkrealschule Bopfingen und der Stauferschule Bopfingen (jeweils eine halbe Stelle); an der Parkschule Essingen (60-Prozent-Stelle); an der Mörikeschule Heubach (halbe Stelle); an der Schäfersfeldschule Lorch und am Gymnasium Friedrich II. Lorch (jeweils eine Stelle), an der Adalbert-Stifter-Realschule Gmünd (1,5 Stellen), an der Klösterleschule Gmünd (eine Stelle); an der Schiller-Realschule mit Werkrealschule Gmünd (zwei Stellen); an der Rauchbeinschule Gmünd (eine halbe Stelle) und an der Gemeinschaftsschule Unterm Hohenrechberg in Waldstetten (eine Stelle).

Zur Begründung ihrer Anträge hatten die Schulträger auf verschiedene Ursachen und Situationen verwiesen, in denen das pädagogische Handeln von Lehrkräften an Grenzen stößt. Aufgeführt wurden beispielsweise mangelndes Lernverhalten, Mobbing, Scheidung der Eltern, Tod eines Elternteils, Vernachlässigung durch Erziehungsberechtigte oder Probleme in sozialen Netzwerken. Weiter spielten teils auch steigende Schülerzahlen, die steigende Anzahl an Kindern mit Migrationshintergrund und damit verbundene interkulturelle Konflikte, der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung sowie der Wegfall verlässlicher Strukturen durch die Schulschließungen wegen Corona eine Rolle, so Joklitschke.

Sämtliche Anträge wurden vom Staatlichen Schulamt Göppingen und vom zuständigen Ostalb-Geschäftsbereich geprüft. Alle schlugen die Weiterförderung vor.

Der Mehraufwand des Landkreises für die neu beantragten 3,5 Stellen beläuft sich im Jahr 2022 – abzüglich der Landesförderung und der Beteiligung der Schulträger – auf rund 34.000 Euro. Im Folgejahr wird mit einem Kreisanteil in Höhe von 95.000 Euro gerechnet. Falls Fördermittel aus dem Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ bewilligt werden sollten, entstehen dem Ostalbkreis im Schuljahr 2022/2023 gar keine Kosten.

Bernhard Ritter (FDP) sagte, es sei überfällig, dass Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter auf gleicher Ebene betrachtet würden wie Lehrerinnen und Lehrer. Das Land müsse an jeder Schule Schulsozialarbeit schaffen, müsse einstellen und die Stellen bezahlen. Damit erntete er einhellige Zustimmung im Gremium.

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