Ein Berg mit Geschichte

+
Erik Roth

Erik Roth über das Treiben auf dem Hornberg

Alte Fliegerregel: Wenn Flughöhe groß, dann Kühe klein, wenn Flughöhe klein, dann Kühe groß!“ - Zugegeben: Ich bin kein Flieger-As und kann mir nur grob denken, was das heißen soll. Und ich weiß auch nicht viel über die Geschichte des Hornbergs. Wäre da nicht Gerd Zipper, selbst langjähriges Mitglied der Gmünder Segelflieger. Bei meinem ersten Besuch der Gruppe drückte er mir sein knapp drei Jahrzehnte altes Buch „Der Hornberg - Geschichte und Porträt eines traditionsreichen Segelfluggeländes“ in die Hand. Und bietet damit so manchen Einblick: Nach dem Ersten Weltkrieg waren Gleit- und Segelflug die einzigen Möglichkeiten für Deutsche, sich fliegerisch zu betätigen, denn der Versailler Vertrag verbat motorisierten Flug. Wo es die Begebenheiten zuließen, entstanden Segelflugschulen und -gelände - so auch auf dem Hornberg. Vom ersten Wettkampf im Bereich des Kalten Feldes 1930 hin zur Übernahme des Geländes durch die Nazis und der Zerstörung des Fliegerlagers durch amerikanische Flugzeuge 1945 hält Zipper die Historie fest. Bis in die frühen 90er Jahre erzählt das Buch das Geschehen des Bergs nach. Doch was geschieht dort heute? Heute ist er das Zuhause von zwei Vereinen: der Fliegergruppe Gmünd und der Fliegergruppe Waldstetten. Doch es ist ein Miteinander. Flugzeuge werden geteilt, auch die Winde für Starts bringt Pilotinnen und Piloten beider Vereine in die Luft. Innerhalb eines Vereins hilft man sich. Denn Segelfliegen ist ein Gruppensport. Beim Start braucht es jemanden, der den Flieger gerade hält, ein anderer gibt der Flugkontrolle Signale. Nach der Landung muss der Flieger zurück an den Start. Auch das klappt nicht alleine. Und auch den absoluten Laien, der höchstens im Videospiel oder in den Urlaub einmal geflogen ist, lassen sie nicht am Boden stehen. Sondern erklären ihm: Warum fliegt der Flieger? Was sind das für Instrumente? Nein, das ist nicht der Knopf für den Schleudersitz. Oder aber fragen den Passagier: Lust auf einen Looping?

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

WEITERE ARTIKEL

Kommentare