Echternacht-Ausstellung: Ton mit Eigenleben erwacht

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Zwei künstlerische Talente mit unterschiedlichen Lebensentwürfen, machen die Ausstellung zu etwas Besonderem.

Die Ausstellung der Kulturinitiative Schloss-Scheune Essingen hat am Freitag eröffnet.

"Wie haben Sie das nur ausgehalten?", stellt sich Dr. Rainer Lächele die Frage und erinnert an den letzten Auftritt Anfang des Jahres. Es sei ein besonderer Moment, nach acht Monaten wieder zu öffnen. Eine Retrospektive zweier unterschiedlicher Künstler ist diesmal der Grund.

Deutliche Spuren in der Kunst und in der realen Welt haben sie hinterlassen, "An die Wand mit den Sonnenkringeln" ist der Titel der Ausstellung, die am Freitag eröffnet wurde und Grundparameter der Existenz des Künstlerpaares Margrit und Erwin Echternacht zeigt. Entgegengesetzte Kräfte die von Träumen zeugen und unmissverständlich davon berichten, wie Gedanken Formen annehmen, Farben sich ihren Weg suchen und Ton, von Menschenhand geformt, zu einem Eigenleben erwacht.

Margrit Echternacht ist 1929 in Essingen geboren und bis zum Schluss eng mit dem Ort verbunden, hat als Bildhauerin überwiegend mit Ton gearbeitet. Ihr Mann Erwin, der 1925 im Hunsrück zur Welt kam, dort bis Mitte der 50er Jahre arbeitete und bis zum Tod 2012 in München lebte, verwendete Holz, Gips und Bronze, malte und schrieb Gedichte. Die Kriegserlebnisse und die Zeit seiner Gefangenschaft danach hat Erwin Echternacht verarbeitet.

Doch nicht dies allein war Antrieb seines Schaffens. Sein Lebensweg bekam dadurch jedoch eine entscheidende Richtung. Als Bildhauer, Grafiker und Lyriker lebte er als freier Künstler, erzählt Dr. Sabine Heilig in ihrer Rede bei der Eröffnung der Vernissage. Seine Frau, habe menschliche Figuren, Aktdarstellungen und Tiermotive hergestellt. Ihr "Nackter Jüngling mit Falke", als Auftragsarbeit für ein Gefallenendenkmal auf dem Essinger Friedhof als überlebensgroße Bronzeplastik, erregte die Gemüter, erinnert Heilig. Unermüdliches Schaffen – das war für Margrit und Erwin Echternacht, trotz ihrer Unterschiedlichkeit in der Herangehensweise an die Kunst, gleich. Tochter Anna Echternacht, die die Eröffnung mit einem Simultangedicht ihres Vaters, gemeinsam mit ihrem Exmann Klaus Hilsberg, rezitierte, hat die Ausstellung maßgeblich gelenkt.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Simone Häcker-Brune und ihrer Tochter Amelie.

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