Dreiste Masche: Polizei warnt vor Corona-Schockanrufen im Ostalbkreis

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Die Maschen der Betrüger werden immer dreister. Symbolbild: Pixabay

Mehrere Geschädigte meldeten sich in den letzten Tagen bei der Polizei und zeigten die Betrugsversuche an, die stets ähnlich abliefen.

Aalen. Am Mittwoch klingelte in Fachsenfeld das Telefon bei einer 71-jährigen Frau. Es meldete sich eine angebliche Krankenschwester vom Krankenhaus in Aalen mit einer schockierenden Nachricht: Der Sohn der Angerufenen läge aufgrund einer Corona-Erkrankung im Klinikum im Koma. Der Verlauf der Krankheit wäre sehr schlecht. Es wurde ihr mitgeteilt, dass nur ein neuartiges, sehr teures Medikament, welches extra eingeflogen werden musste, ihren Sohn noch retten könnte. Das berichtet die Polizei. 

Der Seniorin wurde ein Betrag in Höhe von 25.000 Euro für das Medikament genannt. Die Forderung wurde dadurch untermauert, dass die Krankenschwester das Telefon an einen angeblichen Arzt übergab, welcher die Angaben bestätigte, heißt es weiter im Polizeibericht.

Nachdem die Angerufene mitteilte auf die Schnelle lediglich 10.000 Euro zur Verfügung zu haben, gingen die Betrüger darauf ein. Sie setzten die Frau unter Druck und teilten ihr mit, dass sich der Zustand des Sohnes weiterhin verschlechtert habe und der Hubschrauber in Kürze starten würde. Bis dahin müsste das Geld da sein, da es sonst keine Rettung mehr für den Sohn geben würde.

Die Dame wurde aufgefordert das Geld sofort bei der Bank zu holen und so lange das Telefon nicht aufzulegen.

Einen aufmerksamen Bankmitarbeiter ist es zu verdanken, dass es zu keinem Schadenseintritt kam. Der Mitarbeiter verständigte eine Angehörige der Frau und diese wiederum die Polizei. Die Seniorin selber glaubte erst an den Betrug, nachdem ihr Sohn telefonisch erreicht werden konnte und dieser ihr am Telefon mitteilte, dass es ihm gut geht und er nicht im Krankenhaus sei.

Mehrere solcher Fälle in der Region

In den letzten Tagen riefen Betrüger mehrere Senioren im gesamten Präsidiumsbereich an und versuchten sie zu einer Geldübergabe zu überreden. Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche.

Zudem nahmen in den letzten Tagen auch wieder Anrufe von sogenannten falschen Polizeibeamten zu. In diesen Fällen wird den Angerufenen derzeit suggeriert, dass der Sohn oder die Tochter einen tödlichen Unfall verschuldet habe und nun eine Kaution bezahlt werden müsse.

Auch Anrufe falscher Polizeibeamter

Es ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Tagen weitere Anrufe im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen erfolgen werden. Das Polizeipräsidium Aalen warnt die Bevölkerung im Rems-Murr-Kreis, im Ostalbkreis und im Landkreis Schwäbisch Hall eindringlich vor dieser Betrugsmasche.

Die Polizei rät:

  • Seien Sie bei derartigen Anrufen stets misstrauisch! Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen und beenden Sie das Telefonat möglichst sofort.
  • Geben Sie am Telefon grundsätzlich keine vertraulichen Informationen weiter. Dies betrifft vor allem Angaben zu Ihren Vermögensverhältnissen oder dem Aufbewahrungsort von Schmuck und Bargeld.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Personen, die Ihnen unbekannt sind. Hinterlegen Sie keine derartigen Sachen für unbekannte Abholer!
  • Melden Sie verdächtige Anrufe umgehend der Polizei. Scheuen Sie sich nicht davor, den Polizeinotruf unter der 110 zu wählen!

Weitere Hinweise zum Phänomen falscher Polizeibeamter sowie ähnlich gelagerten Maschen finden Sie unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/betrug-durch-falsche-polizisten/.

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